«Polarstern» wird für ein Jahr im Packeis fit gemacht

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«Polarstern» wird für ein Jahr im Packeis fit gemacht

Beitragvon UliS » Sa 12. Jan 2019, 16:52

Ein Jahr im Packeis:
Forschungsschiff friert in der Arktis ein
10. Januar 2019, Quelle: dpa - Quelle

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Der Eisbrecher "Polarstern". Archivfoto: AWI

Bremerhaven (dpa) - Markus Rex war schon oft in der Arktis - so oft, dass er die genaue Zahl der Reisen nicht benennen kann. Doch die Expedition, die den Klimaforscher im September zum Nordpol führen wird, ist einzigartig.

Zusammen mit einem internationalen Forscherteam wird er sich an Bord der «Polarstern» des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) im Eis einfrieren lassen. Ein Jahr wird das Forschungsschiff mit dem Eis treiben - ein Mammut-Projekt, das es in dieser Form noch nicht gab. «Ich habe schon viele Expeditionen mitgemacht, aber diese ist unvergleichlich», sagt Rex, der die Fahrt leitet.

Von Februar bis Juni ist die zentrale Arktis eigentlich unzugänglich, weil das Eis dann selbst für Eisbrecher zu dick ist. Die «Polarstern» soll vom Eis eingeschlossen ohne eigenen Antrieb über die Polkappe driften - nach dem Vorbild der Reise des Norwegers Fridtjof Nansen mit dem Segelschiff «Fram» vor rund 125 Jahren. Ziel des 120-Millionen-Euro-Projekts «Mosaic» ist es, den Klimawandel genauer zu verstehen. Die Arktis gilt als Frühwarnsystem für Klimaveränderungen, sie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von allen Erdregionen am stärksten erwärmt.

Im Unterschied zur «Fram» wird die «Polarstern» nicht auf sich allein gestellt sein. Sie wird auf den ersten und letzten Abschnitten von anderen Eisbrechern versorgt. «Wir brauchen frische Lebensmittel und Treibstoffnachschub», sagt Expeditionsleiter Rex. Die Schiffsschraube wird zwar die meiste Zeit stehen. Um die «Polarstern» mit Wärme und Strom zu versorgen, wird der Motor dennoch an sein.

Zunächst fährt das Schiff von Norwegen aus entlang der sibirischen Küste und dann polwärts ins Eis hinein. Am Ziel angekommen, hat das Team zwei Wochen Zeit, auf dem Eis ein Camp aufzubauen. An mehreren Stationen sollen Messungen im Meerwasser, im Eis und in der Atmosphäre vorgenommen werden. Während der Aufbauphase gibt es tagsüber gerade noch vier Stunden Dämmerlicht. «Das wird richtig hektisch. Ab der zweiten Oktoberhälfte wird es zappenduster», sagt Rex.

Die Polarnacht ist nur eine von vielen Herausforderungen, die es im Vorfeld zu bedenken gibt. Seit Monaten laufen beim AWI die Vorbereitungen auf Hochtouren. Auch Notfallpläne müssen erstellt werden, zum Beispiel für den Fall, dass das Packeis auseinanderbricht, während Wissenschaftler darauf stehen. «Dann gilt es: Erst die Menschen in Sicherheit bringen, danach das Equipment», sagt AWI-Ingenieurin Bjela König, die für die Gefährdungsbeurteilung zuständig ist.

Gefährlich könnten auch Eisbären werden. Damit die Forscher sicher auf dem Eis arbeiten können, werden bewaffnete Wachen eingesetzt. «Wir müssen genau klären, wie viele Teams gleichzeitig geschützt werden können», so König. Erschwert werde die Arbeit der Wachen von der Dunkelheit und vom nicht seltenen, dichten Nebel in der Arktis.

AWI-Eisspezialist Marcel Nicolaus ist derweil dabei, die Anordnung der Stationen auf dem Eis zu koordinieren. «Die Anzahl sprengt jede bisher bekannte Dimension von anderen Expeditionen», sagt der Physiker. Damit sich die Wissenschaftler nicht ins Gehege komme, müsse die Scholle genau aufgeteilt werden.

Ende 2019 will Rex zusammen mit anderen Wissenschaftlern und Crewmitgliedern mit dem Begleitschiff «Admiral Makarow» wieder nach Norwegen fahren, andere Forscher kommen dann neu an Bord. Alle Expeditionsteilnehmer bleiben nur zwei bis drei Monate am Stück. Auf weiteren Fahrtabschnitten im Jahr 2020 wird Rex wieder auf der «Polarstern» sein.

