Folge der MOSAIC expedition

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Mi 27. Nov 2019, 18:14

Tag 69 Mittwoch 27. Nov. 2019 - 4.051km - Temperatur -29,7°C - Position N86°9 E117°44

Jens Grafe, Chefingenieur der Polarstern, im Maschinenraum: Am 4. Oktober 2019 haben wir die MOSAIC-Scholle erreicht und danach die Hauptmaschinen des Schiffes heruntergefahren. Seitdem bewegen wir uns ausschließlich mit der Drift der Eisbewegung.

Doch auch wenn nur noch zwei Hilfsdiesel laufen, gibt es in den Maschinenräumen immer was zu tun. Die Maschinenbesatzung ist für die Stromerzeugung, das Heizsystem und die Wasserversorgung der Polarstern zuständig. Zudem unterstützt sie die Logistik und Wissenschaft in technischen Belangen.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Mi 27. Nov 2019, 23:20

Forschungsexpedition - 26. November 2019 - Quelle

Student (25) verbrachte sechs Wochen in der Arktis

Der St. Galler ETH-Student Mauro Hermann verbrachte im Zuge einer Forschungsreise sechs Wochen in der Arktis. Nun ist für ihn umso mehr klar: «Wir müssen dem Klimawandel die Stirn bieten.»

«Ich hätte überhaupt nicht damit gerechnet und war total überrascht und glücklich, dass es geklappt hat», erzählt der 25-Jährige. Sechs Wochen durfte Mauro Hermann aus St. Gallen auf dem russischen Forschungsschiff «Akademik Fedorov» verbringen. Er konnte sich unter 250 Bewerbern beweisen und durfte mit 19 weiteren Studierenden bei der Forschungsexpedition der Mosaic School mitwirken. Ziel der Expedition ist es, die Arktis als Epizentrum der globalen Erwärmung so genau wie möglich zu betrachten und grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen, die für ein besseres Verständnis des globalen Klimawandels von entscheidender Bedeutung sind.

Die Forschungsexpedition dauert bis im September 2020. Ziel der MOSAiC-Expedition ist es, die Arktis als Epizentrum der globalen Erwärmung so genau wie möglich zu betrachten und grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen, die für ein besseres Verständnis des globalen Klimawandels von entscheidender Bedeutung sind. Hunderte von Forschern aus 20 Ländern beteiligen sich an diesem außergewöhnlichen Unterfangen.Die gesammelten Daten werden von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt genutzt, um die Klimaforschung auf ein völlig neues Niveau zu heben.

Im September begann die Reise in die Kälte. Insgesamt befanden sich auf dem Schiff 120 Teilnehmer, darunter Journalisten, Forscher, Lehrende und Lernende sowie 80 Crew-Mitglieder.

Abwechslungsreiches Programm

Langweilig sei es nie geworden. Neben Sport wie beispielsweise Crossfit, Yoga oder Fechten hätten sie vor allem viel gelernt: «Wir hatten zwei bis drei Vorlesungen pro Tag. Zudem konnten wir viel über den Klimawandel mit Forschern oder anderen Lernenden diskutieren», berichtet der ETH-Student.

Zudem durften sie dabei helfen, das Netzwerk auszubauen. Dazu gehörte zum Beispiel das Aufbauen von Forschungsgeräten. Dabei gab es strikte Regeln, wann man aufs Eis gehen durfte. «Wir wurden sehr gut integriert und fair zu den verschiedenen Aufgaben zugeteilt, sodass jeder alles machen konnte», schildert der St. Galler.

Der 25-jährige Mauro Hermann verbrachte sechs Wochen auf dem Begleitschiff des Hauptschiffs «Polarstern».
Einmal in der Woche konnte er via Mail Kontakt zu seiner Familie oder Freunden aufnehmen. Bild: Mario Hoppmann

22 Tonnen Essen in fünfeinhalb Wochen

Viermal täglich wurden sie von einer russischen Crew verköstigt. Entsprechend gab es sehr viel Fleisch, Fisch und Kartoffeln. Insgesamt 22 Tonnen Essen wurde in fünfeinhalb Wochen konsumiert. Auch wenn es immer sehr fein gewesen sei, sei er froh, dass er nun wieder selber kochen und weniger Fleisch essen könne. «Einmal gab es zum Zvieri Fisch und Herdöpfel, das war schon sehr ungewohnt», erzählt Hermann.

