Arved Fuchs Expedition - Ocean Change 2019

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Re: Arved Fuchs Expedition - Ocean Change 2019

Beitragvon UliS » Do 11. Jul 2019, 09:57

Arved Fuchs Expeditionen, 11.07.2019 - Quelle

Die "Dagmar Aaen" ist wieder unterwegs - nach dem Crewwechsel im isländischen Isafjördur quert der Haikutter gerade die berüchtigte Dänemarkstraße zwischen Island und Grönland. Ziel ist die grönländische Gemeinde Tasiilaq an der Ostküste der größten Insel der Welt.
Derzeit zeigt sich die Dänemarkstraße aber von ihrer ruhigen Seite ...

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11.07.2019 Ententeich im Sturmrevier

Wir sind unterwegs nach Westen. Nach dem Crewwechsel in Isafjördur segeln wir in der berüchtigten „Dänemarkstraße“ Richtung grönländische Ostküste. Das Seegebiet zwischen Island und Grönland ist bekannt für schlechtes Wetter. Ein Sturmtief nach dem anderen zieht durch den nur rund 300 Seemeilen breiten Seeraum zwischen grönländischer Ostküste und isländischer Westküste – wie durch eine Düse wird der Wind dort beschleunigt. Aber glücklicherweise nicht jetzt. Die See ist völlig ruhig. Unter Vollzeug gleiten wir langsam dahin. Arved kennt die „Dänemarkstraße“ aus vielen Durchquerungen. So ruhig hat er sie noch nie erlebt.

Auf der "Dagmar Aaen" hat sich die Bordroutine eingestellt. Lauren, Chiara und Jeremias gehen die 0-4 Wache, dann folgen Thomas, Jan und unser chilenischer Freund Pablo und die letzten im Zwölf-Stunden-Rhythmus sind Arved, Dirk und Matze in der 8-12 Wache. Kleine Reparaturen können erledigt werden. Es wird viel gelesen und zu jeder Mahlzeit gestaunt, welche Köstlichkeiten unser Koch Thomas wieder gezaubert hat. Einzig an den Temperaturen erkennt man, dass wir Richtung Grönland unterwegs sind. Die Wassertemperatur beträgt nur noch drei bis vier Grad und die Luft wird mit vier bis fünf Grad auch merklich kühler. Die ersten Eisberge haben wir auch schon passiert. Unser Ziel ist die Gemeinde Tasiilaq, die eine von nur zwei größeren Siedlungen an der grönländischen Ostküste. Dort wollen wir in einigen Tagen eintreffen und dann mit dem spannenden Expeditionsprogramm beginnen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Matze
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Re: Arved Fuchs Expedition - Ocean Change 2019

Beitragvon UliS » Fr 12. Jul 2019, 11:45

Arved Fuchs Expeditionen, 12.07.2019

In den Westfjorden Islands wurde das Schiff vor der Überfahrt nach Grönland noch mit Frischwasser aus den klaren Wasserfällen nahe der Küste versorgt.

Video: https://www.facebook.com/24824702852329 ... 313393456/ [staunen]
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Re: Arved Fuchs Expedition - Ocean Change 2019

Beitragvon UliS » Mo 15. Jul 2019, 11:23

Arved Fuchs Expeditionen 15.07.2019 - Quelle
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Nach dem Crewwechsel im isländischen Isafjördur ging es für die "Dagmar Aaen" durch die in diesem Jahr ungewohnt ruhige Dänemarkstraße an die Ostküste Grönlands. Am Wochenende erreichte die Mannschaft um Arved Fuchs schließlich das erste Ziel der diesjährigen Expedition: die kleine Gemeinde Tasiilaq.

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14.07.2019 Tasiilaq

Ganze fünf Tage waren wir auf See und jeden Moment sollte die Südküste Grönlands vor uns auftauchen. Dann jedoch ein holpriges Geräusch aus der Maschine und wir kehrten mit einem Schaden am Verstellpropeller um – ohne, dass ich die Küste von der ich so lange schon träumte zu Gesicht bekam, geschweige denn betreten konnte. Was folgte waren sieben weitere Tage auf See, mit wunderbarem Segelwetter, totaler Flaute und schwerem Sturm, nach denen wir das letzte Stück von einem Hafenschlepper an eine Pier auf Island geschleppt wurden. Diese Reise hatten wir alle uns ganz anders vorgestellt.

Dieses Jahr bekam ich also eine zweite Chance endlich nach Grönland zu gelangen. Als ich in Isafjördur an Bord ging waren mir (wie den meisten anderen auch) die Sturmtage des vergangenen Jahres noch lebhaft in Erinnerung geblieben und ich fragte mich, ob uns dieses Jahr in der berüchtigten Dänemarkstraße ähnliche Bedingungen erwarten würden. Die Wettervorhersage jedoch versprach etwas vollkommen anderes und bewahrheitete sich unserer Skepsis zum Trotz: vom Auslaufen bis zur Ankunft hatten wir eine ruhige See und wenig Wind. Dieses Jahr musste es also klappen.

Die ersten Eisberge sichteten wir nicht einmal auf halber Strecke zwischen Island und Grönland. Kaum konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt vorstellen, dass uns bis zu unserem Bestimmungsort noch etliche mehr – noch größere – begegnen sollten. War dieser erste Anblick bereits mehr als eindrucksvoll, bot der der grönländischen Küste ein durch und durch surreales Bild: An unserem dritten Seetag, als wir gerade unsere Mitternachtswache antraten, war sie steuerbords bereits zu sehen. Scharf zeichneten sich die schneebedeckten Gipfel der kantigen Berge gegen den rötlichen Sonnenuntergang ab; und vor dieser atemberaubenden Kulisse natürlich Eisberge. Die gesamte Wache über kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus, weil immer neue Eisberge auftauchten und mit zunehmendem Licht immer mehr Details der Küste erkennbar wurden. Auch sichteten wir mehrmals Buckelwale, die teilweise sehr dicht an das Schiff herankamen.

Während unserer Mittagswache gelangten wir schließlich an die Einfahrt des Fjordes, in dem unser Zielort Tasiilaq liegt. Jetzt, wo die Dagmar Aaen vor dieser kleinen an einem Hügel gelegenen Stadt mit ihren bunten Häusern in einer stillen Bucht, inmitten von Eisbergen vor Anker liegt, kommt es mir beinahe immer noch unwirklich vor, dass wir tatsächlich in Grönland sind. Ich schätze mich glücklich, dass es dennoch so ist.

Jeremias

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