In der Zeit dazwischen soll auf dem dann dicken Packeis mit Pistenraupen eine Flugzeuglandbahn präpariert werden. Im April 2020 soll das erste Versorgungsflugzeug landen können, wenn es für Eisbrecher kein Durchkommen mehr durchs Packeis geben wird. Sollte es den Beteiligten nicht gelingen, eine stabile Landebahn zu präparieren, kommen Langstrecken-Hubschrauber zum Einsatz.

Ein Camp samt Landepiste anzulegen ist deshalb möglich, weil das Eis zusammen mit der «Polarstern» Richtung Süden driftet. «Unsere Umgebung reist mit uns mit», erklärt Expeditionsleiter Rex. Solange, bis im Juni 2020 wieder die Schmelzperiode beginnt. Dann wird die «Polarstern» zwischen Grönland und Spitzbergen wieder «ausgespuckt» - und die Auswertung der vielen gewonnen Daten kann beginnen.

Infos zum Mosaic-Projekt
Infografik zur Drift
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Wissenschaft aus 17 Nationen auf der "Polarstern"

Beitragvon UliS » Fr 5. Jul 2019, 10:28

Wissenschaftler gefangen im Eis für ein Jahr dauernden Arktis-Mission - Quelle
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Wissenschaftler gefangen im Eis für ein Jahr dauernden Arktis-mission Wissenschaftler aus 17 Nationen, darunter die Vereinigten Staaten, Russland und China bereiten sich auf eine einjährige mission auf der zentralen Arktis zur Untersuchung der Auswirkungen der Klimawandel auf dem Planeten eisigen Norden.

Missionsleiter Markus Rex sagte am Mittwoch, dass die Forscher planen, die zur Verankerung der deutschen Eisbrecher RV "Polarstern" zu einem großen floe, einrichten camp auf dem Eis, als das Meer friert um Sie herum und die Durchführung der versuche in der gesamten arktischen winter. Rex, einem atmosphärischen Wissenschaftler an den deutschen Alfred-Wegener-Institut, sagte Der Associated Press, die mission, die in Gang kommt, in dem fall ist beispiellos in Umfang und Ehrgeiz für eine Arktis-expedition. Er sagt, es zeigt, wie Wissenschaftler aus Ländern mit sehr unterschiedlichen Interessen zusammenarbeiten können, sich auf wichtige Forschung.
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„Polarstern“ wird für historische Expedition gerüstet

Beitragvon UliS » Fr 5. Jul 2019, 10:37

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Deutscher Eisbrecher „Polarstern“ wird für historische Expedition gerüstet
© Foto: Alfred Wegener Institute

03.07.2019 - Quelle

Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ war gerade erst auf einer Antarktis-Expedition. Nun soll es direkt weiter in die Arktis gehen, allerdings mit vorheriger Umrüstung.

Wie die dpa berichtet, soll die „Polarstern“ auf der Lloyd Werft in Bremerhaven für ein einzigartiges Mammut-Projekt vorbereitet werden. Sie soll ab September ein Jahr lang durch die Arktis treiben und wird dabei komplett vom Packeis umschlossen sein.

Ziel der Mosaic-Expedition ist es, die Folgen des Klimawandels genauer zu verstehen. Die Nachrüstung für das Projekt soll dabei bereits begonnen haben. Am Mittwoch wurde auf dem Bug des Eisbrechers ein zusätzlicher Kran montiert. „Mit ihm können wir Messinstrumente bis dicht über der Eisfläche runterlassen“, erklärte hierzu Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut (AWI). Er wird den ersten Fahrtabschnitt der Expedition leiten.

Zudem soll am Schiff ein geheizter Tunnel installiert werden, um Wasserproben und Messgeräte aus dem Ozean unbeschadet an Bord zu holen.
„Sie würden bei Außentemperaturen im Winter von bis zu minus 45 Grad sonst schockgefrieren“, sagte Rex.

ng/
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Re: AWI Forschungsschiff "Polarstern" friert in der Arktis e

Beitragvon Anita » Fr 5. Jul 2019, 11:48

Spannende Sache [ja]
Danke Uli [tschuess]
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«Polarstern» wird für ein Jahr im Packeis fit gemacht

Beitragvon UliS » Mo 8. Jul 2019, 16:42

«Polarstern» wird für ein Jahr im Packeis fit gemacht

7.7.2019 DPA/tjb - Quelle

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Dieser Bug soll ein Jahr lang dem Packeis in der Arktis widerstehen.
Bild: DPA/Mohssen Assanimoghaddam

Ein Jahr lang soll das deutsche Forschungsschiff «Polarstern» im Packeis durch die Arktis driften. Eine vergleichbare Expedition gab es bisher nicht. Nun wird das Schiff für die Extrembedingungen ausgerüstet.

