Folge der MOSAIC expedition

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Jochen » Mo 14. Sep 2020, 09:56

Tag 360 - Sonntag 13. September 2020 - 10.594 km - -2,7°C - Position N88°51‘ E97°40‘ - Quelle

Diese Woche konnten wir teilweise herrlichen Sonnenschein genießen, der von einem spannenden Phänomen begleitet wurde: sogenannte Halo-Erscheinungen. Diese Ringe um die Sonne entstehen durch Brechung und Reflexion des Lichts an Eiskristallen, die von der Eisoberfläche aufgewirbelt werden. Auch Zuhause lässt sich diese optische Erscheinung selten beobachten, dann ist sie auf Zirruswolken zurückzuführen. Hier in der Arktis ist unser Blick unverstellt - und wir freuen uns daran, draußen zu sein und die fantastische Natur um uns zu genießen.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Jochen » Mo 14. Sep 2020, 18:00

Tag 361 - Montag 14. September 2020 - 10.626 km - -0,8°C - Position N89°2‘ E103°43‘ - Quelle

Auch wenn es so aussieht: Mario Hoppmann (Team Ocean) zieht nicht den Fesselballon Miss Piggy durch die Gegend. In Wirklichkeit zieht er eine 100 Meter lange Leine mit einer CTD und einem Sensor (plus Grundgewicht), der den Nitratgehalt des Wassers misst. Er hängt dauerhaft in etwa 15 Metern Wassertiefe und jeder, der an der Messstelle vorbeikommt, ist eingeladen, eine kleine Trainingseinheit einzulegen: Absenken des Sensors auf 100 Meter und dann langsam bis zur Oberfläche hochziehen, um ein Nitrat-Profil in der Wassersäule aufzuzeichnen. Dazu kann man entweder am Loch stehenbleiben und ziehen (Oberarmtraining) oder man hält die Leine und marschiert damit vom Loch weg (Ganzkörpertraining).

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Jochen » Di 15. Sep 2020, 18:30

Tag 362 - Dienstag 15. September 2020 - 10.640 km - -5,0 °C - Position N89°4‘ E106°59‘ - Quelle

In den vergangenen Tagen haben wir zwei eisgebundene bio-optische Bojen aufgebaut. Zwei Holzboxen mit den Bojen sind als Außenlast vom Helikopter aufs Eis geflogen worden. Anschließend mussten wir große Löcher ins Eis bohren, um die Unterwassereinheiten einsetzten zu können. Das hat bei der ersten Boje gut geklappt, beim zweiten Loch sind wir dann jedoch auf dickes, übereinander geschobenes Eis getroffen, so dass wir die Position neu angepasst haben. Schlussendlich konnten wir alles auf und unter dem Eis platzieren. Die Bojen haben diverse Sensoren, die unter anderem Strahlungsintensität in der Luft und unter dem Eis messen, Chlorophyll-Gehalt sowie das Vorkommen von Zooplankton und Fischen bestimmen. Sie werden auch nach unserer Abfahrt auf dem Eis bleiben und diese wertvollen Daten nach Hause senden.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Jochen » Mi 16. Sep 2020, 17:08

Tag 363 - Mittwoch 16. September 2020 - 10.640 km - -5,0 °C - Position N89°4‘ E106°59‘ - Quelle

Labor-Elektroniker Olaf Hüttebräucker füllt Flüssigstickstoff ab, der dafür genutzt wird, alle möglichen Proben zu konservieren. Der Flüssigstickstoff hat eine Temperatur von -196 Grad Celsius und verdampft bei normalem Umgebungsluftdruck unter beeindruckender Nebelbildung. Wir können ihn an Bord selber durch fraktionelle Destillation von verflüssigter Luft herstellen. Die zugehörige Anlage produziert bis zu 20 Liter am Tag, die dann in ein Dewar-Gefäß überführt werden. Der Dewar ist die Quelle, aus der sich die Wissenschaftler die benötigten kleinen Mengen abfüllen, und das sind mehrere Liter pro Tag.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Jochen » Do 17. Sep 2020, 17:35

Tag 364 - Donnerstag 17. September 2020 - 10.642 km - -5,0 °C - Position N89°4‘ E106°59‘ - Quelle

Eine der Wissenschaftlerinnen, die die meiste Zeit draußen verbringen, ist Ruzica Dadic (Team Ice). Sie untersucht die Oberflächenstruktur von Eis und Schnee und ist begeistert von den Veränderungen, die innerhalb kurzer Zeit auftreten können: „Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede zwischen Luft und Eisoberfläche können - zusammen mit bestimmten Windbedingungen - zu verschiedenen Ablagerungen auf den großartigen Schneeoberflächen führen. Nach unserer ersten klaren Nacht, die auf viele nebelige Tage folgte, haben wir das Schiff verlassen und wunderschöne kleine Körbchenformen gefunden, die sich über Nacht gebildet hatten. Sie wurden an der Oberfläche relativ schnell von frischem Schnee bedeckt. Wenige Tage später war dieser von plättchenförmigen Raureif-Kristallen überzogen (Bild: Mikro-Computertomographie), die den Tag über weiter gewachsen sind. Diese blieben aber auch nicht lange erhalten (wir wollen uns ja nicht langweilen), weil Luftfeuchtigkeit und Wind zunahmen, so dass die Plättchen alle überfroren waren. Und dann kam der Regen….“

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Jochen » Fr 18. Sep 2020, 17:47

Tag 365 - Freitag 18. September 2020 - 10.674 km - -8,0 °C - Position N89°5‘ E106°50‘ - Quelle

Mit großer Freude nahm gestern das Kommunikationsteam der MOSAIC-Expedition den BdKom Award 2020 in der Kategorie „Team des Jahres“ entgegen. Dieser Preis wird jedes Jahr durch den Bundesverband der Kommunikatoren in vier Kategorien verliehen. Der Preis für das „Team des Jahres“ würdigt die gemeinsame und professionelle Kommunikationsleistung einer Abteilung und das Konzept ihres Kommunikationsprojektes. Doch selbstverständlich ist jedes Konzept immer nur so stark wie das gesamte Team, denn ohne Team geht gar nichts - was sich auch während der MOSAIC-Expedition immer wieder gezeigt hat. Deswegen gilt der Dank des Kommunikationsteams an dieser Stelle ganz ausdrücklich auch allen anderen Beteiligten der MOSAIC-Expedition aus den unterschiedlichsten Bereichen, die an der Realisierung dieser Jahrhundertexpedition mitgewirkt und die begleitende Kommunikation so großartig unterstützt haben.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Jochen » Sa 19. Sep 2020, 17:12

Tag 366 - Samstag 19. September 2020 - 10.688 km - -4,9 °C - Position N89°8‘ E110°1‘ - Quelle

Verena Mohaupt (Team Logistik) fährt das Argo in das große Nasslabor der Polarstern. Ein schwieriges Manöver, ist das Kettenfahrzeug doch eher dazu ausgelegt, schwere Lasten zu ziehen als im Zentimeterbereich um Kurven zu fahren. Das Logistik-Team ist unser großes Vorbild: Sie haben bereits Anfang der Woche begonnen, ihre Fracht zu sortieren und umzuräumen. So können sie den anderen Teams helfen, wenn sie ihre Instrumente und die Infrastrukturen zurück an Bord bringen. Bis Sonntag muss alles auf dem Schiff sein, denn dann werden wir unsere Scholle verlassen und die Rückreise Richtung Bremerhaven starten.

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