Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt ist tot

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Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt ist tot

Beitragvon UliS » Fr 27. Dez 2019, 17:19

Eisbär in Longyearbyen - Quelle
Publiziert am 27. Dezember 2019 von Rolf Stange

Spitz­ber­gen ist Eis­bä­ren­land, das war schon immer so und es ist auch in jün­ge­ren Jah­ren zu­neh­mend wie­der der Fall: Eis­bä­ren wur­den in den nor­we­gi­schen Ark­tis-Ge­bie­ten 1973 unter To­tal­schutz ge­stellt, so dass die davor in Sval­bard von Trap­pern auf in­dus­tri­ell-in­ten­si­vem Ni­veau be­trie­be­ne Jagd end­gül­tig auf­hör­te. War es in den 1970er bis in die 1990er Jahre noch recht un­üb­lich, tat­säch­lich einen der ver­blie­be­nen Eis­bä­ren zu sich­ten, er­holt sich die Po­pu­la­ti­on nun zu­se­hends wie­der, so dass Eis­bä­ren­sich­tun­gen auch an der West­küs­te in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit wie­der häu­fi­ger ge­wor­den sind.

Das ist auch in den Sied­lun­gen zu spü­ren: Alle Sied­lun­gen Spitz­ber­gens haben 2019 Eis­bä­ren in ihrer Um­ge­bung oder sogar im Sied­lungs­ge­biet ge­habt.

Nun hat Lon­gye­ar­by­en weih­nacht­li­chen Eis­bä­ren­be­such ge­habt. Und im Ge­gen­satz zu an­de­ren Be­su­chen war der Eis­bär die­ses Mal mit­ten im Orts­kern: Er (oder sie?) wurde am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag am frü­hen Mor­gen ge­se­hen, wie er ent­lang der Läden und Re­stau­rants durch die Fu­ß­gän­ger­zo­ne spa­zier­te!
Eisbär, Longyearbyen Zentrum

Bild
Eis­bär im Zen­trum von Lon­gye­ar­by­en, halb 7 in der Früh am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag. Foto © Marie Lørup Stenshøj.

Bald war der Sys­sel­man­nen (Po­li­zei) zur Stel­le und hat den Eis­bä­ren Rich­tung Lon­gyear­bre­en (Lon­gye­ar­glet­scher, süd­lich vom Ort ge­le­gen) aus dem Sied­lungs­ge­biet be­glei­tet. Mit dem Hub­schrau­ber wurde der Bär den Lon­gyear­bre­en hin­auf „ge­drückt“ und dann wei­ter nach Wes­ten be­glei­tet, Rich­tung Co­les­da­len.

Wie­der ein­mal zeigt der Vor­fall, dass es wich­tig ist, das Ri­si­ko einer Eis­bä­ren­be­geg­nung Ernst zu neh­men. Dies gilt in Spitz­ber­gen immer und über­all, aber umso mehr in der dunk­len Jah­res­zeit in den frü­hen Mor­gen­stun­den, wenn wenig Ver­kehr ist und Eis­bä­ren eben nicht immer un­be­dingt früh­zei­tig ent­deckt wer­den.
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt

Beitragvon Eva » Fr 27. Dez 2019, 20:56

Hihi, ein Eisbär zu Weihnachten! Schön, dass es friedlich ausging für Mensch und Tier!
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt

Beitragvon Anita » Sa 28. Dez 2019, 13:49

Eva, es gibt sie...Eisbären in Longyearbyen [biggrins]
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt

Beitragvon UliS » Sa 28. Dez 2019, 18:14

Der Eisbär kehrte am Samstagmorgen zurück. - Quelle

HILDE KRISTIN RØSVIK

Veröffentlicht: 28.12.2019 um 08:15 Uhr

Der Eisbär, der Freitagmorgen in der Innenstadt war, kehrte Samstagmorgen zurück. Es wird jetzt aus der Stadt gejagt. Der Gouverneur bittet die Menschen, darauf zu achten.

