Zoo Krefeld - Affenpark: 28-Millionen-Projekt startet

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Zoo Krefeld - Affenpark: 28-Millionen-Projekt startet

Beitragvon Jochen » Fr 5. Nov 2021, 18:57

Affenpark: 28-Millionen-Projekt startet

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Fotos: Fabian Kamp

In der Zooscheune stellten gestern Stadt, Zoo und Zoofreunde die Planungen für den Affenpark vor.

Der Krefelder Affenpark nimmt Gestalt an. Sollte der Rat am 10. November den Planungen zustimmen, kann es mit den Arbeiten losgehen. Der erste Bauabschnitt könnte schon 2022 fertig sein.

Von Bärbel Kleinelsen

„Das wird ein Drahtseilakt“, prophezeite Zoodirektor Wolfgang Dreßen gestern bei der Vorstellung der Pläne für das „Naturschutzzentrum Affenpark“ in der Zooscheune. 672 Tage nach der Brand-Katastrophe, bei der das Affentropenhaus zerstört wurde und über 50 Tiere ums Leben kamen, ist das Interesse an dem Projekt überregional groß. Bis 2029 soll im Zoo auf zwei Hektar für 27,9 Millionen Euro ein Affenzentrum in Modulbauweise entstehen.

Die Hauptkosten in Höhe von 17,4 Millionen Euro soll die Stadt als Hauptgesellschafter der Zoo gGmbH verteilt auf mehrere Haushaltsjahre übernehmen. Dazu muss der Stadtrat allerdings noch am 10. November seine Zustimmung geben. Oberbürgermeister Frank Meyer erklärte, dass die Stadt auf Fördermittel hofft und es bereits diesbezüglich Gespräche mit dem Land gebe. „Es wäre um einiges leichter, diese finanzielle Last zu stemmen, wenn es Hilfe gebe“, sagte Meyer und verwies auf die coronabedingten Herausforderungen, die ebenfalls gemeistert werden müssten. Über Ausgleichszahlungen der Versicherung, Eigenmittel und Spenden werden der Zoo und die Zoofreunde insgesamt um die 10,5 Millionen Euro in den Affenpark investieren.

Im ersten Bauabschnitt, der Abschnitt 0 genannt wird, weil die Planungen hierfür schon weit fortgeschritten sind, soll der bestehende Gorilla-Garten auf 2000 Quadratmeter erweitert werden, um der wachsenden Gorilla-Gruppe um Silberrücken Kidogo gerecht werden zu können. Die rund 720 Quadratmeter große Erweiterungsfläche wird ähnlich gestaltet wie das bestehende Gehege und könnte bereits 2022 fertiggestellt sein. Kostenpunkt: 802.000 Euro. „Der Aufsichtsrat hat den Plänen zugestimmt und der Bauantrag ist gestellt“, so Dreßen.

Zum Teil gleichzeitig wird in Bauabschnitt 1 ein multifunktionales, über 830 Quadratmeter großes Menschenaffenhaus gebaut, das bei Baubeginn 2022 bereits im darauffolgenden Jahr fertig sein könnte. Eine schnelle Fertigstellung ist auch deswegen wichtig, weil in diesem Gebäude die den Brand überlebenden Schimpansen Bally und Limbo ein neuen Zuhause finden werden. Schimpansen-Mann Limbo soll Chef der neu zu gründenden Gruppe werden. In das Haus, das über große Außenanlagen verfügt, wird außerdem eine Gorilla-Junggesellengrup- pe einziehen. Sie soll mit einer kleinen Affenart wie Meerkatze oder Mangabe vergessellschaftet werden.

Die 1.100 Quadratmeter große Außenanlage der Schimpansen ist nahezu identisch mit dem vor dem Brand geplanten „Schimpansen-Wald“. Beide Außenanlagen werden mit Edelstahl- netzen umspannt sein, um den Kletterkünstlern viel Raum bieten zu können. Das Haus kann von Besuchern betreten werden. Die Kosten für den gesamten Bauabschnitt werden auf 9,9

Millionen Euro geschätzt. „Die Planung ist in Vorbereitung, der Bauantrag kann bei Zustim- mung der Gesellschafter im kommenden Jahr gestellt werden“, so Dreßen.

Der Anlagenkomplex für die Orang Utans in Gemeinschaftshaltung mit Gibbons wird in Bau- abschnitt 2 in Angriff genommen. Allerdings können die Arbeiten erst nach Abschluss des B-Planverfahrens starten, da die Anlage zum großen Teil auf der Erweiterungsfläche, den ehemaligen Fußball-Trainingsplätzen, liegt. In dem zweistöckigen Warmhaus, das über einen Höhenweg erreicht wird, soll es vier Innen- mit ebenfalls vier Außenanlagen geben. Die Kostenschätzung liegt bei 9,9 Millionen Euro, Baubeginn soll 2024 sein.

Zuletzt wird im dritten Bauabschnitt für die anwachsende Gruppe der Schimpansen in Rich- tung Zoobrücke für gut 7,3 Millionen Euro ein weiteres Warmhaus mit Außengehege gebaut. Die momentan dort lebenden Riesenschildkröten, das Berganoa, die Pinselohrschweine, Nilgauantilopen und Formosa-Muntjaks werden umgesiedelt oder abgegeben. Bis 2029 soll auch dieser Teil fertiggestellt sein.

Für die ersten Bauabschnitte ist vorgesehen, unter anderem die zweckgebundenen Spenden in Höhe von 2,4 Millionen Euro zu nutzen, um eine zeitnahe Verwendung zu gewährleisten. „Die Spender sollen wissen, dass Planung und Finanzierung stehen. Die Weichen sind gestellt“, betonte Friedrich R. Berlemann, Vorsitzender der Krefelder Zoofreunde.

Quelle: https://epaper.rp-online.de/webreader-v ... 1203/12-13

Info

Artenschutzzentrum für bedrohte Affenarten

Auf der 2,0 Hektar großen Fläche von der „Zoo-Brücke“ bis zur Berliner Straße sollen mehrere Warmhäuser mit umgebenden Außenanlagen für die drei großen Menschenaffenarten entstehen.

Das „Artenschutzzentrum Affenpark“ soll in den kommenden zehn Jahren in vier zeitlich aufeinanderfolgenden Bauabschnitten realisiert werden.

Dieser Zeithorizont ermöglicht zum einen die Akquise weiterer Investitionsmittel durch die Zoo Krefeld gGmbH und den Zoofreunden Krefeld, zum anderen belastet keine über Jahre andauernde Großbaustelle den Zoo, seine Bewohner und auch die Besucher. Weitere Infos zum Zoo gibt es online:

http://www.zookrefeld.de
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