Eisbärenzwischenfall in Svalbard - update

Moderatoren: UliS, Jochen

Eisbärenzwischenfall in Svalbard - update

Beitragvon UliS » So 29. Jul 2018, 10:13

Kreuzfahrtschiff "MS Bremen" in der Arktis
Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied auf Spitzbergen

Kreuzfahrt-Passagiere zahlen Tausende Euro, um Eisbären zu beobachten. Nun geschieht auf einer solchen Arktis-Reise ein folgenschwerer Unfall.

Die Behörden warnen regelmäßig vor der Gefahr, die von Eisbären ausgeht.

Ein Eisbär hat auf Spitzbergen ein deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes "MS Bremen" angegriffen. Das Tier habe den Eisbärenwächter am Kopf verletzt, teilte der Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises mit. Der Mann sei am Samstag mit anderen Wächtern - aber ohne Touristen - an Land gegangen.

Zuvor hatte ein Sprecher des Rettungsdienstes von Nordnorwegen gesagt, zu der Attacke sei es gekommen, als eine Gruppe von Touristen in einem kleinen Boot auf einer Insel anlandete. Spitzbergen ist eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe.

Ole Jakob Malmo von der Polizei in Svalbard sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Hubschrauber habe den Verletzten ins Krankenhaus von Longyearbyen, den Hauptort der arktischen Inselgruppe, geflogen. Der Mann sei ansprechbar und außer Lebensgefahr, ergänzte Negar Etminan von Hapag-Lloyd Cruises. Andere Wächter hätten den Eisbären "aus Gründen der Notwehr" erschossen. "Weitere Crewmitglieder und Passagiere sind vom Vorfall nicht betroffen."

Der Polizeibeamte Malmo sagte, der Vorfall im nördlichsten Teil des Svalbard-Archipels werde untersucht. Der erschossene Bär solle in Longyearbyen obduziert werden. Die Behörden der Region warnen regelmäßig vor der Gefahr, die von Eisbären ausgeht. Im Jahr 2015 verletzte ein Polarbär einen Tschechen, der dort eine totale Sonnenfinsternis beobachten wollte. Die letzte tödliche Attacke eines Eisbären geschah 2011, als ein britischer Student ums Leben kam.

Die jeweils vier bis fünf Eisbärenwächter an Bord der Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises sollen dafür sorgen, dass Passagiere gefahrlos an Land gehen könnten, sagte Unternehmenssprecherin Etminan. Sie seien speziell ausgebildet und bewaffnet. Der Vorfall vom Samstag sei geschehen, als die Wächter eine Landstation zur Absicherung eines Landgangs einrichten wollten. Die Passagiere würden Eisbären aber nicht von Land, sondern von Bord des Schiffes beobachten.
UliS
 
Beiträge: 10553
Registriert: Fr 14. Dez 2012, 14:13
Wohnort: Krefeld

Re: Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied auf Spitzbergen

Beitragvon Anita » So 29. Jul 2018, 16:19

Die Gegend ist gefährlich....
Anita
 
Beiträge: 6589
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 15:56
Wohnort: München

Re: Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied auf Spitzbergen

Beitragvon Sonja » So 29. Jul 2018, 18:13

Ja das soll man schon vorsichtiger sein. Schade dass wieder ein Eisbär sterben musste
Sonja
 
Beiträge: 1469
Registriert: So 17. Mai 2015, 09:11
Wohnort: Luxemburg

Re: Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied auf Spitzbergen

Beitragvon Eva » So 29. Jul 2018, 19:44

Armer Bär! Was ich nicht kapiere: warum gehen die Eisbärenwächter an Land, wenn die Passagiere die Eisbären sowieso nur vom Schiff aus sehen sollen??????? Da war wohl eine "Eisbär-freie" Wanderung geplant, oder?
Eva
 
Beiträge: 3127
Registriert: So 15. Mär 2015, 18:53

Re: Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied auf Spitzbergen

Beitragvon Ludmila » So 29. Jul 2018, 20:31

Es tut mir auch um den Bär leid.
Ludmila
 
Beiträge: 6456
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 19:51

Re: Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied auf Spitzbergen

Beitragvon Brigli » Mo 30. Jul 2018, 18:43

Es ist sehr traurig und es ist richtig, dass ordentlich in den Medien geschimpft wird. Der Mensch macht wirklich viel kaputt, es ist traurig
Brigli
 
