Subingen - Raubtierpark wer rettet die Tiere

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Subingen - Raubtierpark wer rettet die Tiere

Beitragvon UliS » Fr 16. Sep 2016, 17:48

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René Strickler im Tigergehege, wo er die Tiere mit Fleischstücken füttert und sie spielerisch bewegt. (Bild: Christoph Ruckstuhl / NZZ)

Raubtierpark Subingen
Wer rettet diese Tiere?
von Daniele Muscionico 16.9.2016


Jeder Tag kann der letzte sein – das Drama um den Raubtierpark von René Strickler im solothurnischen Subingen.

Er steht schmal zwischen den Tigern. Verletzlich und ungeschützt. Die riesigen Tiere suchen seine Nähe, Noah, Amir und Arisha, es sind Geschwister. René Strickler streichelt sie, und sie zeigen, dass sie seine Berührung geniessen. Ihr Fell ist glänzend, die Augen strahlend. Er motiviert sie zu einem Sprung. Sie springen wie gespannte Federn, ihr Satz ist leicht und reicht mehrere Meter. Er lobt, er tätschelt. Selbstbewusst verlassen die Tiger die Manege. Und jetzt überfällt René Strickler die Angst.

Die Angst des René Strickler ist berechtigt. Er ist 67 Jahre alt und steht am Ende. Er hat alles verloren. Keine Petition zuhanden des Regierungsrates, die Erfolg gebracht hätte, kein Leserbrief, keine Unterstützungsaktion seiner Freunde und Sympathisanten.

Der Raubtierpark von René Strickler in Subingen befindet sich auf einem Grundstück, das ihm nie gehört hat. Er ist Mieter, war Mieter seit 13 Jahren, doch seit 1. Juli 2016 lebt er widerrechtlich hier. Bis dahin hätte er Zeit gehabt, das Gelände zu räumen. Per 30. September 2008 erhielt er die Kündigung, nach Ablauf von fünf Jahren löste die Besitzerin des Grundstücks, Espace Real Estate, den Mietvertrag auf. Seitdem kämpft Strickler gegen das Urteil an. Im August vor letzter Instanz – doch das Bundesgericht wies seine Beschwerde gegen die Räumung ab. Seitdem steht fest, Strickler muss weg.

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Ein Tiger, eine von achtzehn Raubkatzen, beim Baden in der Parkanlage in Subingen. (Bild: Christoph Ruckstuhl / NZZ)

Aus dem wohl aussergewöhnlichsten Dompteur Europas, dem Tierlehrer, der mit seinen spektakulären Dressuren Zirkusgeschichte schrieb, ist ein Mann am Rande des Gesetzes geworden. Er und seine Tiere halten sich illegal auf dem Gelände auf. Sie stehen unter Beobachtung. Doch in anderer Absicht als früher.

Unbeirrter Idealist

Menschen, Tiere, Sensationen, Strickler ein Star im Fernsehen, Talkshows, ein Schauspieler, ein Fotomodell. Strickler, Wunderkind aus Rapperswil, bis heute ein guter Freund der Familie Knie, Tausendsassa, «Mister Doolittle» in den USA der achtziger, neunziger Jahre, der Mann, der mit den Tieren spricht. Ein Vorzeigeschweizer in der Welt, ein attraktiver Mann und seine noch attraktiveren Bestien, mit 14 Tieren die damals grösste gemischte Tiernummer der Welt. Strickler trat im Circus Roncalli auf, im Zirkus Krone, immer wieder im Zirkus Knie. 1999, am Féstival du Cirque in Monte Carlo ein Ehrenpreis der Jury für vorbildliche Tierhaltung und freundschaftlichen Umgang mit Raubtieren.

Das soll alles nicht mehr gelten?

«Es kann nicht sein», sagt René Strickler. Und das ist sein grosser Irrtum. Strickler irrt sich nicht nur darin. Er irrt sich oft, wenn es um Menschendinge geht. Er hat sich in den letzten Jahren immer wieder getäuscht, sich täuschen lassen, vor allem, wenn ungefragt Geschäftsleute vor der Tür standen und als Investoren, Retter des Tierparks das Blaue vom Himmel versprachen. Strickler hat mindestens in einem namentlich bekannten Fall auf einen Menschen gesetzt, auf dem bis heute ein Teil seiner Hoffnung liegt. Ein Millionenbetrag in zweistelliger Höhe stellt der Vermittler, ein Schweizer Geschäftsmann, in Aussicht.