Auch geschlafen haben sie auf dem Schiff: «Am Anfang war es etwas speziell, ich habe das Schwanken und die Geräusche vom Eis aber als angenehm empfunden.» Zudem hätten die Kälte und die vielen Eindrücke so müde gemacht, dass Schlafen kein Problem gewesen sei. Einige seien aber seekrank geworden.

Biolumineszierende Bakterien

Sein eindrücklichstes Erlebnis der Reise war, als eines Abends das Eis um das Schiff von biolumineszierenden Bakterien beleuchtet wurde. «Alles leuchtete, man hätte stundenlang zusehen können», erinnert sich Herrmann.

Durch die Reise sei ihm auch wieder bewusst geworden, was für eine grosse Herausforderung der Klimawandel ist: «Auch wenn diese Expedition nicht die Lösung zum Klimawandel hervorbringen wird, waren wir Teilnehmer uns einig: Wir müssen die globale Klimaerwärmung so stark wie möglich begrenzen – jetzt.»
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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Do 28. Nov 2019, 18:30

Tag 70 Donnerstag 28. Nov. 2019 - 4.062km - Temperatur -22,9°C - Position N86°9 E116°20

Jeden Donnerstag und jeden Sonntag gibt es bei uns Eiergerichte zum Frühstück.

Die Küchencrew nimmt Bestellungen entgegen und bereitet gekochte Eier, Rührei, Spiegelei, Mexikanisches Omlett
oder was immer einem beliebt, zu.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon Anita » Fr 29. Nov 2019, 12:56

Danke Uli für die interessanten Updates [tschuess]
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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Fr 29. Nov 2019, 17:37

Tag 71 Freitag 29. Nov. 2019 - 4.080km - Temperatur -25,7°C - Position N86°6 E114°0

Die Meereisoberfläche und der aufliegende Schnee sind sehr abwechslungsreich. Damit diese Variationen auch mit Fernerkundungssensoren gemessen werden können, laden Gunnar Spreen, Stefan Hendricks und Oguz Demir jede Woche zwei Sensoren von ihrem festen Standort auf einen mobilen Schlitten und ziehen diesen über eine sogenannte Transektlinie.

Das sind Messpunkte entlang einer geraden Linie, auf der regelmäßig Eis und Schneedicken gemessen werden. Diese Messungen werden über den gesamten MOSAIC-Zeitraum durchgeführt und dienen dazu, die Beobachtungen von Eisdicke und Eiskonzentration zu verbessern und in Zukunft Messungen der Schneedicke auf dem Meereis zu ermöglichen.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Sa 30. Nov 2019, 18:32

Tag 72 Samstag 30. Nov. 2019 - 4.093km - Temperatur -28,4°C - Position N86°1 E112°48

Wie ist der Fischbestand unter der Eisdecke in einer Tiefe von etwa 300 bis 600 Metern?

Das zu erforschen, ist das Ziel vom EFICA-Projekt im Team ECO (Ökosystem-Team). Das Team möchte herausfinden, wie groß die Fischpopulation ist und welche ökologische Rolle der Fisch im Nahrungsnetz des zentralen Arktischen Ozeans hat.