Beiträge: 1649
Registriert: Mo 17. Dez 2012, 09:43

Re: Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied auf Spitzbergen

Beitragvon UliS » Mo 30. Jul 2018, 20:03

Ich vermute schon, dass die Passagiere später an Land gehen sollten ... [denknach]
ich weiss nicht was der Plan war, aber sicher nicht Eisbären beobachten, denn die sieht man wirklich nur vom Schiff aus.
wenn man an Land einen Eisbären sieht, ist die Lage sehr ungünstig und dann ist es gut einen EisbärWächter in der Nähe zu haben.
UliS
 
Beiträge: 10553
Registriert: Fr 14. Dez 2012, 14:13
Wohnort: Krefeld

Re: Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied auf Spitzbergen

Beitragvon UliS » Mo 30. Jul 2018, 22:39

Eisbären-Angriff auf Phippsøya: Mann verletzt, Bär erschossen – erste Einzelheiten
Publiziert am 30. Juli 2018 von Rolf Stange

Wäh­rend die Me­di­en den Eis­bä­ren­an­griff vom Sams­tag auf der Phippsøya (Sjuøyane) welt­weit auf­grei­fen und die Dis­kus­si­on in den so­zia­len Me­di­en hoch geht, un­ter­sucht der Sys­sel­man­nen (Gou­ver­neur/Po­li­zei) den Fall vor Ort. Nun gab der Sys­sel­man­nen erste Ein­zel­hei­ten be­kannt, viele De­tails zum Ver­lauf des Vor­falls sind aber noch offen.

Um 08.30 Uhr ging eine Grup­pe von 12 Mit­ar­bei­tern der MS Bre­men auf der Phippsøya mit 2 Boo­ten an Land, um eine Lan­dung für die Pas­sa­gie­re vor­zu­be­rei­ten. Die Grup­pe wurde an Land von dem Eis­bä­ren an­ge­grif­fen. Der Bär ließ sich durch Rufe und Schüs­se mit Si­gnal­pis­to­len nicht ver­trei­ben und fügte einem 42 Jahre alten Mann deut­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit Ver­let­zun­gen am Kopf zu. Der Mann wurde noch am sel­ben Tag in Lon­gye­ar­by­en im Kran­ken­haus be­han­delt und wird noch in Tromsø im Kran­ken­haus be­ob­ach­tet, sein Zu­stand ist sta­bil.

Der Eis­bär wurde von 2 wei­te­ren Mit­ar­bei­tern der MS Bre­men er­schos­sen und spä­ter zur Un­ter­su­chung nach Lon­gye­ar­by­en ge­bracht.

Das sind die In­for­ma­tio­nen, die bis­lang er­hält­lich und of­fi­zi­ell be­stä­tigt sind. Bei allem, was dar­über hin­aus der­zeit öf­fent­lich dis­ku­tiert wird, han­delt es sich um Spe­ku­la­tio­nen.
Quelle: https://www.spitzbergen.de/2018/07/30/e ... eiten.html
UliS
 
Beiträge: 10553
Registriert: Fr 14. Dez 2012, 14:13
Wohnort: Krefeld

Re: Eisbär verletzt deutsches Crew-Mitglied - update

Beitragvon UliS » So 5. Aug 2018, 19:00

Bild

AECO-Erklärung zum Eisbärenzwischenfall in Svalbard - Quelle
30. Juli 2018

Am Samstag, den 28. Juli, wurde ein Eisbär in Svalbard erschossen, nachdem er die Eisbärenwache eines Kreuzfahrtschiffes angegriffen hatte. Die Wache erlitt leichte Verletzungen. Der Vorfall wird vom Gouverneur von Svalbard untersucht.

Svalbard, und die hohe Arktis im Allgemeinen, ist eine Region der Welt, in der sich Lebensräume für Wildtiere und menschliche Siedlungen überschneiden. So kommt es zu Begegnungen zwischen Eisbären und Menschen. Dank strenger Sicherheitsprotokolle und -vorschriften sind Eisbärenangriffe äußerst selten. Solche Angriffe treten jedoch manchmal auf und können tragische Folgen haben.

Expeditionskreuzfahrten sind Teil des Tourismus in Svalbard. Die meisten Expeditionskreuzfahrtunternehmen in Svalbard sind Mitglieder der Association of Arctic Expedition Cruise Operators (AECO). Der Betreiber des Eisbärenzwischenfalls an diesem Wochenende ist einer der wenigen Expeditionskreuzfahrtveranstalter in Svalbard, der nicht Mitglied der AECO ist, aber AECO würde dennoch die Gelegenheit nutzen, um zu unterstreichen, dass die Arktis-Expeditionskreuzfahrtindustrie die Sicherheit von Eisbären sehr ernst nimmt.

