Arved Fuchs Expeditionen 2020

Moderatoren: Jochen, UliS

Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Mo 20. Jul 2020, 10:43

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Arved Fuchs Expeditionen - Quelle

Am kommenden Wochenende wird Arved Fuchs zu einer neuen Expedition aufbrechen. Vom Flensburger Museumshafen aus wird der Bad Bramstedter mit seiner Crew an Bord des Haikutters "Dagmar Aaen" zur nächsten Etappe der OCEAN CHANGE Expedition starten. Ziel sind die Inseln, Halligen und Häfen entlang der Nordseeküste.

Weitere Infos sowie das bekannte Logbuch gibt es auf der Homepage.

#arvedfuchs #oceanchange
https://www.arved-fuchs.de/expeditionen/ocean-change-1
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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Mo 20. Jul 2020, 11:30

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Entlang der Nordseeküste - Quelle

Am 18. Juli wird Arved Fuchs mit seiner Crew an Bord des Expeditionsschiffes "Dagmar Aaen" zu einer weiteren Etappe der OCEAN CHANGE Expedition starten. Dieses Jahr führt die Reise nicht in die Arktis, sondern in heimische Gewässer an die nordfriesische Küste mit ihren Inseln und Halligen und Häfen. Das Projekt findet unter Berücksichtigung der Corona-Verhaltensregeln statt.

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind an der Nordseeküste besonders spürbar geworden. Vor Beginn der "UN-Dekade der Ozeanforschung und Ozeanbeobachtung" 2021-2030 soll die Situation an diesem Küstenabschnitt beleuchtet werden.

Der Begriff "Klimadeich" - eine neue Wortschöpfung für die aktuell durchgeführten regionalen Verstärkungen des Hochwasserschutzes, zeigt die Unmittelbarkeit, mit der der Anstieg des Meeresspiegels an unseren Küsten angekommen ist. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts rechnen Wissenschaftler mit einem Anstieg um ca. einen Meter im Vergleich zum vorangegangenen Jahrhundert. Was bedeutet das für die Halligen und die Inseln? Was für die Menschen und die Wirtschaft? Wie steht es um Windkraft, grünen Strom, Fischerei und Mikroplastik?

An mehreren Stationen suchen Arved Fuchs und seine Mannschaft den Dialog mit Bewohnern der Küstenregion, mit Touristen, Wissenschaftlern sowie Wirtschaftsfachleuten. Wie gehen die Menschen vor Ort mit der veränderten Situation um? Auch das Thema Plastikmüll und dessen Auswirkungen steht erneut auf der Expeditionsagenda.
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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Di 21. Jul 2020, 09:27

Arved Fuchs Expeditionen - Quelle
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Die erste Etappe der neuen Expedition "Ocean Change 2020" ist geschafft. Nach einem Zwischenstopp vor der dänischen Insel Lyø hat die "Dagmar Aaen" gestern die dänische Gemeinde Faaborg erreicht.

Erste Eindrücke gibt es wie immer in unserem Expeditionslogbuch.

19.07.2020 Flensburg

Leinen los! Flensburg schläft noch, als wir leise aus dem Hafen gleiten. Die "Dagmar Aaen" macht sich auf eine neue Reise. Doch dieses Mal ist unser Ziel nicht Grönland oder die Arktis - wir wollen an die nordfriesische Küste, ins Wattenmeer, zu den Inseln und Halligen an der deutschen Küste.

Ein ungewöhnliches Ziel für ein Schiff, das beinahe die ganze Welt gesehen hat. Doch die Folgen der Erderwärmung sind insbesondere auch an der Nordseeküste zu spüren: Wissenschaftler rechnen damit, dass der Meeresspiegel noch in diesem Jahrhundert um rund einen Meter steigt - die Folgen für die Menschen an der Küste sind katastrophal. Grund genug für eine Recherche vor der eigenen Haustür. Also: Los geht's!

Wir setzen Segel und ein leichter Wind schiebt uns durch die "dänische Südsee" mit ihren vielen Inseln und tollen Buchten. Zeit, sich langsam wieder in das Leben an Bord einzustimmen. Noch sind wir nur zu fünft: Außer Arved sind noch Fredo, Franka, Andreas und ich dabei. Eine kleine Crew - das bedeutet, dass alle gemeinsam mit anpacken.

Unser Tagesziel ist die Insel Lyø. Nach rund 38 Seemeilen fällt der Anker in einer geschützten Bucht. Ein Bier zur Feier dieses wunderschönen ersten Segeltages. Zufriedene Gesichter - es ist schön, wieder unterwegs zu sein!

