Krefeld - Ministerin macht Zoo zum Schulpartner

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Krefeld - Ministerin macht Zoo zum Schulpartner

Beitragvon Jochen » Mi 24. Jun 2020, 18:32

Ministerin macht Zoo zum Schulpartner - Quelle: Rheinische Post vom 23.06.2020

Das NRW-Umweltministerium ernennt den Zoo zum Regionalzentrum im Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE).
Er ist Teil der Kampagne „Schule der Zukunft“ und steht für Schulen als Ansprechpartner bereit.

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Das Forscherlabor im Krefelder Zoo: Dort können Kinder und Jugendliche im Rahmen der Bildungsprogramme des neuen
BNE-Regionalzentrums den Zusammenhang zwischen lokalem Umwelt- und Naturschutz sowie dem weltweiten Einsatz für
die Artenvielfalt entdecken. Foto: Zoo Krefeld

VON JOACHIM NIESSEN
Der Krefelder Zoo kommt jetzt auch in die Schule. „Die Zukunft gerecht gestalten im Sinne nachhaltiger Entwicklung“ ist jetzt auch offiziell
die Aufgabe des Zoos. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) ernannte den Zoo Krefeld zum 25. Regionalzentrum in Nordrhein-Westfalen.
„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) regt Kinder, Jugendliche und Familien dazu an, Themen aus ökologischer, sozialer, ökonomischer,
kultureller und politischer Perspektive zu betrachten. „Wir werden auch in die Schulen gehen, der Schwerpunkt unserer gemeinsamen Arbeit
wird aber im Zoo liegen“, sagt Diplom-Biologin Gaby Borg. „Das beginnt zum Beispiel mit Tipps zum richtigen Bau eines Insektenhotels und endet
beim wissenschaftlichen Mitarbeiten im Forschungslabor.“
Als außerschulischer Lernort bereichert der Zoo als Regionalzentrum die Bildungsarbeit in Kitas, Schulen und Hochschulen und fördert das Verständnis zu Nachhaltigkeitsfragen. So bieten Insektenquartiere und Nisthölzer die Möglichkeit, damit sich heimische Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge dort halten, die dringend erforderlich sind, um die Blüten der umliegenden Obstbäume zu bestäuben. Moderne Zoologische Gärten haben maßgeblich vier Aufgaben: Erholung, Natur- und Artenschutz, Bildung und Forschung. Besucher bekommen in der Regel wenig von den Forschungsaktivitäten der Zoos mit, sie ist aber eine Kernaufgabe. Anders als im Freiland kann Forschung in Zoos unter kontrollierten Bedingungen stattfinden. „Über viele Tierarten ist bis heute wenig bekannt. Studien von und in Zoos können dazu beitragen, Wissenslücken zu schließen“, umschreibt die Expertin die Situation. „Besucher bekommen in der Regel wenig von den Forschungsaktivitäten der Zoos mit, sie ist aber eine Kernaufgabe.“
Im Zoo können Kinder und Jugendliche im Forscherlabor und in den Bildungsprogrammen des neuen BNE-Regionalzentrums den Zusammenhang zwischen lokalem Umwelt- und Naturschutz und dem weltweiten Einsatz für die Artenvielfalt entdecken. Unter dem Titel „Unsere Umwelt entdecken“ bietet der Zoo umweltrelevante Themen im Kontext von BNE an: Artenschutz, Tiere im Klimawandel, Faszination Vielfalt, Ökologie der Tropen, die wichtige Rolle der Insekten. Er ergänzt damit die bewährten Angebote rund um das Element Wasser und Gewässerökologie.
Zudem bietet der Zoo Fortbildungen und Informationsveranstaltungen zu BNE-relevanten Themen für Lehrer und andere Multiplikatoren, Schülerakademien für Grundschulen und weiterführende Schulen und Beratung von Pädagogen bei der Durchführung von geplanten Projekten an. Für die Umsetzung der jeweiligen Bildungsprogramme erhält der Zoo projektbezogen Fördergelder und konnte damit 1,5 Stellen schaffen.
Als BNE-Regionalzentrum ist der Zoo nun auch Teil der Landeskampagne „Schule der Zukunft“. Hiermit werden Schulen motiviert, BNE in ihren Schulalltag zu integrieren. Der Zoo als Regionalzentrum und Netzwerkpartner begleitet die Schulen dabei und leistet vielfältige Hilfestellung beim Entwickeln und Durchführen neuer Ideen. Die Kampagne verfolgt das Ziel, eine große Anzahl an teilnehmenden Schulen, außerschulischen Partnern sowie ihre Netzwerke über die Teilnahme für eine stärkere Orientierung am Bildungskonzept BNE zu gewinnen. Vor allem Schulen werden unterstützt, BNE im Schulalltag stärker umzusetzen. Eine Profilierung in Fragen nachhaltiger Entwicklung wird angeregt. Dieses Engagement würdigen die für Schule und Umwelt zuständigen Ministerien in einer festlichen Veranstaltung, bei der auch Netzwerke und Kitas ausgezeichnet werden können. Die Regionalzentren sind fester Bestandteil der Kampagne. Dort gibt es Ansprechpersonen vor Ort. Teilnehmende Schulen erhalten regionale Angebote für Projektarbeit und Unterricht sowie weitere Unterstützung.
Anfragen und Anmeldung sind über die Zoopädagogik unter Telefon 02151 955213 und per E-Mail an zoofuehrungen@zookrefeld.de möglich.