Aus Sicht von AECO ist es sehr traurig, wenn ein Zwischenfall zu Verletzungen und dem Tod eines Eisbären führt. AECO's Ziel ist es sicherzustellen, dass Expeditionskreuzfahrten und Tourismus in der Arktis unter größtmöglicher Berücksichtigung der empfindlichen, natürlichen Umwelt, der lokalen Kulturen und kulturellen Überreste sowie der anspruchsvollen Sicherheitsrisiken auf See und an Land durchgeführt werden. Die Sicherheit der Passagiere und die Sicherheit der arktischen Tierwelt sind für die Mitglieder der AECO unerlässlich.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in vielen arktischen Gebieten. Dies gilt auch für Svalbard, wo die norwegische Regierung auf den Tourismus als Entwicklungsgebiet hingewiesen hat. Ein ganzjähriger Land- und Sommertourismus bringt jedes Jahr mehr als 100 000 Besucher nach Svalbard.

Svalbard ist ein beliebtes und gut reguliertes Reiseziel, und Zwischenfälle mit der Kreuzfahrtindustrie sind selten. Der Expeditionskreuzfahrttourismus in Svalbard unterliegt strengen Vorschriften und wird vom Gouverneur von Svalbard streng überwacht. Gemäß Artikel 30 des Svalbard Umweltschutzgesetzes ist es verboten, Eisbären so zu locken, zu verfolgen oder auf andere Weise zu suchen, dass sie gestört werden oder Bären oder Menschen gefährdet werden. Der Gouverneur von Svalbard setzt dieses Gesetz durch und untersucht Vorfälle, bei denen Eisbären gestört sein könnten.

AECO hat mehrere Richtlinien und Standards eingeführt, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, um den sicheren und umweltfreundlichen Kreuzfahrttourismus weiter voranzutreiben. Die Mitglieder der AECO unterliegen einem strengen Störungsverbot, wenn es um Wildtiere geht. AECO hat verbindliche Richtlinien für Eisbären entwickelt, die detaillierte Anweisungen geben, wie man Begegnungen mit und Störungen von Bären vermeiden kann. In Übereinstimmung mit den AECO-Richtlinien für Eisbären sollten die Mitglieder von AECO stets Abstand halten und sicherstellen, dass Eisbären ungestört sind. Es ist auch erforderlich, einen Plan zu haben und bereit zu sein zu handeln, um Begegnungen zu vermeiden, indem man vorher Sicherheitsmaßnahmen durchführt. Vor der Durchführung von Landausflügen ist der Betreiber verpflichtet, das Gelände zu erkunden, zu erkunden und nach Eisbären Ausschau zu halten, bevor ein Passagier an Land kommt. Die Mitglieder müssen außerdem ein Eisbärenüberwachungssystem einrichten und sich an Orten aufhalten, an denen die Umgebung gut sichtbar ist.

AECO ist auch ein Forum für den Austausch und die Weiterentwicklung bewährter Verfahren zur Sicherheit von Eisbären durch Berichterstattung, Informationsaustausch, Mitgliedertreffen und Schulungen, einschließlich Konferenzen für Außendienstmitarbeiter und AECOs Online-Bewertung.

AECO wird weiterhin mit Regulierungsbehörden, Forschungseinrichtungen, lokalen Gemeinschaften und Umweltorganisationen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Richtlinien und bewährten Verfahren von AECO dazu beitragen, die höchstmöglichen Betriebsstandards für den arktischen Kreuzfahrttourismus festzulegen.

Für weitere Informationen und Presseanfragen wenden Sie sich bitte an uns:

Frigg Jørgensen
Geschäftsführer der AECO
E-Mail: frigg(a)aeco.no
Handy: +47 913 90 554

Edda Falk
Kommunikationsmanager von AECO
E-Mail: edda(a)aeco.no
UliS
 
Beiträge: 10553
Registriert: Fr 14. Dez 2012, 14:13
Wohnort: Krefeld

Re: Eisbärenzwischenfall in Svalbard - update

Beitragvon Anita » Mo 6. Aug 2018, 15:03

was soll ich dazu nun sagen [denknach]
Anita
 
Beiträge: 6589
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 15:56
Wohnort: München


Zurück zu Die Welt der Eisbären

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron