Melbourne - Silberrücken tötet Weibchen

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Melbourne - Silberrücken tötet Weibchen

Beitragvon AnkeB » Fr 29. Mai 2015, 10:15

Im Melbourne Zoo hat Silberrücken Otana das 33jährige Gorillaweibchen Julia angegriffen und so schwer verletzt, dass sie später an den Verletzungen starb.

Julia - Westlicher Flachland Gorilla im Zoo Melbourne
Bild
Quelle: http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... J0BEK0DMCI
http://www.noz.de/deutschland-welt/verm ... -melbourne

Unerwartetes Verhalten“

Gorilla-Männchen tötet Weibchen im Zoo von Melbourne

Im Zoo von Melbourne hat ein Gorilla-Männchen ein Weibchen der Gruppe vor den Augen von Schulkindern so misshandelt, dass das Tier am Wochenende verstarb. Der junge Silberrücken zeigte ein „unerwartetes und bisher nie vorgekommenes“ Verhalten.

Der riesenhafte „King Kong“, der Kinobesucher 1933 einst erzittern ließ, prägte jahrzehntelang das Bild der Gorillas. Doch die Menschenaffen sind eigentlich eher scheue und zurückhaltende Tiere, wie die amerikanische Forscherin Dian Fossey Jahre später herausfinden sollte. Umso mehr hat der Mord an der 33 Jahre alten Gorilla-Dame Julia Zoomitarbeiter im australischen Melbourne schockiert. Laut einer Pressemitteilung des lokalen Zoos wurde den Pflegern nach den Vorkommnissen psychologische Betreuung angeboten.

Gräueltat vor Kinderaugen

Der weibliche Gorilla war am Freitagmorgen von dem jungen Silberrücken mit Namen Otana angegriffen worden. Laut der australischen Nachrichtenwebseite News.com.au soll eine ganze Klasse Grundschulkinder Zeuge des Angriffs geworden sein. Die Schläge des Gorillas seien sehr laut gewesen, das untere Fell des Gorilla-Weibchens sei voller Blut gewesen und man habe eine offene Wunde sehen können, sagte die Mutter eines der Schulkinder. „Julia rannte weg, dann kam das Männchen hinterher, sprang auf sie und schlug sie wieder, es war furchterregend“, zitierte die Webseite Belinda Carroll. Die Kinder seien schockiert gewesen.

In Isolation gestorben

Der Zoo selbst gab dagegen bekannt, dass keine äußerlichen Verletzungen zu sehen gewesen seien. Die Zoowärter hätten aber bemerkt, dass Otana sich den gesamten Freitag über extrem aggressiv gegenüber dem Gorilla-Weibchen benommen habe. „Silberrücken machen ihre Dominanz deutlich, das gehört zu ihrem normalen Benehmen.“ Die Aggression gegenüber Julia sei dagegen ein „unerwartetes und bisher nie vorgekommenes“ Verhalten gewesen.

Freitagnacht schlief das verletzte Gorillaweibchen in einer beheizten Höhle im Freien und abseits der Gruppe. Am Samstag, als das Tier Zeichen von Unwohlsein zeigte, brachten Pfleger es ins Tierkrankenhaus des Zoos. Dort wurde das Ausmaß der Verletzungen erst deutlich. Julia hatte ein schweres Trauma und innere Verletzungen von dem Angriff des Silberrückens davon getragen und erlag am Sonntag ihren Verletzungen, obwohl Tierärzte bis tief in die Nacht an ihr arbeiteten.

Extreme Gewalt ist selten

Das Verhalten des männlichen Gorillas hat die australischen Tierpfleger schockiert. Es sei zwar durchaus normal, dass es zu Aggressionen zwischen Männchen und Weibchen komme, schrieben beispielsweise Experten der University of Wisconsin in einem Fachartikel über Gorillas. „Aber es ist selten intensiv oder führt zu ernsthaften Verletzungen.“

Andererseits ist bekannt, dass Menschenaffen, zu denen die Gorillas gehören, durchaus erbitterte Machtkämpfe führen. Schon in den 1970er Jahren dokumentierte die Schimpansenforscherin Jane Goodall Kindesmord, Kannibalismus und kriegsähnliche Kämpfe zwischen Schimpansengruppen in der Natur.

Familienstruktur gestört

Im Falle der Gorillas im Zoo handelte es sich jedoch nur um eine einzige Familiengruppe. Der Silberrücken Otana war zu dieser bereits 2013 gestoßen und dabei schrittweise an die Weibchen in der Gruppe gewöhnt worden. „Die soziale Dynamik schien gut zu funktionieren“, schrieb der Zoo in seiner Mitteilung. Trotzdem sei Otana mit seinen 13 Jahren noch ein unerfahrener Anführer gewesen. Vor dem Freitag habe Otana zwar immer wieder mal Aggressionen gegenüber Weibchen gezeigt, diese seien aber nie ernst gewesen und die Weibchen hätten mit dem unterwürfigen Verhalten reagiert, das ein Silberrücken erwarte.

Otana wurde nach dem aktuellen Vorfall von der Gruppe getrennt. Die Zoowärter konzentrieren sich derzeit auf die verbleibende Gruppe, deren soziale Struktur durch den Vorfall vollkommen verändert wurde.

Ich finde diese Nachricht verstörend und es tut mir sehr leid um Julia.
Ich verstehe nicht, dass man sie nicht sofort untersucht und behandelt hat.
Es gab Zeugenaussagen, die Schlimmes vermuten ließen.
:sad:
AnkeB
 
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Re: Melbourne - Silberrücken tötet Weibchen

Beitragvon Anita » Fr 29. Mai 2015, 15:51

Eine sehr traurige und schockierende Meldung.
Ich finde es auch sehr verwunderlich, dass man sich nicht gleich Julia gekümmert hat....
Anita
 
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Re: Melbourne - Silberrücken tötet Weibchen

Beitragvon Eva » Fr 29. Mai 2015, 20:33

Ich verstehe auch nicht, dass sich niemand sofort um Julia kümmerte. Wenn so viele Leuten einen Zwischenfall melden, sollte doch irgendwer reagieren!!!!!
Eva
 
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