Info
Der Krefelder Zoo in Zahlen
Gründung: 22. Mai 1938
Besucher: ca. 318.430 Tagesbesucher und ca. 17.650 Jahreskarten/ Jahr
Gesellschaftsform: gGmbH
Gesellschafter: Stadt Krefeld (74,9 Prozent) und Zoofreunde Krefeld e.V. (25,1 Prozent)
Arten: 159 plus 50 Arten Schmetterlinge
Tiere: ca. 1.000 Tiere (ohne Insekten)
Wappentier: Schneeleopard
Zuchtbücher: drei
Mitarbeiter: 65
Ehrenamtliche: 21

Kommentar : Argumentationshilfe für den Zoo
Die Ernennung zum Bildungspartner für Schulen bedeutet für den Krefelder Zoo nicht nur Renommee und mehr Geld für Stellen. Er stützt den Zoo in einer schwierigen Debatte, die nach der Zerstörung des Affenhauses aufgekommen ist.
Es gibt eben neben begeisterten Befürwortern eine Fraktion unter den Tierschützern, die – wie Peta – jeden Zoo als Tierquälerei ablehnt und in einem neuen Affenpark nur einen weiteren „Affenknast“ sieht. Der Krefelder Zoo hat wie alle Zoos zwei Pfeiler in der Argumentation für seine Existensberechtigung: zum einen die Rolle von Zoos zur Arterhaltung durch weltweit gesteuerte Zucht, zum anderen die Rolle der Zoos als Bildungsträger. Menschen können demnach in Zoos Empathie für Mitgeschöpfe und das Interesse für Ökologie entdecken.
Wenn der Krefelder Zoo nun offiziell zum Regionalzentrum in Nordrhein-Westfalen ernannt wird und damit Teil des Programms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE), dann wird damit Wertschätzung für die Arbeit der Zoos offiziell untermauert. Dies stärkt auch die Überzeugung, dass Investitionen in moderne Affenhaltung sinnvoll und zukunftsweisend sind. Neben Geld ist diese Überzeugung die wichtigste Währung für Zoos. vo
Jochen
 
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Re: Krefeld - Ministerin macht Zoo zum Schulpartner

Beitragvon Anita » Do 25. Jun 2020, 11:49

Das ist eine gute Sache für den Zoo [prima]
Anita
 
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