Uli

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20.07.2020

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20.07.2020 Faaborg

Ankerwache - Kurz vor 24 Uhr. Es ist still im Schiff. Ich habe gut eine Stunde geschlafen, jetzt bin ich wach und höre in die Dunkelheit. Wellen schlagen an die Bordwand - ein gleichmäßiges, beruhigendes Rauschen. An Deck sind behutsame Schritte zu hören. Arved geht Ankerwache. Gleich werde ich ihn ablösen.

In der kleinen Bucht vor Lyø liegen heute Nacht gleich mehrere Schiffe vor Anker. Ihre Positionslichter schaukeln in sicherer Entfernung. Ich stehe an Deck und je besser sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnen, desto mehr Landschaftsdetails kann ich in der dunklen Nacht erkennen. Die Hügel von Lyø, Windräder, der leichte Lichtschein über Faaborg in der Ferne. Ein sanfter Wind streicht über Deck, es riecht nach See. Der Anker hält - und die "Dagmar Aaen" schaukelt zufrieden vor sich hin.

Am nächsten Morgen hat der Wind die Wolken zerfetzt und die Sonne scheint wieder von einem blauen Himmel. Zwei Tassen starker Kaffee vertreiben die Müdigkeit. Es heißt "Anker auf!" - wir wollen weiter nach Faaborg.

Die Dänen haben momentan Sommerferien und so ist der Hafen von Faaborg gut besucht. Wir finden einen sonnigen Liegeplatz an der Pier und machen fest.

Mit einem Mal ist ein Motorengeräusch zu hören als käme eine kleine Lokomotive um die Ecke getuckert. Ganz klar: ein Glühkopfmotor! So eine Maschine hatte ursprünglich auch unser Schiff. Die "Anne" legt sich neben uns. Wir lachen rüber zu der kleinen Crew - willkommen in Faaborg!

Uli

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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Mi 22. Jul 2020, 09:43

Arved Fuchs Expeditionen, 22.07.2020 - Quelle
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Ein weiterer Tag an Bord der "Dagmar Aaen" - bei Wind von vorn war der Haikutter voll und ganz in seinem Element. Sieben Stunden benötigte das treue Segelschiff von Arved Fuchs für den Weg von Faaborg nach Middelfart.

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21.07.2020 Middelfart

Ein Tag auf dem Belt

Der Wind weht stramm aus Nordwest, als wir in aller Frühe aufbrechen. Wir wollen nach Middelfart - und das bedeutet, dass wir heute den ganzen Tag den Wind von vorn bekommen, also direkt auf die Nase.

Eine moderne Yacht mag auf diesem Kurs besser segeln, doch unser Haikutter ist für einen anderen Zweck konstruiert worden. Er ist ein absolut zuverlässiges Arbeitsschiff. Als er 1931 gebaut wurde, wollten die Fischer ein Boot, dem sie ihr Leben bedenkenlos anvertrauen konnten. Über irgendwelche Segelrekorde konnten sie nur lachen.

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Obwohl wir genau gegenan müssen, setzt die "Dagmar Aaen" ruhig und gleichmäßig in die kabbelige See - völlig unbeeindruckt vom ungemütlichen Wetter. Ich fühle mich absolut geborgen auf diesem Schiff.

Nach sieben Stunden sehen wir die Brücke von Middelfart. Wir sind entspannt und guter Dinge, Wind und Wetter haben uns überhaupt nichts ausgemacht.

Als wir an der Pier festmachen, scheint die Sonne. Bei einem Anlegerbier lasse ich den Tag Revue passieren. Ich kann die Fischer von damals verstehen: Ich bin trotz widriger Umstände ausgeruht und guter Laune. In meinen Augen ist das ein riesiges Kompliment an das Schiff. Wir haben unser Tagesziel erreicht - und freuen uns auf einen neuen Tag an Bord.

Uli

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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Do 23. Jul 2020, 18:25

Arved Fuchs Expeditionen - Quelle

Unter Vollzeug ging es von Middelfart zur Insel Samsø. Die "Dagmar Aaen"war in ihrem Element, bei einer Windstärke von 5 bis 6 erreichte der Haikutter eine Geschwindigkeit von mehr als sieben Knoten.

Auf der Insel angekommen gab es schließlich ein freudiges Wiedersehen mit dem Vorbesitzer der alten Dame...

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22.07.2020 Kolby Kås

"Nord-Nordwest, Windstärke 5 bis 6", meldet der Wetterdienst. Bestens! Genau das Richtige für die "Dagmar Aaen". Das wird ein feiner Segeltag!