Der Betrag sei nächste Woche fällig, liess man ihn wissen, die entscheidende Reise nach London geplant. Aber ob das so sei, weiss Strickler nicht, die Frist wurde schon einmal verschoben. An seinem Unterstützer, ein Architekt und zuständig auch für Stricklers Ausweich-Projekt im Kanton Freiburg, das sich durch eine Zonenplanänderung schliesslich zerschlug, hält er fest. «Ich glaube an das Gute im Menschen.»

Und tatsächlich. Auf die telefonische Anfrage bei C.Z. erhält man die Zusicherung: «Rufen Sie Mitte nächster Woche wieder an, dann ist das Geld auf dem Konto.» Seit bald zwei Jahren ist ein «englischer Geschäftsfreund» von C.Z. dabei, das Geld bereitzustellen; bisher leider ein Phantom nicht nur für Strickler und seine Unterstützer. Andere, zweifellos gut gemeinte Rettungsversuche schlugen fehl, weil ihm zwar nichts Tierisches fremd ist, doch der menschliche Instinkt fehlt, dann eine Hoffnung fahren zu lassen, wenn sie hoffnungslos geworden ist.
Die Tage von René Stricklers Raubtierpark im solothurnischen Subingen sind gezählt. Wenn nicht noch in letzter Minute ein Wunder geschieht. Alle Bilder anzeigen

René Strickler fühlt sich wohl im Auge des Tigers. Aber es fällt ihm schwer, sich den richtigen Menschen anzuvertrauen und die Geschäfte in Unternehmerhände zu legen.

Warum? Weil es einfacher ist, zu träumen, als der Realität ins Gesicht zu sehen? Und warum sollte er das, wenn diese Realität doch nicht die seine ist?

Dafür irrt er sich kaum, wenn es um Tiere geht. Stricklers Sensibilität im Umgang mit Tieren geniesst die einhellige Achtung von international anerkannten Verhaltensforschern wie dem Raubtierforscher Immanuel Birmelin. Der deutsche Wissenschafter kennt und begleitet Strickler seit Beginn seiner Karriere.

Moralische Unterstützung erhält er auch von Freddy Knie junior, der ihn sozusagen entdeckt hat. Stricklers Interesse am Zirkus, an den Tieren, anlässlich der gemeinsamen Arbeit bei der legendären Nummer mit Nashorn und Tiger: Schon Stricklers Grossvater, der Schweizer Kinopionier Leuzinger, war mit Knies Grossvater befreundet. Die Verbindung ist bis heute von gegenseitiger Wertschätzung getragen, und Knie äussert sich öffentlich bereitwillig und anerkennend über das beispielhafte, das einmalige Verständnis Stricklers seinen Tieren gegenüber. Man bedauert die Lage und steht, wann immer möglich, beratend zur Seite.

Tägliches Bewegungstraining

René Strickler kennt jede Regung seiner Löwen, Tiger, Pumas, er lebt mit ihnen und wohnt in Subingen sozusagen Wand an Wand. Er weiss um seine Schützlinge, er kennt ihre Persönlichkeiten und Seelen. Sie sind hier geboren oder wurden aus schlechten Haltebedingungen gerettet. Sein Raubtierpark ist kein Ausstellungspark, sondern ein Bewegungszoo. Agilty-Training mehrmals täglich, die Besucher sind dazu eingeladen.

Strickler scheint seinen Tieren näher als jener Welt, die sich jetzt mit ihm angelegt hat, weil sie auf ihr Recht pocht. Sie hat recht, Strickler unrecht, er ist in ihrer Hand – eine Vorstellung, die schlimmer für ihn ist, als ungeschützt in einem Raubtierkäfig zu stehen. Unter Raubtieren kennt er die Regeln. Unter Menschen scheinen sie ihm unmenschlich.

Die Welt, die ihre Zähne und Klauen anders einsetzt als seine Löwen, Tiger und Pumas, hat beschlossen: Jetzt ist es genug. Selbst der Gemeindepräsident von Subingen, Hans Ruedi Ingold, Strickler gewogen, als der vor 13 Jahren in der Industriezone seiner Gemeinde um eine Bewilligung für ein Winterlager ersuchte, sagt heute: «Ich mag ihn persönlich gut und wollte ihm auch helfen. Aber er will den Tatsachen nicht ins Auge sehen.»

