Wetterstation "Schatzgräber" - bis ein Eisbär kam

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Wetterstation "Schatzgräber" - bis ein Eisbär kam

Beitragvon UliS » Fr 4. Nov 2016, 10:40

Wetterstation "Schatzgräber"
Für diese geheime Basis in der Arktis trainierte Hitler in Böhmen - dann kam ein Eisbär dazwischen

Mit großem Aufwand errichtete die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Wetterstationen in der Polarregion, für die die Meteorologen jahrelang trainieren mussten. Russische Forscher untersuchen jetzt die Ruinen. Sicher ist: In der Basis «Schatzgräber» spielte sich ein Drama ab. Schuld war das Fleisch eines erjagten Eisbären.

Ein Bild der Verwahrlosung bietet sich heute an dem Ort, an dem Hitlers Wetterstation „Schatzgräber“ einst in der Arktis stand. Messgeräte mit Hakenkreuzen sowie Tarnnetze und Kanister, aber auch rostige Handgranaten und Springminen liegen im Geröll der Insel Alexandraland. In der Basis «Schatzgräber» hätten die Soldaten wichtige Wetterdaten für die Wehrmacht gesammelt, sagt Polarforscher Jewgeni Jarmolow über die Station, über die bis jetzt noch recht wenig bekannt ist, außer dass sie aufgrund des Verzehrs von rohem Eisbärenfleisch evakuiert werden musste.

Denn Hitlers Mission endete 1944 in einem Fiasko. Den ganzen Winter über ernährten sich die Soldaten nämlich aus Konserven, zum Beispiel mit Sardinen aus Portugal. Um Abwechslung auf dem Speiseplan zu haben, töteten die Männer im Mai 1944 einen Eisbären und verzehrten sein Fleisch fast roh. Ein fataler Fehler. Fast das gesamte Team erkrankte an Trichinellose - einer Infektion, die Erbrechen sowie Durchfall und Fieberwahn verursacht. Das Ende der Basis, die sofort evakuiert werden musste.

Dabei hatten die Nazis die Expedition von langer Hand geplant. Bereits im Jahr 1942 errichteten die Nazis eine ähnliche Basis im böhmischen Teil des Riesengebirges auf 1400 Metern Höhe. Der Grund: Die Meteorologen der deutschen Marine hatten keinerlei Erfahrung mit polarem Klima. Historiker behaupten, dass die Marinetrupps im Gebirge bereits für die schwierigen Bedingungen in der Arktis trainieren sollten. Nach abgeschlossenen Vorbereitungen seien die Trupps dann mit einem geheimen U-Boot in die Arktis gebracht worden. Lange Zeit verlief die Expedition nach Plan – bis der Eisbär dazwischenkam. Nach Ende des Krieges verlor die „Schatzgräber“ ihren Nutzen. Erst im Jahr 1990 gelang es Forschern schließlich, die Minen um die bereits verfallene Basis zu entschärfen.

Quelle + Video: http://www.focus.de/panorama/videos/wet ... 53009.html
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