Zeitig werfen wir die Leinen los und verlassen Middelfart. Kurz darauf setzen wir das Großsegel - und sofort schieben uns mehr als 100 Quadratmeter Segelfläche mit unglaublicher Kraft durchs Wasser. Jetzt folgen die Vorsegel: Fock, Klüver und Flieger gehen hoch. Das Schiff legt sich leicht auf die Seite und zieht stramm durch die See. Wasser rauscht an der Bordwand entlang, Wind streicht über mein Gesicht. Ich spüre ein warmes Kribbeln im Bauch.

Der Wind legt zu: Je weiter wir nach Norden kommen, desto stärker bläst es. Auf unserer Logge wird eine Geschwindigkeit von mehr als sieben Knoten angezeigt - und das mit disem schweren Arbeitsschiff. Großartig!

Wir zischen in einem Rutsch durch zur Insel Samsø und machen schon kurz nach 16 Uhr im winzigen Hafen von Kolby Kås fest. Was für ein Tag!

Wir haben gerade festgemacht, da knattert ein altes Motorrad durch den Hafen: Nils kommt uns besuchen und schlängelt sich mit seinem alten BMW-Gespann durch zu unserem Schiff. Der Däne mit dem weißen Bart und seinen wachen Augen ist der Vorbesitzer der "Dagmar Aaen". Die Chance, "sein altes Schiff" wiederzusehen und mit Arved ein wenig zu fachsimpeln, lässt er sich nicht entgehen. Ein Mensch mit einem sehr großen Herz für diesen Haikutter.

Heute Abend verlässt Andreas die Crew. Er wird uns mit seiner warmherzigen und zupackenden Art fehlen. Jetzt sind wir nur noch zu viert. Aber das wird funktionieren. Schließlich sind wir mittlerweile ein eingespieltes Team - und die "Dagmar Aaen" ist ein freundliches Schiff.

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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Sa 25. Jul 2020, 10:48

Arved Fuchs Expeditionen - Quelle

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf Samsø und einem freudigen Wiedersehen mit dem Vorbesitzer der "Dagmar Aaen" ging die Reise weiter gen Norden. Obwohl eigentlich Greena als nächster Hafen eingeplant war, entschied sich die Crew kurzfristig um und segelte locker einmal 40 Seemeilen weiter nach Anholt. So wurden es insgesamt stolze 70 Seemeilen, die die vierköpfige Crew zurückgelegt hat.

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23.07.2020 Anholt

Es ist kurz nach 8 Uhr, als wir Kolby Kås verlassen. Eine schöne Brise wehr aus Südwest. Für uns bedeutet das: Der Wind kommt von achtern - also von hinten - und er schiebt uns mächtig durch die Wellen.

Wir segeln zwischen den Inseln Tunø und Samsø hindurch, um die Südspitze von Ebeltoft herum und dann an der Ostküste von Jylland entlang. Die hügelige Landschaft zieht schnell vorbei. Eigentlich wollen wir nach Greena - doch die "Dagmar Aaen" ist kaum zu bremsen. "Lass uns doch weiter nach Anholt segeln", schlägt Arved vor. Wow, denke ich. Anholt - das sind mal eben 40 Meilen weiter als ursprünglich geplant. Doch warum eigentlich nicht?

Genau das liebe ich an diesem Schiff - und natürlich auch seiner Crew: "Wenn du eine gute Idee hast, dann setze sie um!", könnte das Leitmotiv auf dem Haikutter lauten. Die "Dagmar Aaen" lädt dazu ein, Grenzen zu verschieben, einfach weiterzusegeln. Ich erlebe, dass viel mehr möglich ist als ich zunächst gedacht habe. Mein kleiner Horizont wird gesprengt - wir segeln, beinahe spontan, rüber nach Anholt. Ein Gefühl von Freiheit stellt sich ein.

Als wir Greena querab haben, sehen wir die Industrieanlagen, die Abwrackwerft und Schornsteine. Wie gut, dass wir diesen öden Fleck links liegen lassen. Auf nach Anholt!

Wir sind entspannt und freuen uns auf die nächsten Stunden auf See. Fredo und Franka holen die Kochplatte an Deck und backen Pfannkuchen. "Heute ist Seemanns Sonntag!", sagt Fredo. Stimmt - und ihre goldgelben Pfannkuchen sind wirklich ein Genuss!

Am späten Nachmittag kommt Anholt in Sicht, gegen 19 Uhr machen wir im kleinen Hafen der Insel fest. Rund 70 Seemeilen liegen hinter uns. Müde und zufrieden blicken wir bei einem Anlegerbier auf diesen Tag zurück. Wir haben eine spontane Idee gehabt - und unser Schiff hat uns die Freiheit gegeben, sie umzusetzen. Was will man mehr?

Uli

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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Mo 27. Jul 2020, 10:19

Arved Fuchs Expeditionen

Durch das ruppige Kattegat ging es nach der bisher längsten Etappe, die die "Dagmar Aaen" nach Anholt führte. Von dort ging es durch die unruhige See weiter zur kleinen Insel Læsø in den kleinen gemütlichen Hafen von Østerby.

24.07.2020 - Østerby Havn
Kurs Nord im Kattegat

Schwarze Wolken, kräftiger Wind, raue See: Das Wetter präsentiert sich etwas ruppig, als wir am Morgen an Deck kommen. Na gut, denke ich. Dafür habe ich mein Ölzeug ja im Seesack. Also Leinen los und rein ins Getümmel!

Kurs Nord: Heute geht durchs Kattegat. Über uns türmen sich dunkle Wolken, Regenfronten schieben sich wie graue Vorhänge vor den Horizont. Auf dem Wasser bilden sich weiße Schaumkronen, manchmal fliegt Gischt durch die Luft und klatscht auf unsere Regenjacken.

Die Ostseewelle ist nicht sehr hoch, aber kurz und unruhig. Unser Schiff wird von den Wassermassen angehoben und taucht sofort wieder tief ins Wellental ab. Ein bisschen fühle ich mich wie bei einer Achterbahnfahrt. Doch die Bewegungen sind viel schneller, dafür aber deutlich weicher.

Mir gefallen diese rauen Bedingungen. Ich kann die Kraft der See mit dem ganzen Körper spüren, werde hochgerissen und dann gleich wieder nach unten geschleudert. Dazu fühle ich den Wind in meinem Gesicht und das kalte salzige Wasser auf der Haut. Meine Sinne sind hellwach.

Abends machen wir in Østerby Havn auf der Insel Læsø fest. Der kleine Hafen wird hauptsächlich von Fischern genutzt. Überall schaukeln ihre kleinen blauen Schiffe, liegen ihre Netze und Fanggeräte.

Mittlerweile scheint die Sonne wieder und taucht den Ort in ein weiches Abendlicht. Wir essen Fisch in einem winzigen Restaurant direkt am Wasser. Vor uns liegt ein ruhiges, friedliches Meer - als ob es diesen ruppigen Start am Morgen nie gegeben hätte.

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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Mo 27. Jul 2020, 10:24

Arved Fuchs Expeditionen - Quelle

Im kleinen Hafen der dänischen Gemeinde Strandy hat am Wochenende der erste Crewwechsel der diesjährigen Ocean Change Tour stattgefunden. Zur neuen Woche will die Crew um die Nordspitze Dänemarks in Richtung Hirtshals segeln.

26.07.2020 - Strandby
Crewwechsel

So sicher und beschützt haben wir auf der "Dagmar Aaen" noch nie geschlafen. Im kleinen Fischereihafen von Strandby (gelegen zwischen Frederikshavn und Skagen im Norden Dänemarks) sind "Summer" und "Winter" zu Gast an Bord. Die beiden Hunde von Franka und Alex erkunden aufmerksam das Schiff und erklären es zu ihrem Revier. Wann immer sich jemand der "Dagmar Aaen" nähert, schlagen "Summer" und "Winter" an. Auch Nachts! Als es Franka dann doch zu laut wird, nimmt sie die Hunde mit unter Deck. Erst als sogar mit in die Koje dürfen, kuscheln sie sich entspannt an Franka und schlafen. Hunde in der Messe unseres Expeditionsseglers: Das hatten wir in der 89-jährigen Geschichte der "Dagmar Aaen" auch noch nicht ...

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In Strandby findet der erste Crewwechsel der Ocean Change Tour 2020 statt. Achim hat es sich nicht nehmen lassen, Brigitte, Gabi und Matze per Auto nach Dänemark zu bringen. Auch Alex ist gemeinsam mit seiner Tochter Jule angereist. Direkt vor dem Liegeplatz der "Dagmar Aaen" wird das Eintreffen der neuen Crewmitglieder mit einem zünftigen Barbeque gefeiert. Am nächsten Morgen heißt es für Uli, Franka und die Hunde Abschied nehmen. Es regnet Bindfäden. An Bord nutzen wir die Zeit, um Wartungsarbeiten vorzunehmen und unter einer großen Plane ein trockenes Plätzchen an Deck zu schaffen. Morgen soll es weitergehen. Wenn der Wind es zulässt, wollen wir um die Nordspitze Dänemarks segeln und dann im Hafen von Hirtshals im Nordwesten Jütlands festmachen.

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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Mi 29. Jul 2020, 18:13

Arved Fuchs - Quelle

Die Wetterprognose war nicht wirklich vielversprechend. Bei Starkwind aus Süden und zwei Meter Welle im Skagerak entschied sich die Crew an Bord der "Dagmar Aaen" den Weg durch den wunderbaren Limfjord zu wählen. In der Universitätsstadt Aalborg wurde der nächste Zischenstopp eingelegt.

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28.07.2020 Limfjord

Die Wettervorhersage verspricht nichts Gutes. Starkwind aus südlichen Richtungen und zwei Meter Welle im Skagerak. Das wollen wir uns nicht antun, denn wir haben eine wunderbare Alternative: Die "dänische Inside Passage" namens Limfjord - eine natürliche Wasserstraße, die im Norden Jütlands die Ostsee mit der Nordsee verbindet. Also schmeißen wir in Strandby die Leinen los, laufen Richtung Süden und tauchen dann von Osten her ein in den Limfjord.

Im ruhigen Fahrwasser geht es bis nach Aalborg. Vorbei am Grönlandhavn, wo alle Versorgungsschiffe für die größte Insel der Welt beladen werden, um lang erwartete Waren in die Arktis zu bringen. Über Nacht machen wir fest vor der Universität von Aalborg, direkt neben dem restaurierten Grönland-Dreimaster "Fylla".

Am nächsten Morgen passieren wir die beiden Klappbrücken von Aalborg und laufen weiter nach Westen. Vorbei an saftig grünen Hügeln und jeder Menge Windrädern. Regen und Sonne wechseln sich ab, der Wind bläst kräftig von vorn. Das Steuern im engen Fahrwasser erfordert volle Konzentration, denn neben dem Tonnenstrich wird es sofort flach - zu flach für die "Dagmar Aaen" mit ihren 2,5 Metern Tiefgang.

Mittags versorgen uns Gabi und Fredo mit einem sensationell leckeren kalten Buffte. Unser neuer Mitsegler Siebo Heinken (der frühere Vizechef von National Geographic Deutschland) ist so begeistert, dass er kurzerhand unser Schiff umtauft in "AIDA Aaen". Verpflegung und Service sind bei uns halt wie auf einem Kreuzfahrtschiff...

Unser nächstes Ziel ist Thyborøn am Westausgang des Limfjords.

Matze

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Re: Arved Fuchs Expeditionen 2020

Beitragvon UliS » Sa 1. Aug 2020, 12:37

Arved Fuchs Expeditionen - Quelle

Einen etwas längeren Zwischenstopp musste die "Dagmar Aaen" im dänischen Løgstør einlegen. Da es mit mehr als 30 Knoten etwas zu heftig wehte, verweilte die Crew in der kleinen Gemeinde im Limfjord. Weiter ging es einen Tag später, wobei der Haikutter sich einem weiteren Vollwaschgang unterziehen durfte...

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30.07.2020 Logstor
Vollwaschgang


Wie so oft in der Seefahrt bestimmt das Wetter den Reiseverlauf. Auf unserem Weg im Limfjord nach Westen hatten wir in Løgstør an der Südküste des Fjords festgemacht. Platz gefunden hatten wir an einer nagelneuen Pier. Die war allerdings so neu, dass sie noch nicht komplett fertiggestellt war. Es gab noch keine Poller. Also mussten wir improvisieren und unsere Leinen an massiven Holzpfosten an der Uferstraße festmachen. Eigentlich sollen die Pfosten die historischen Straßenlampen vor wild parkenden Autos schützen, aber auch als unsere Behelfspoller eignen sie sich gut.

Da der Wind weiter auffrischt, bringen wir vorsichtshalber eine weitere Vorleine aus. Eine gute Entscheidung, wie sich am nächsten Morgen herausstellt. Es bläst mit über 30 Knoten, an eine Fortsetzung der Reise ist nicht zu denken. Also nutzen wir die Zeit zu ausgedehnten Wanderungen und einem Besuch im kleinen Seefahrtsmuseum von Løgstør.

Tags darauf flaut der Wind ein wenig ab. Wir nutzen die Chance und werfen Leinen los. Im engen Fahrwasser des Fjords erwartet uns eine kurze, steile Welle. Die "Dagmar Aaen" stampft schwer im vorlichen Wind von immer noch 28 Knoten. Jede Menge Wasser fliegt an Deck. Innerhalb kürzester Zeit wird unser Ölzeug einem weiteren Praxistest unterzogen. Aber was solls, wir sind ja nicht aus Zucker. Unser nächstes Ziel bleibt Thyborøn am Westende des Limfjords.

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