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Strickler auf einer Autogrammkarte von 1978. (Bild: Privatarchiv René Strickler)

Ähnlich klingt es bei der Espace Real Estate. CEO Theodor F. Kocher, in diesem Fall nie öffentlich aufgetreten, lässt seinen Mediensprecher eine Stellungnahme formulieren: «Zu diesem Fall ist alles gesagt. Espace Real Estate hat neun Jahre Geduld gezeigt. Die Gerichtsentscheide bis und mit Bundesgericht liegen vor. Es ist nun an den Behörden, den Rechtszustand wiederherzustellen.» Unmissverständliche Worte. Doch noch immer scheint Strickler nicht wirklich zu verstehen, wie ihm geschieht: «Diese Tiere sind doch ein Kulturgut. Es kann nicht sein, dass man sie aus ihrer vertrauten Umgebung reisst.»

Es gibt niemanden, nicht im Kanton Solothurn, nicht in der Schweiz, nicht in einem ausländischen Zoo, der Stricklers Raubkatzen unterbringen kann. Man müsste sie mit einer Todesspritze erlösen.

Irrtum. Es kann sein, und es wird sein – wenn nicht noch ein Wunder passiert. Man wird ihn enteignen, die Raubtierkäfige räumen, 18 Raubkatzen sedieren, die Tiere trennen. Und dann? Es gibt niemanden, nicht im Kanton Solothurn, nicht in der Schweiz, nicht in einem ausländischen Zoo, der Stricklers teilweise alte bis sehr alte Raubkatzen unterbringen kann. Man müsste sie mit einer Todesspritze erlösen.

Die einzige Möglichkeit wäre, und darin sind sich ihr Besitzer und Tierschutzorganisationen einig: Die Tiere sollen die letzten Lebensjahre an ihrem angestammten Ort bleiben, und dazu soll das Land, auf dem sich der Park befindet, gekauft werden. Espace Real Estate, die Besitzerin des Areals, soll für einen Verkauf bereit sein.

Diesen Sommer wurden die ersten rechtlichen Schritte unternommen: Man gründete eine Task-Force und hat eine Stiftung ins Leben gerufen, die zu einem späteren Zeitpunkt den Park führen kann. Auch steht inzwischen die rechtliche Struktur für einen Investoren-Pool bereit. Mit letzter Hoffnung suchen Strickler und seine Freunde tierliebende Anleger.

Bildstrecke: http://www.nzz.ch/gesellschaft/bildstre ... id=1&pid=1

Allerletzte Hoffnung

Mit dem ehemaligen Unternehmungsberater und Firmensanierer Werner Ballmer steht jetzt ein seriöser Experte mit dem Herzen am rechten Fleck und gesundem Menschenverstand an vorderster Stelle. Sind 5,5 Millionen Franken erst einmal beisammen, wäre auch ein Bankkredit möglich, und die Summe würde fürs Erste genügen, so rechnet der Fachmann. Sein Angebot klingt gut: Geboten wird ein Grundstück an bester Lage, die Autobahn ist in Sichtweite, das Areal bietet einen realen Gegenwert für Pensionskassen, Firmen und Unternehmer.

Es soll Wunder geben. Das Wunder von Subingen wäre eines davon. Noch immer gibt es wenigstens einen Menschen, der an Wunder glaubt. Und er glaubt an sie, weil er sie am eigenen Leib erfahren hat. René Strickler ist in der Manege mehr als einmal dem Tod gegenübergestanden. Er hat ihn überlebt. Nun steht er wieder vor ihm, doch dieses Mal zusammen mit seinen Tieren. Geht das Drama schlecht aus, soll man keinen Schuldigen suchen – es hilft niemandem mehr.
http://www.nzz.ch/gesellschaft/aktuelle ... -ld.117013
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Verhaltensforscher Immanuel Birmelin

Beitragvon UliS » Fr 16. Sep 2016, 17:53

Verhaltensforscher Immanuel Birmelin

«Diese Raubtierhaltung hat Zukunft»

Interviewvon Daniele Muscionico 16.9.2016

Jeder Zoo, jeder Zirkus könne schlecht oder gut sein, sagt der das Verhaltensforscher Immanuel Birmelin. Ob sich Raubtiere darin wohlfühlten oder nicht, hänge von den konkreten Bedingungen ab.

