"Russische Arktis" Russischer arktischer Nationalpark

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"Russische Arktis" Russischer arktischer Nationalpark

Beitragvon UliS » Di 7. Jul 2020, 08:56

Russischer arktischer Nationalpark: Wind, Kälte und Eisbären

05.07.2020 - Quelle
Von Natalia Pawlowa

Der Nationalpark „Russische Arktis“, das nördlichste und größte besonders geschützte Naturgebiet Russlands, hat seinen Geburtstag begangen. Auf einer Online-Konferenz in der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya zog der Direktor des Naturreservats, Alexander Kirillow, Bilanz.

Der Nationalpark existiert seit Juni 2009 und umfasst den nördlichen Teil des Archipels Nowaja Semlja mit den angrenzenden Inseln. 2010 wurde der Park durch das nördlichste Landgebiet Eurasiens ergänzt - das staatliche Naturschutzgebiet „Franz Josef Land“.

Die Aufgabe des Nationalparks ist es, das kulturelle, historische und natürliche Erbe des westlichen Sektors der russischen Arktis zu bewahren. In den letzten Jahren wurden mehr als 50 Tausend Tonnen Abfall aus dem Gebiet entfernt, was mit dem Gewicht des Ostankino-Fernsehturms vergleichbar ist, sagte Alexander Kirillow, Direktor des Reservats auf der Konferenz. Der Bewahrung der Umwelt wird größte Aufmerksamkeit geschenkt. Dazu werden auch „grüne Technologien“ eingesetzt. Allerdings sind nicht alle Erfindungen des technologischen Fortschritts unter schwierigen arktischen Bedingungen anwendbar.

„Wir haben Tests mit Windmühlen durchgeführt, die sich seltsamerweise als völlig ungeeignet für Arbeiten in der Arktis zeigten. Sie halten den dortigen Winden nicht stand: Entweder reißt sie der Wind fort und sie fliegen weg, und sie müssen dann gesucht werden, oder die Windmotoren bremsen sich selbst ab, da sie nicht für unsere Windgeschwindigkeit ausgelegt sind. Daher ist es besser, hier wegen des langen Polartages Sonnenkollektoren zu verwenden. Auf dem Franz-Josef-Land erzeugen Sonnenkollektoren Energie, die die Station vollständig versorgt“, erläuterte der Direktor des Nationalparks.

Ihm zufolge bleiben Eisbären genau wie starker Wind und Kälte ein „schädlicher Faktor“. Haben sie wirklich begonnen, die Häuser der Menschen öfter aufzusuchen, und was ist der Grund dafür?

„Sie kamen immer zu den Menschen in die Dörfer. Aber heute schreiben die Massenmedien darüber mehr als früher. So wurde vor kurzem berichtet, dass die Bären ein Dorf auf der Tschuktschen-Halbinsel besetzt hätten. Aber sie besetzen es zweimal im Jahr, weil das Dorf auf dem Wanderweg der Eisbären liegt. Darüber hinaus muss verstanden werden, dass Eisbären auf Eisschollen leben. Und wenn ein Eisfeld oder ein Eisberg in den Park driftet, wissen wir eindeutig, dass bald Bären auftauchen werden. Es gab schwierige Situationen. Die erste Expedition des Nationalparks in der Landezone von Kap des Begehrens traf auf zehn Eisbären, und am Ende der Saison gab es bereits etwa 49 Treffen mit ihnen. Aber irgendwie konnten wir uns einig werden: Wir arbeiten hier und gehen nicht zu euch, und ihr geht nicht zu uns“, so der Forscher.

Die internationale Zusammenarbeit in der Arktis ist laut Alexander Kirillow heute gefordert – sie ist außer Politik und ermöglicht es, Daten über den Naturzustand in verschiedenen Teilen der Welt zu sammeln und Informationen auszutauschen. Der Nationalpark beteiligt sich an der russisch-norwegischen Umweltschutzkommission und unterhält Kontakte zum norwegischen Polarinstitut und anderen internationalen Organisationen.
UliS
 
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