Die Daten, die während der MOSAIC-Expedition gesammelt werden, sind folgende: hydroakustische Daten (Echosounder) für ein ganzes Jahr. Videoaufnahmen mit Unterwasserkameras in einer Tiefe von 375 Metern, Fischfang mit Angel (Longline) und Fischernetz sowie die Suche nach bioinformatischen Daten von Fisch-DNA in Wasserproben.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » So 1. Dez 2019, 18:31

Tag 73 Sonntag 01. Dez. 2019 - 4.104km - Temperatur -20,0°C - Position N85°56 E113°16

Ikka Matero (l) und David Wagner (r) haben Messungen des Schneeprofils gemacht, welche unter anderem Messungen mit dem SnowMicroPen beinhalten: Bei diesem Gerät fährt eine Spitze, die an eine Metallstange und einen Kraftsensor angebracht ist, vertikal nach unten in die Schneedecke. Von dessen Kraft-Signal können die Wissenschaftler wichtige Schneeparameter wie zum Beispiel die Dichte berechnen. Zu den Messungen gehört unter anderem auch die Nahinfrarot (NIR)-Fotografie des Schneemobils. Basierend auf den Bildern können sie anhand von Algorithmen damit auch Mikrostrukturparameter des Schnees bestimmen.

Die Wissenschaftler führten an diesem Tag auch Messungen des Schnee-Wasser-Äquivalents durch. Das Schnee-Wasser-Äquivalent ist die Höhe an Wasser in Millimeter über dem Boden (wie üblich in Niederschlagsdaten), die sich ergibt, wenn man den Schnee schmelzen würde, der auf dem Boden liegt.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Mo 2. Dez 2019, 18:48

Tag 74 Montag 2. Dez. 2019 - 4.113km - Temperatur -23,9°C - Position N85°56 E114°13

Auf unserer Expedition arbeiten wir an fünf verschiedenen Forschungsschwerpunkten. Heute erklären wir den Bereich „Ozean“.

Der Arktische Ozean ist kein isolierter Wasserkörper. MOSAIC erforscht, welche Strömungen und Verwirbelungen im Ozean Wärme in die Arktis und dort an die Oberfläche tragen, wie Ozean, Atmosphäre und Eis dort in Beziehung stehen und wie sie sich im Laufe eines ganzen Jahres gegenseitig beeinflussen.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Di 3. Dez 2019, 16:06

Tag 74 Dienstag 3.Dez. 2019 - 4.133km - Temperatur -16,2°C - Position N85°55 E114°5

Erster Advent auf der Polarstern!

Liebevoll hat unsere Crew die Messeräume mit Weihnachtdekorationen geschmückt. Es gab Kekse, Nüsse und Datteln! Wunderschön, dass bei uns an Bord ebenfalls der Geist der Weihnacht Einzug gehalten hat, auch wenn unsere Familien und Lieben so weit weg sind.

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Re: Folge der MOSAIC expedition

Beitragvon UliS » Di 3. Dez 2019, 23:38

MOSAIC: Arktische Expedition mit Schweizer Beteiligung - Quelle

300 Wissenschaftler aus 17 Nationen sind im Moment an einer grossen Forschungsexpedition - Diese soll Klimaveränderungen erforschen. Mit dabei ist auch Ruzica Dadic aus Heiligenschwändi. Auch sie wird bald aufbrechen ins ewige Eis der Arktis. Bevor sie aber geht, wollte neo1 von ihr noch mehr zu diesem Projekt, aber auch zu ihrer Person, wissen.

Ruzica Dadic kam erst mit 12 Jahren in die Schweiz, nach Heiligenschwändi. Ursprünglich ist sie aus Bosnien. Nach Abschluss der Schule ging sie schliesslich nach Zürich, um dort an der ETH Glaziologie zu studieren. Die Faszination für das Eis war also früh vorhanden. Von Grönland, über Seattle und jetzt Neuseeland, hat ihr Fachgebiet sie schon an die verschiedensten Orte der Welt gebracht. Das Atlantic Research Centre in Wellington, Neuseeland, wo sie jetzt wohnt und arbeitet, ist auch der Grund, wieso sie am MOSAIC-Projekt mitarbeiten wird.

Ziel der Expedition ist, herauszufinden, was mit dem Klima der Arktis passiert. Messungen dazu gäbe es noch sehr wenige. Diese Messungen seien aber zusätzlich wichtig, weil diese helfen würden, dass Klima auf der ganzen Welt besser zu verstehen. Die Messungen der nächsten 10 Monate werden dann in den nächsten Jahren ausgewertet.
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