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«Langeweile der Tiere in menschlicher Obhut ist ein grosses Problem»: Immanuel Birmelin. (Bild: Imago)

Herr Birmelin, Sie studieren Wildtiere seit über 20 Jahren in der Serengeti und in der Masai Mara. Sie haben grosse Zirkusnummern begleitet und Raubtiere in Zoos der ganzen Welt beobachtet. Wie beurteilen Sie die Haltung der Grosskatzen im Zoo von Herrn Strickler?

Die Tiere haben wohl weniger Platz als zum Beispiel im Zoo von Zürich. In freier Wildbahn gibt es keine Langeweile. Dort besteht ein harter Kampf, die Langeweile der Tiere in menschlicher Obhut ist ein grosses Problem. Durch den Mensch-Tier-Kontakt kann diese abgebaut werden oder ganz abgeschafft. Und genau das macht René Strickler. Er hat einen echten Kontakt zu seinen Tieren und kennt von jedem einzelnen die Persönlichkeit. Man hat ja in der Wissenschaft lange nicht in Betracht gezogen, dass Tiere individuelle Persönlichkeiten sind.

Obwohl das jeder weiss, der mit einem Haustier lebt . . .

Die Wissenschaft kann heute belegen, was ein Tierhalter längst gewusst hat. Sie werden lachen, aber man weiss, dass Insekten Persönlichkeit haben. René Strickler hat seine Tiere immer als Persönlichkeiten behandelt. In diesem Sinn kann er ihnen sehr viel bieten.

Wo finden die Tiere adäquatere Lebensumstände: im Tierpark in Subingen, in einem gut geführten Schweizer oder deutschen Zoo oder in einem Zirkus?

Jeder Zoo, jeder Zirkus kann schlecht oder gut sein, das hängt von den Bedingungen ab. Einerseits von den Pflegern, andererseits von der Grösse und Einrichtung des Geheges. Löwen im Zoo oder Zirkus zu halten, ist relativ leicht. Sie schlafen in der freien Wildbahn bis zu 20 Stunden.

Wie kann man feststellen, dass sich Tiere in der Gefangenschaft wohl fühlen?

Die Verhaltensforschung hat zwei Möglichkeiten: Sie beobachtet das Verhalten der Tiere, zum Beispiel das Sozialverhalten, Fressverhalten und so weiter. Sie notiert das akribisch und nimmt das mit Kameras auf, damit die Sache objektiv wird. Andererseits kann man heute in die innere Welt des Lebewesens vorstossen, indem man durch neue biochemische Methoden die Stresshormone messen kann. Wir haben Grosskatzen mit drei unterschiedlichen Lebensbedingungen beobachtet. Im Basler Zoo, beim Schweizer Jürg Jenny und im Circus Krone. Sie werden staunen: Das Verhaltensrepertoire der Tiere unterscheidet sich nur minimal. Es kam zum Beispiel heraus, dass sich die Tiere beim Circus Krone mehr bewegen als im Basler Zoo. Noch verblüffender allerdings ist: Wenn man die Daten mit jenen der Tiere in freier Wildbahn vergleicht, gibt es höchstens Abweichungen von zwei oder drei Prozent. Das ist auf den ersten Blick nicht augenfällig. Aber wenn man René Strickler mit seinen Tieren sieht, kann man es glauben. Mich macht es traurig, dass sich viele Tierschützer ein Urteil erlauben, ohne dass sie sich die Mühe gemacht haben, genau hinzusehen.

Heute kann man in die innere Welt des Lebewesens vorstossen, indem man die Stresshormone misst.

Kennen Sie Tierparks mit einer ähnlich intensiven Mensch-Tier-Beziehung?

Es gibt in England den Howletts Wild Animal Park und in der Schweiz den Zoo von Jürg Jenny.

Es ist also etwas Seltenes, was Strickler versucht.

Auf jeden Fall.

Ist es noch zeitgemäss?

Ich meine, dass diese Tierhaltung eine Zukunft hat. Wir entfernen uns immer mehr von den Tieren. Schlafende Raubkatzen sind für viele Menschen heute nicht attraktiv. Die tägliche Arbeit mit ihnen, an der die Besucher teilhaben können, so wie sie Strickler macht, ist interessanter. Wenn die Menschen im Circus Krone die Raubtiernummer von Martin Lacey sehen – er führt 26 Löwen vor –, gibt es Standing Ovations. Tausende Menschen sind vom Bild des Vertrauens berührt. Bei René Strickler war es ähnlich.