Bild

Dieses Foto wurde Freitagmorgen aufgenommen. Foto: Der Gouverneur von Spitzbergen

Am Samstagmorgen um sechs Uhr gab der Gouverneur eine Botschaft heraus, dass die Menschen vorsichtig sein sollten. Dann wollten die Leute des Gouverneurs es aus der Stadt jagen.

- Um fünf Uhr wurde der Bär im Haus gesichtet und ging von dort zur Schule hinunter. Der Bär wurde mit Gewehren, einem Wagen und einem Hubschrauber gegen den Gletscher gedrückt. Wir denken darüber nach, ihn wegzutragen. Es ist dunkel und nicht gut sichtbar, daher bitten wir die Menschen, vorsichtig und aufmerksam zu sein und sich von der Gegend vor dem Longyear-Gletscher fernzuhalten, sagt der Kommunikationsberater des Gouverneurs Terje Carlsen.

- War es eine Gefahr für Menschen? - In der Stadt ist es immer ein Risiko.

Nach einer Einschätzung des Gouverneurs haben sie festgestellt, dass der Bär nicht mehr mit dem Hubschrauber transportiert wird. Um 10 Uhr morgens teilt Carlsens Kommunikationsberater der Svalbard Post mit, dass sie jetzt versuchen, den Bären weiter nach Van Mijenfjorden zu drängen.

- Wir haben die Möglichkeit in Betracht gezogen, den Bären zu stehlen und ihn mit dem Hubschrauber in die Ferne zu tragen, aber es gibt in Longyearbyen zu Weihnachten nicht genug Fachwissen, um dies zu tun, sagt Kjerstin Askholt in einer Pressemitteilung auf der Website des Gouverneurs.

Der Gouverneur hat die Videos des Bären vor dem Eingang des Personals des Hauses aufgenommen.
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt kommz zurück

Beitragvon Ludmila » Sa 28. Dez 2019, 20:59

Hoffentlich geht der Bär weg.
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt kommt zurück

Beitragvon UliS » Mi 1. Jan 2020, 23:16

Der Gouverneur tötete den Eisbären - Quelle

Der Eisbär, der in den letzten Tagen mehrmals die Siedlung in Longyearbyen besucht hat, wurde umgebracht. Heute um 04:00 Uhr in Hanaskogdalen.
Veröffentlicht am 01.01.2020

Der Bär wurde in Adventdalen auf dem Weg zum IGP kurz vor der Siedlung Longyearbyen kurz nach Mitternacht Silvester gesichtet. Der Gouverneur zog mit der gesamten verfügbaren Besatzung aus und ließ den Bären gegen Revneset und Hanaskogdalen pressen.

- Der Eisbär wurde nicht aufgrund einer Notsituation getötet, aber in den letzten Tagen hat dieser Bär ein ganz besonderes Verhalten in Bezug auf das Ziehen in Richtung der Siedlung Longyearbyen gezeigt und stellt somit eine Gefahr für die Menschen in der Stadt dar, sagt Gouverneur Kjerstin Askholt.

- Wir haben viele Versuche unternommen, die Situation auf andere Weise zu lösen, als den Bären zu töten, aber ohne Erfolg und ohne dass der Bär so reagiert, wie wir es wollten. In einer Jahreszeit, in der es die ganze Nacht über dunkel ist, haben wir eine sehr schlechte Übersicht. Wir haben nicht die personellen Ressourcen, um die Bevölkerung 24 Stunden am Tag zu versorgen, betont der Gouverneur.

- Weil es nicht möglich war, es wegzutragen, trauen wir uns nicht mehr, das Risiko einzugehen, dass wir es geschafft haben, die Kontrolle darüber zu behalten. Also beschlossen wir endlich, den Bären zu töten. Wir haben diese Unterstützung sowohl in Bezug auf Vorschriften als auch im Einklang mit unseren eigenen Anweisungen für Eisbären “, sagt sie.

Der Eisbär wurde erstmals am Donnerstag, den 26. Dezember, um 05:00 Uhr im Stadtzentrum von Longyearbyen entdeckt. Der Gouverneur ist mit der gesamten verfügbaren Besatzung ausgezogen. Der Bär wurde dann im Laufe des Vormittags aus der Stadt auf den Longyear-Gletscher geschoben. Mit einem Hubschrauber wurde der Bär am Donnerstag weiter in Richtung Colesdalen geschoben.