Die «Polarstern» mit Heimathafen Bremerhaven zählt zu den leistungsfähigsten Forschungsschiffen der Welt. Mit seinem doppelwandigen Stahlrumpf kann es bis zu 1,5 Meter dickes Eis brechen. Aussentemperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius machen dem Schiff nichts aus. Doch für die am 20. September ab Tromsö in Norwegen beginnende Mosaic-Expedition wird das Schiff zurzeit auf der Lloyd Werft noch besser ausgerüstet.

Ein Jahr lang wird die «Polarstern» sich im Packeis der zentralen Arktis einfrieren lassen. «Eine vergleichbare Expedition hat es noch nie gegeben», sagt Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut, der die Forschungsreise leitet, bei einer Medieninformation an Bord des Schiffes.

Crew wird ausgewechselt

Von Februar bis Juni ist die zentrale Arktis eigentlich unzugänglich, weil das Eis dann selbst für Eisbrecher wie die «Polarstern» zu dick ist. Für Forscher ist es aber wichtig, dort auch im Winter Messungen vorzunehmen, um mehr über den Klimawandel zu erfahren. Deshalb wird das Schiff mit etwa 100 internationalen Wissenschaftlern und Besatzungsmitgliedern an Bord vom Eis eingeschlossen ohne eigenen Antrieb über die Polkappe driften – so wie es der Forscher Fridtjof Nansen vor 125 Jahren schon mit dem Segelschiff «Fram» vorgemacht hat. «Er hat uns gezeigt, dass das möglich ist», sagt Rex.

Anders als die «Fram» wird die «Polarstern» während der Expedition von anderen Eisbrechern und Flugzeugen versorgt. Auch werden Crew und Forscher alle paar Monate wechseln. Die «Polarstern» allerdings muss das ganze Jahr über zuverlässig Dienst leisten. Damit das klappt, wird sie zurzeit nicht nur regulär gewartet, sondern auch aufgerüstet, etwa mit einer neuen Tankheizung.

Auch ein geheizter Tunnel wird installiert, um Wasserproben und Messgeräte aus dem minus 1,5 bis minus 1,8 Grad kühlen Ozean unbeschadet an Bord zu holen. «Sie würden bei Aussentemperaturen im Winter von bis zu minus 45 Grad sonst schockgefrieren», erläutert Rex.

Gesucht: Stabile Eisscholle

Am Mittwoch wurde auf dem Bug des Schiffes zudem ein zusätzlicher Kran installiert. Der wird benötigt, um von dort aus Messinstrumente bis aufs Eis herunterzulassen. «Wir messen, wie viel Wärme aus dem Ozean durch Rinnen und Risse im Eis an die Atmosphäre abgegeben wird», sagt Rex. Die Ergebnisse sollen in Modelle zu Vorhersagen über den Klimawandel einfliessen. «Je nach Modell geht man davon aus, dass die Arktis bis Ende des Jahrhunderts 5 bis 15 Grad wärmer sein wird», betont Rex. Für konkrete Prognosen sei die Spanne bei den Berechnungen viel zu gross.

Grösste Herausforderung während der Expedition werde in den ersten Wochen sein, eine geeignete Eisscholle zu finden, an der die «Polarstern» andocken wird. Auf ihr wird ein Camp aus Messstationen und Zelten aufgebaut. Sie wird mit dem Schiff mitdriften. «Wir brauchen eine stabile Eisscholle mit einem Durchmesser von 1,5 Kilometern», sagt Rex. Da es wegen der Erderwärmung kaum noch altes Eis gebe, werde die Suche vermutlich länger dauern. «Das wird ein Wettlauf mit der Polarnacht. Ab 20. Oktober wird es durchgehend fast vollständig dunkel sein.» Bis dahin müsse die ganze Ausrüstung auf dem Eis sein.

Erst wenn das geschafft sei, werde er Zeit haben, die Arktis auch zu geniessen. «Das Licht ist dort jeden Tag anders. Das wird nie langweilig», betont Rex. Um die «Polarstern» jedenfalls braucht er sich keine Sorgen zu machen. Sie halte jeden Eisdruck aus. «Sie ist stabil genug», sagt der Expeditionsleiter.
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Re: «Polarstern» wird für ein Jahr im Packeis fit gemacht

Beitragvon Anita » Di 9. Jul 2019, 14:11

Wie gesagt, sehr spannende Sache.
Danke Uli [tschuess]
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