Als langjähriger Beobachter des Tierparks: Was ist falsch gelaufen?

Vieles! Strickler hat zum Beispiel oft Mitleid mit den Tieren gehabt und wollte sie aus schlechten Verhältnissen retten. Das passiert mir übrigens genauso. Vermutlich hat er sich dabei mit der Arbeit und mit den Kosten übernommen.

Schlafende Raubkatzen sind für viele Menschen nicht attraktiv. Die tägliche Arbeit mit ihnen ist interessanter.

Hat Herr Strickler die Verantwortung für seine Tiere vernachlässigt?

Auch das ist eine Frage der Persönlichkeit des Tierlehrers. Er hat insofern die Verantwortung vernachlässigt, als er zu wenig an die Zukunft gedacht hat und nicht damit rechnete, dass es so schwierig sein würde, das Geld aufzutreiben, um 18 Raubtieren einen Lebensabend zu gestalten.

Welches Szenario würde den Hauptbetroffenen, den Tieren, Leiden ersparen?

Es gibt zwei Seelen in meiner Brust. Einerseits der Tiermensch, anderseits muss der Rechtsstaat das Recht durchsetzen, da René Strickler nicht der Eigentümer des Grundstücks ist. In der heutigen Zeit ist es schwierig, Geldgeber zu finden, die Interesse an Raubtieren haben. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass sich Menschen, die sich in die Seele der Tiere hineindenken, oft als verrückt bezeichnet werden. Doch Strickler muss sich auch bereit erklären, manche Dinge einzusehen. Er kann nicht gegen die Welt leben. Das Tollste wäre natürlich, er würde einen der ganz reichen Schweizer finden, die es ja gibt, der ihm ermöglicht, seine Tiere zu retten.

Bei einer Parkschliessung und Zerstreuung der Gruppe würden die Tiere an gebrochenem Herzen sterben, sagt Strickler.

Das glaube ich nicht. Leider Gottes sind Tiere anpassungsfähig, genau wie Menschen. Sie wären unter anderen Bedingungen wohl weniger glücklich, aber das merkt keiner. Keiner ausser René Strickler.

Interview: Daniele Muscionico
Experte für Mensch-Tier-Beziehung

Der international anerkannte deutsche Verhaltensforscher und Buchautor Immanuel Birmelin lebt mit seiner Frau und zwei Bernhardinern in Freiburg i. Br. Zuletzt erschienen: «Macho oder Mimose», für eine intakte Mensch-Hund-Beziehung. Gräfe und Unzer.

http://www.nzz.ch/gesellschaft/aktuelle ... -ld.116998
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Re: Subingen - Raubtierpark wer rettet die Tiere

Beitragvon UliS » Fr 16. Sep 2016, 18:04

VIER PFOTEN
https://www.facebook.com/4PFOTEN/posts/ ... 3424363507

Was heute in der NZZ Neue Zürcher Zeitung: http://www.nzz.ch/gesellschaft/aktuelle ... -ld.117013 stand, hat uns also ziemlich erstaunt.

Folgender Satz war dort zu lesen: „Es gibt niemanden, nicht im Kanton Solothurn, nicht in der Schweiz, nicht in einem ausländischen Zoo, der Stricklers Raubkatzen unterbringen kann. Man müsste sie mit einer Todesspritze erlösen.“ Diese Aussage ist schlicht und einfach falsch!

Wir haben es schon dutzende Male gesagt und tun es gern auch noch einmal: Sollte es im Subinger Raubtierpark zu einer Zwangsräumung kommen und dadurch das Leben der Tiere bedroht sein, werden wir alles daran setzen, sie zu retten und ein artgemässes Zuhause auf Lebzeiten für sie zu finden. Solange wir von den Behörden oder dem Raubtierparkbesitzer nicht um Hilfe angefragt werden, sind uns die Hände gebunden, da es sich um ein gerichtliches Verfahren handelt. Erhalten wir eine offizielle Anfrage, helfen wir gerne.

