EifelZoo - Niemand weiß, wie es weiter geht

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EifelZoo - Niemand weiß, wie es weiter geht

Beitragvon Anita » Di 10. Jul 2018, 15:41

Tote Tiere, zerstörte Gehege
Niemand weiß, wie es mit dem Eifelzoo weitergeht

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Der Löwe Malor sei ausgebrochen, hieß es zunächst. Ein Irrtum: Die Raubkatze hatte sich nur in ihrem Gehege versteckt. Foto: Fritz-Peter Linden

Der Sturzregen hatte den schmalen Bierbach, der mitten durch die Anlage läuft, urplötzlich in einen breiten Strom verwandelt. Die Wassermassen rissen am 1. Juni nahezu alles mit, was auf dem 30 Hektar großen Gelände des Eifelzoos nicht niet- und nagelfest war.

Auch heute, vier Wochen nach der großen Flut, weiß noch niemand, wie es mit dem etwa 60 Kilometer nördlich von Trier gelegenen Tierpark weitergehen soll. Auch nicht Eigentümerin Annemie Wallpott, Witwe des 2017 verstorbenen Kölner Kaufmanns und Karnevalisten Hans Wallpott, der den Zoo vor 46 Jahren gegründet hat. „Das ist das Lebenswerk meines Mannes“, sagt die 78-Jährige. „Und er fehlt. Sein Einsatz. Seine Ideen.“

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Brücken und Wege wurden bei der Überflutung zerstört. Foto: Fritz-Peter Linden

Die Flut riss etliche Tiere in den Tod. Sie alle lebten bis dahin im mittleren, tiefer gelegenen Abschnitt des Zoos, durch den der Bierbach an normalen Tagen höchstens plätschert. Die kleinen Präriehunde – sie ertranken in ihren Erdlöchern. „Die Schneeeulen sind überrascht worden“, sagt Annemie Wallpott. „Die Flut kam so plötzlich, dass sie wahrscheinlich an die Wand gedrückt wurden. Und da war’s vorbei.“ Wie auch für die Hühner, mitsamt ihren Küken. Und viele Tiere aus dem „Zookindergarten“, kleine Schafe und Ziegen. Nur das junge Mufflon rettete sich noch in den nahen Hang.

Auch die Nasenbären überlebten, die Waschbären, das Wild, die Großkatzen und die Nutrias, die sich schwimmend aus ihrem überfluteten Gehege retteten. Und die beiden Stachelschweine: „Eins saß bei mir im Keller“, sagt Annemie Wallpott, deren Haus am Rand der Anlage steht.

„Das ging ja so schnell“, erinnert sie sich an den Morgen. als die Wassermassen den gesamten Mittelteil der Anlage überschwemmten. „Kurz nach sechs. 20 Minuten. Es war ein Rauschen, da dachte ich: Das sind die Bäume. Und dann guckte ich am Fenster raus, da lief das Wasser schon durch das Tal.“ Schnell verbreitete sich die Nachricht, die beiden Löwen, die zwei Tiger und der Jaguar seien aus ihren Gehegen verschwunden. Alles falsch. „Wir hatten nur gesagt: Wir wissen nicht, was mit denen ist“, erzählt Annemie Wallpott. Aber eine Panikmeldung verbreitet sich eben schneller als die Wahrheit. Und bleibt länger in der Welt.
Quelle: https://www.ksta.de/region/tote-tiere-- ... -30707742#
Anita
 
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