Am frühen Morgen des 28. Dezember wurde der Eisbär erneut in Longyearbyen beobachtet. Es war in der Gegend um das Restaurant Huset. Der Gouverneur zog mit der gesamten verfügbaren Besatzung wieder aus und ließ den Eisbären mit Fahrzeug und Hubschrauber gegen den Longyear-Gletscher pressen. Der Plan war, den Eisbären bis nach Van Mijenfjorden, etwa vier Meilen von Longyearbyen entfernt, zu schieben.

Während des Vormittags wurde auch erwogen, den Bären zu betäuben und mit dem Hubschrauber weit vom Gebäude weg zu transportieren. Da es jedoch zu Weihnachten in Longyearbyen nicht genügend Eisbärenkenntnisse gab, war dies nicht realisierbar.

Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen musste das Pressen des Bären am Samstagnachmittag um 15 Uhr enden. Die letzte bekannte Position auf dem Eisbären befand sich im Herzen von Bjørndalen. Am frühen Morgen des folgenden Tages wurde der Bär von Leuten in einer Hütte am anderen Ende von Bjørndalen beobachtet. Es gab dann in der Nähe mehrere Hütten in der Umgebung. Der Gouverneur schickte einen Hubschrauber und das Serviceschiff Polarsyssel, um zu versuchen, es vom Meer aus zu orten.

Der Gouverneur hatte schließlich keine vollständige Kontrolle darüber, wo sich der Bär befand, und gab eine allgemeine Warnung an die Menschen heraus, sehr vorsichtig zu sein.

Der Bär erschien erneut in der Siedlung in Longyearbyen kurz vor Mitternacht an Silvester und war wahrscheinlich aus Revneset gekommen. Es war dann das vierte Mal in kurzer Zeit, dass sich der Bär innerhalb oder außerhalb der Siedlung in Longyearbyen befand.
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt ist tot

Beitragvon Eva » Do 2. Jan 2020, 11:17

[heul] [heul] [heul] was für ein Sch…- anfang von diesem Jahr. Egal wohin man sieht [Wut] [Wut] [Wut]
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt ist tot

Beitragvon Sonja » Do 2. Jan 2020, 17:15

Es ist wirklich ein trauriger Jahresanfang [heul] [heul] . Hier frage ich mich nur warum [heul] [heul] [Wut]
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt ist tot

Beitragvon UliS » Fr 3. Jan 2020, 13:17

Toter Eisbär Spitzbergen Longyearbyen: Eisbär von Behörden gnadenlos erschossen - Quelle

Ein Eisbär ist im Zentrum von Longyearbyen, der nördlichsten Stadt der Welt auf Spitzbergen, aufgetaucht. Nachdem er nicht vertrieben werden konnte und kein Tierarzt zur Betäubung vor Ort war, haben die Behörden das Tier an Neujahr erschossen.
02. Januar 2020, 18:45 Uhr•Longyearbyen
Von Dirk Hülser

In der nördlichsten Stadt der Welt, der 2700-Einwohner-Kommune Longyearbyen auf Spitzbergen, sind die Menschen Eisbären eigentlich gewohnt. Ohne Gewehr und Signalpistole verlässt niemand die Siedlung. Dass sich der König der Arktis allerdings mitten ins Stadtzentrum verirrt, kam in den vergangenen Jahrzehnten nie vor. Ein sieben Jahre alter, männlicher Bär ist nun gleich vier Mal in und außerhalb von Longyearbyen aufgetaucht. Dadurch wurde er für die Gouverneurin zu einem Problembären – das Tier wurde an Neujahr um vier Uhr morgens erschossen. Begründung: Es sei kein Tierarzt vor Ort gewesen, um den Bären zu betäuben, zudem habe es wegen der Feiertage nicht genug Personal gegeben, um Bärenwachen aufzustellen.

