Mehr Gorillas und Schimpansen gezählt in Zentralafrika

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Mehr Gorillas und Schimpansen gezählt in Zentralafrika

Beitragvon UliS » Mo 30. Apr 2018, 12:05

Mehr Gorillas und Schimpansen gezählt
Affengeil!


In Zentralafrika leben offenbar doppelt so viele Gorillas wie angenommen. Auch die Zahl der freilebenden Schimpansen ist wohl größer als geschätzt. Entwarnung geben Forscher deshalb aber nicht.

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Flachlandgorilla
Angelique Todd/ WWF

Mittwoch, 25.04.2018

Es gibt mehr freilebende Gorillas und Schimpansen als angenommen. Einer neuen Studie zufolge lebten im Jahr 2013 in den untersuchten Gebieten im westlichen Äquatorialafrika etwa 360.000 Gorillas und gut 130.000 Schimpansen.

Die Gorilla-Population war bislang mit etwa 110.000 beziffert worden - im besten Fall mit knapp 250.000. Die Zahl der Schimpansen wurde bisher meist auf etwa 120.000 geschätzt.

Forscher hatten die Verbreitung der Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) und der Zentralafrikanischen Schimpansen (Pan troglodytes troglodytes) in fünf zentralafrikanischen Ländern von 2003 bis 2013 untersucht.

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Schimpanse (Archivbild)
DPA

Das Team von Samantha Strindberg von der Wildlife Conservation Society in New York durchwanderte zu Fuß die teils schwer zugänglichen Lebensräume und zählte die Nester der Affen, die diese nachts bewohnen. Die untersuchte Gorilla-Unterart macht 99 Prozent aller Gorillas aus, die untersuchte Schimpansen-Unterart entspricht einem Drittel aller Schimpansen. Die Studie, die im Fachmagazin "Science Advance" veröffentlicht wurde, ist damit die bisher umfangreichste Studie zu den Gesamtpopulationen der beiden Unterarten.

Allerdings ist die Zahl der Gorillas nach Daten der neuen Studie von 2005 bis 2013 um zwanzig Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Schimpansen blieb etwa unverändert.

Gefährliche Nähe zum Menschen

Die meisten Tiere lebten 2013 im Kongo und in Gabun, die zugleich zu den waldreichsten Ländern der Region zählen. Nur etwa 23 Prozent der Tiere kamen in geschützten Gebieten vor, die durch Ranger bewacht werden.

Die Verbreitung sei allerdings stark von diesem Schutz abhängig, so die Wissenschaftler. Aber auch andere Faktoren beeinflussten die Ausbreitung. So sei entscheidend, ob Straßen in der Nähe sind, wie viele Menschen in der Region leben und ob diese die Affen essen. Auch natürliche Faktoren, wie die Ausbreitung von Ebola wirkten sich aus.

Fotostrecke: http://www.spiegel.de/fotostrecke/japan ... 59753.html
Japanische Schneeaffen: Splish Splash, they are taking a bath

Die Forscher vermuten, dass die Gorillas aufgrund ihrer Lebensart stärker gefährdet sind. So bleiben diese meist in ihren sozialen Gruppen und auch eher in angestammten Gebieten. Jäger könnten die Tiere deshalb besser verfolgen und auch mehrere Tiere auf einmal finden.

Die Gruppe verliere zudem schnell an Stabilität, wenn ein dominantes Männchen getötet wird. Gorillas gelten, nach Angaben der Forscher, auch als aggressiver, weil sie sich stärker in Gefahr begeben, um ihre Familie zu schützen.

Bedroht durch Ölpalmplantagen

Sowohl Gorillas als auch Schimpansen stehen unter dem Schutz nationaler und internationaler Gesetze. Sie dürfen nicht gejagt, gefangen oder gehandelt werden. Ihre Lebensräume sind jedoch bedroht, zum Beispiel durch die Errichtung von Ölpalmplantagen. Die Tiere gehören zu den nächsten Verwandten der Menschen, das Genom der Schimpansen stimmt zu 98,7 Prozent mit dem Menschlichen überein.

Das Ergebnis der Studie sei "spektakulär", sagte Thomas Breuer, WWF-Referent für Zentralafrika und Co-Autor der Studie. "Auf keinen Fall dürfen wir uns aber von den Zahlen blenden lassen."

Die neuen Bestandszahlen kämen vor allem dadurch zustande, dass das Team Gebiete in die Analyse einbezogen habe, die man zuvor nicht als Lebensräume von Gorillas und Schimpansen eingestuft habe oder untersuchen konnte.

"Noch haben wir es im Kongobecken mit dem zweitgrößten Regenwald der Erde zu tun", sagte Breuer. "Aber der Nutzungsdruck steigt. Forstkonzessionen, Bergwerke und Plantagen schießen aus dem Boden. Wir stecken in einer entscheidenden Phase und müssen alles daransetzen, die Entwicklung in eine naturverträgliche Richtung zu lenken."

Die Forscher empfehlen in der Studie, die bewachten Schutzgebiete für die Tiere auszudehnen. Sie loben das Flächenmanagement von Gabun. Dort würden für die Landwirtschaft insbesondere solche Gebiete genutzt, die zum Beispiel nahe an Straßen liegen und deshalb als Naturschutzgebiete schlecht geeignet sind.

hda/dpa
Quelle
UliS
 
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