Bild&Geschichte - Das ewige Lied

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Bild&Geschichte - Das ewige Lied

Beitragvon UliS » Sa 24. Dez 2016, 18:32

Das ewige Lied
Warum kein anderes Stück die Welt so sehr bewegt wie „Stille Nacht, heilige Nacht“...

Die armen Kirchenmäuse sollen es gewesen sein. Weil sie nichts zu beißen hatten, nagten sie den Blasebalg der Orgel kaputt. Eine schöne Bescherung für Pfarrer Joseph Mohr: Kein brausender Orgelklang würde die knurrenden Mägen seiner Schäflein gnädig übertönen – ausgerechnet an Weihnachten, in jenem Hungerwinter 1818, im gottverlassenem Oberndorf an der Salzach. Eine schwere Zeit: Die Napoleonischen Kriege waren zu Ende gegangen, und Europa hatte auf dem Wiener Kongress eine Neuordnung erfahren.

Weil aber Musik zur Christmette gehört wie das Amen in der Kirche, schrieben der Pfarrer und der Organist über Nacht ein neues Stück für Chor und Gitarre. Ein Orgelbauer aus dem Zillertal, der Jahre später den Blasebalg flickte, fand eine Abschrift und gab sie als „Volkslied“ weiter – so die Legende von „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Was dann mit dem Lied geschah, ist Geschichte. Die beiden musikalischen Handwerkerfamilien Strasser und Rainer tragen es aus dem Zillertal in die Welt hinaus. Die Rainers singen es 1822 auf Schloss Fügen vor Kaiser Franz I. und Zar Alexander I. und 1839 sogar in New York vor der ausgebrannten Trinity Church; die Strassers sorgen damit in Leipzig für Furore, wo das Lied 1840 zum ersten Mal gedruckt wird. Preußenkönig Friedrich Wilhelm lässt im Jahr 1853 vor Begeisterung sogar nach den Verfassern forschen.

Wenn es damals schon GEMA-Gebühren für Urheberrechte gegeben hätte, wären sie steinreich geworden mit ihrem heiligen Hit: „Silent Night“ singt Bing Crosby 1945, „Shizukeki majonaka“ jubilieren die Japaner, und „Ebunuku obungowele“ klingt es bei den Zulus. Die ganze Welt singt in über 100 Sprachen das 190 Jahre alte Lied. Und alle Jahre wieder feiert Oberndorf mit einer Gedächtnismesse dessen „Väter“: als Komponisten den Dorflehrer und Organisten Franz Xaver Gruber und als Textdichter den Hilfspfarrer Joseph Mohr.

Der Münchner Regisseur Franz Xaver Bogner indess hat mittlerweile ein wenig an Grubers Ruhm gekratzt: „Der Gruber hat das Lied nur zu Papier gebracht, weil sein Freund Mohr keine Noten schreiben konnte“, glaubt der Mann nach monatelangem Quellenstudium.


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The eternal song
Why no other song touches the world as much as „Silent night, holy night“ …

The poor churchmouses should have been. Because they did not have anything to bite, they gnaw away and broke the bellows of the organ. A fine mess for Pastor Joseph Mohr: no more solemn sound of the organ would drown the growling stomachs of his sheep graciously -
of all things on Christmas, in the winter of starvation 1818, in the godforsaken Oberndorf at the Salzach. A difficult time: the Napoleonic Wars had ended, and Europe had experienced at the Congress of Vienna reorganization.

But because music belongs to the Christmas Mass like the Amen in the church, the pastor and the Organist wrote overnight a new song for chorus and guitar. An organ builder from the Zillertal, who years later fixed the bellows found a transcript and forwarded it as a “folksong” – so the legend of “Silent night, holy night”.

What than happened to the song is history. The two musically craftsman’s families Strasser and Rainer carried it from the Zillertal into the world. The Rainers were singing it 1822 at the castle of Fügen to Emperor Franz I. and Czar Alexander I. and 1830 even in New York in front of the burned out Trinity Church; the Strassers caused a furore with it in Leipzig, where the song in 1840 was printed for the very first time. King of Prussia Friedrich Wilhelm even had a research done in 1853 for the author.

If at that time already would have given GEMA-fees for copyrights, they would have become immensely rich with their holy hit: “Silent Night” Bing Crosby was singing 1945, „Shizukeki majonaka“the Japanese jubilate and „Ebunuku obungowele“it sounds at the Zulus. The whole world is singing in more than 100 languages this 190 year old song.

And every year again Oberndorf celebrates with a memorial mass its “fathers”: as a composer the village teacher and organist Franz Caver Gruber and as songwriter the curate Joseph Mohr.

Jahr 2008 Nr. 51
Übersetzung von Brit
UliS
 
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Re: Bild&Geschichte - Das ewige Lied

Beitragvon Ludmila » So 25. Dez 2016, 20:58

Schöne Geschichte, liebe Uli!
Ludmila
 
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