Für weltweite Aufregung hatte im Juli 2018 der Fall eines anderen Eisbären auf Spitzbergen gesorgt, der einen Tourguide eines deutschen Kreuzfahrtschiffes bedroht hatte und daraufhin erschossen wurde. Der Reederei brachte der Fall einen riesigen Shitstorm im Netz ein. Immer wieder werden die Raubtiere erschossen, wenn sie Menschen zu nahe kommen und sich nicht vertreiben lassen. Dass sich nun ein Bär bis nach downtown Longyearbyen vorgewagt hat, ist allerdings neu.

Nicht wegen einer Notsituation getötet

„Der Eisbär wurde nicht aufgrund einer Notsituation getötet“, aber da es ihn immer wieder in Richtung Longyearbyen zog, habe er eine Gefahr für die Menschen in der Stadt dargestellt, wird Gouverneurin Kjerstin Askholt in einer Pressemitteilung der norwegischen Verwaltung des Archipels, Sysselmannen, zitiert. Es seien „viele Versuche“ unternommen worden, das Tier zu vertreiben. Das größte Problem stellte laut Askholt die Polarnacht dar: Weil es von November bis Februar rund um die Uhr stockdunkel ist, sei es schwierig die Übersicht zu behalten, derzeit herrschen zudem Temperaturen von bis zu minus 20 Grad.

Es gebe auch nicht genügend personelle Ressourcen, um sich 24 Stunden am Tag um den Bären und den Schutz der Bevölkerung zu kümmern, stellte die Gouverneurin klar. Auch sei es nicht möglich gewesen, den Bären zu betäuben und mit dem Hubschrauber in ein entferntes Gebiet auszufliegen – an den Feiertagen war niemand mit den entsprechenden Fähigkeiten in Longyearbyen, erklärte Askholt.

Mit dem Hubschrauber vertrieben

Zum ersten Mal war das Tier am 26. Dezember um fünf Uhr morgens im Zentrum von Longyearbyen gesichtet worden. Insgesamt vier Mal war der Bär aufgetaucht und wurde immer wieder mit einem Hubschrauber vertrieben. Der Plan war, dass er über den Longyeargletscher auf eine Hochebene läuft und sich von dort in Richtung der menschenleeren Ostküste aufmacht. Doch der Eisbär hatte wohl eigene Pläne. Am Mitttwochmittag vermeldete der Sysselmannen dann kurz und knapp: „Der Eisbär wurde heute um vier Uhr im Hanaskogtal erschossen.“

Dies sorgte im Netz für teils harsche Reaktionen. In der Facebook-Gruppe, in der sich die Einwohner und regelmäßigen Besucher von Longyearbyen organisieren und austauschen, reichen die Kommentare von Empörung bis Zustimmung. „Bitte redet nicht von Spitzbergen als einer nachhaltigen Destination“, schreibt eine Frau aus Longyearbyen. Und weiter: „Es ist alles Fake. Einen Bär zu töten, obwohl keine Notsituation vorlag, ist einfach nicht akzeptabel.“ Ganz anders sieht das ein Mann aus der arktischen Siedlung: „Lob an Sysselmannen und alle anderen Beteiligten, die einen guten Job gemacht haben, um diesen neugierigen Teddybären aus der Stadt fernzuhalten. Sie haben eine schwere Entscheidung getroffen, aber er war entschlossen, wiederzukommen.“

Kritik vom Experten

Scharfe Kritik an den Behörden kommt vom norwegischen Eisbären-Experten und Buchautor Morten Jørgensen. Gegenüber der norwegischen Online-Zeitung „Barents Observer“ sagte er, dass ein „grundlegend anderer Ansatz“ erforderlich sei: „Das momentane Eisbärenmanagement auf Spitzbergen basiert auf Angst und Arroganz. Angst vor dem Bären anstelle von Verständnis und Respekt – und Arroganz, die in allen Aspekten des Benutzens von Waffen liegt.“
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Re: Longyearbyen - Eisbär in der Innenstadt ist tot

Beitragvon Anita » Fr 3. Jan 2020, 16:26

[Wut] [heul]
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