Mehr Informationen zum Fall findet ihr hier: http://bit.ly/1YyKutz

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Regelmässige Updates

Update, 14. September 2016:

Das Ziel von René Strickler war es nach eigenen Aussagen in den letzten Monaten stets, einen Investor für den Kauf des gesamten Areals in Subingen zu finden. Damit sollte der Raubtierpark auf lange Zeit gesichert werden. Nun hat sich herausgestellt, dass dieses Vorhaben selbst bei einem Kauf nicht realisiert werden könnte. Denn der Solothurner Regierungsrat hat den Teilzonen- und Erschliessungsplan des Gebiets Fadacker in Subingen genehmigt. Das Land, worauf der Raubtierpark heute steht, wird in eine Wohn- und Arbeitszone umgewandelt. Zuvor handelte es sich um Industrie- und Gewerbeland. Die Lage wird damit immer aussichtsloser.

Weitere Informationen sind im Artikel des Grenchner Tagblatts zu finden.
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Re: Subingen - Raubtierpark wer rettet die Tiere

Beitragvon Ludmila » Fr 16. Sep 2016, 20:47

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Re: Subingen - Raubtierpark wer rettet die Tiere

Beitragvon UliS » Di 8. Nov 2016, 18:52

René Strickler hat einen Plan B
Strickler tigert jetzt zu den Vögeln

SUBIGEN SO - Laut Gerichtsbeschluss sollten René Strickler und sein Zoo eigentlich längst weg sein. Nun hat der Dresseur und Zoobesitzer aber einen Plan B ausgeheckt: Seine Raubtiere sollen in einen Vogelpark im Jura umziehen.


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René Strickler kämpft seit Jahren für seinen Raubtierparks in Subigen SO. Jetzt zügelt er vielleicht in den Jura. PETER KLAUNZER

Der Raubtierzoo von René Strickler (65) müsste eigentlich seit Mitte Juli geräumt sein (BLICK berichtete). Trotzdem sind die Tiere immer noch im Park in Subigen SO – rund zwanzig Tiger, Löwen, Bären, Pumas sowie mehrere Hunde, Ziegen und Schweine.

Schwierige Verhandlungen

Diese können nun neue Hoffnung schöpfen: Laut Medienmitteilung des Parks ist mittlerweile eine Gruppe Schweizer Investoren gefunden, die bereit sei, die Hälfte der insgesamt 50'000 Quadratmeter grossen Landparzelle zu erwerben. Damit wäre das Fortbestehen des Raubtierparks gesichert. Aber: Die Verhandlungen mit dem heutigen Besitzer seien nicht einfach. «Insbesondere gab es bis jetzt keine Zusage für den Teilkauf der Parzelle.»

Nach wie vor ist René Strickler der Meinung, dass «ein Verbleiben der Tiere in deren vertrauter Umgebung im Sinne des Tierschutzes die beste Lösung wäre». Um aber für alle Fälle gewappnet zu sein und weil er eine Zwangsräumung unter allen Umständen vermeiden will, hat er sich nun einen Plan B ausgedacht: Der gesamte Park soll umziehen.

Es seien verschiedene mögliche Schweizer Standorte in Betracht gezogen worden. «Insbesondere der Standort Siky Ranch im Berner Jura könnte eine gute Lösung sein, um allen Raubtieren zusammen mit René Strickler weiterhin eine gemeinsame Zukunft zu bieten», schreibt Werner Ballmer, Sprecher des Raubtierparks. Im Gegensatz zu anderen Standorten sei dort die Zonenfrage «zeitnah lösbar».

Auch Vogelpark in Geldsorgen

Beide Parteien könnten vom neuen Standort profitieren: Die Attraktivität des Raubvogel-Parks soll durch die Zuzüger gesteigert werden – und damit die

Damit wäre dem jahrelangen Hin und Her um den Tierpark in Subingen ein Ende gesetzt. Seit acht Jahren versucht die Immobiliengesellschaft Espace Real Estate, Strickler loszuwerden. Trotz rechtsgültiger Kündigung und richterlichen Räumungsbefehls bisher ohne Erfolg. (kra)
Publiziert am 03.11.2016
http://www.blick.ch/news/schweiz/rene-s ... 03209.html
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Re: Subingen - Raubtierpark wer rettet die Tiere

Beitragvon Ludmila » Di 8. Nov 2016, 21:16

Hoffentlich wird eine Lösung gefunden.
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