Arktis - Erforschung der Gletscherabbrüche

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Arktis - Erforschung der Gletscherabbrüche

Beitragvon Jochen » So 12. Dez 2021, 15:57

Arktis: Mit Unterwasser-Mikrofonen dem nächsten Gletscherabbruch auf der Spur
Quelle: https://www.heise.de/tr/ MIT Technology Review

Forscher wollen besser verstehen, was genau beim Schmelzen der Gletscher passiert. Deshalb lauschen sie dem Knacken von Luftblasen im Eis.

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(Bild: Johnson, Vishnu, Deane)

Durch den weltweiten Temperaturanstieg ziehen sich die Fronten der Gezeitengletscher zurück und schmelzen. Dadurch wird im Eis eingeschlossene Luft freigesetzt. Wissenschaftler können diese Freisetzung der Luft belauschen und die Geräusche möglicherweise dazu nutzen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Eisschollen zu messen.

10.12.2021 14:00 Uhr Von Hanns-J. Neubert

Der Hornsund ist der südlichste Fjord Spitzbergens. Umgeben von schroffen Bergspitzen, Tafelbergen und beeindruckenden Gletscherfronten gilt er als einer der abwechslungsreichsten und schönsten des Svalbard Archipels. Die verzweigte Bucht erstreckt sich 25 Kilometer ins Landesinnere. Wie überall in der Arktis, so zeigen sich auch hier die Auswirkungen der Klimaerwärmung sehr deutlich. Eine geschlossene winterliche Eisdecke gibt es nur noch selten und die Fronten der Gezeitengletscher ziehen sich immer weiter zurück.
Hier erforschen Grant Deane und Hari Vishnu wie sich das Schmelzen der Gletscher am besten langfristig beobachten lässt. Denn das findet zum großen Teil im Meerwasser unter dem Eis statt. Wärmeres Wasser taut die Gletscherzungen an und löst sie von unten auf, so dass sie aufschwimmen. Dadurch brechen zunehmend häufiger große Eisblöcke mit gewaltigem Getöse ab und rutschen in das Wasser des Hornsunds.
Deane ist Ozeanograf am Scripps-Meeresforschungsinstitut in San Diego, Kalifornien, und Vishnu ist Experte für Unterwasserakustik und maschinelles Lernen am akustischen Forschungslabor der Nationalen Universität Singapur. Ihre Basis ist die polnische Polarforschungsstation in Isbjørnhamna am Nordufer des Fjordeingangs. Sie gehört zum Geophysikalischen Institut der polnischen Akademie der Wissenschaften, das die beiden unterstützt. Von hier aus starteten die Forscher mit einem Schlauchboot zu ihren Messkampagnen an den Abbruchkanten der Gletscher Hans, Paierl und Mühlbacher am Nordufer und des Samarin-Gletschers am Südufer.

Was genau passiert beim Schmelzen der Gletscher?
Die Arktis ist ein wahrer Hotspot des Klimawandels. Nirgendwo sonst fiebert die Erde so sehr wie hier. Allein zwischen 1971 und 2019 stieg die Oberflächentemperatur um den Nordpol dreimal stärker als im globalen Durchschnitt.
Schmilzt das Meereis, kann es die Strahlen der Sommersonne nicht mehr zurück ins All spiegeln. Die freigelegten, dunklen Wasserflächen nehmen die Wärme auf und beschleunigen so die globale Erderhitzung, nicht aber den Meeresspiegelanstieg.
Schmelzen jedoch die inländischen Gletschermassen auf Spitzbergen und Grönland, steigen weltweit die Ozeane. Allein im zentralen Eisschild Grönlands ist genug Wasser für einen weltweiten Meeresspiegelanstieg von sieben Metern gespeichert.
Doch noch haben Eis- und Meeresforscher nicht so richtig verstanden, was beim Schmelzen der Gezeitengletscher eigentlich wirklich passiert. Satellitenaufnahmen zeigen ja nur ein Bild von der Oberfläche — und das auch nur, wenn keine Wolken die Eisströme verdecken. Was in und unter den Gletscherzungen passiert, blieb bisher verborgen.

Dem Knacken in den Gletschern lauschen
Genau das ist zunehmend die Domäne von Akustikern. Schon heute registrieren Unterwasser-Mikrofone, Hydrophone genannt, das Knarzen und Krachen, wenn sich ein Eisblock an der Vorderfront eines Gletschers löst und ins Meer rauscht. Damit lassen sich aber nur grobe Rückschlüsse auf den Eisverlust ziehen.
Aber die Wissenschaftler sind noch vielversprechenderen Geräuschen auf der Spur. Es sind in tauendem Eis in unterschiedlichen Lautstärken und wechselnder Häufigkeit, die sich unter Wasser fortpflanzen. Mit den richtigen Messmethoden könnten sie genauere Informationen liefern, wie und wann eine Gletscherfront anfängt instabil zu werden, bevor ein Eisklotz abbricht. Knackgeräusche (Hörprobe – Ton an)Dauer: 1 Minute https://soundcloud.com/user-248456662/grant-deanes-melting-cie
Jochen
 
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Re: Arktis - Erforschung der Gletscherabbrüche

Beitragvon Eva » So 12. Dez 2021, 19:33

Wieder ein sehr interessantter Artikel [ja]
Eva
 
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Re: Arktis - Erforschung der Gletscherabbrüche

Beitragvon Ludmila » So 12. Dez 2021, 21:16

Lieber Jochen,
danke für den interessanten Artikel.
Ludmila
 
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Re: Arktis - Erforschung der Gletscherabbrüche

Beitragvon Sonja » Di 14. Dez 2021, 10:59

Interessant [ja] [ja]
Sonja
 
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