Krefeld - Rückepferd "Norbert" für die Waldpflege

Moderatoren: UliS, Jochen

Krefeld - Rückepferd "Norbert" für die Waldpflege

Beitragvon UliS » Di 26. Apr 2016, 09:33

26. April 2016
Arbeit mit Rückepferden ersetzt Einsatz von schweren Maschinen
Rückepferd "Norbert" hilft jetzt bei der Waldpflege

Bild
Bürgermeisterin Gisela Klaer war beim ersten Einsatz von Rückepferd "Norbert" im Forstwald dabei. Im Hintergrund das zweite Rückepferd "Indigo". FOTO: Stadt

Krefeld. FORSTWALD (RP) Etwas nervös ist "Norbert" im Forstwald bei seinem ersten Einsatz, der auch gleich von einer Hand voll Menschen begutachtet wird. Norbert ist das neue Rückepferd der Krefelder Forstverwaltung, der Ersatz für den in die Jahre gekommenen "Joke" (14 Jahre). Der wurde zum Waldgut Schirmau in die Osteifel gebracht, um dort seinen verdienten Lebensabend zu verbringen.

Da aber rheinische Kaltblüter selten vollends aus der Haut fahren, braucht keiner der Zuschauer von Norberts Premiere wirklich Angst zu haben, dass dem vierjährigen Wallach "die Pferde durchgehen". Das ist auch Pferdeführer Jörg Plaaten zu verdanken, der das Rückepferd souverän und mit Kommandos wie "Ein", "Rum" und "Still" durch das Dickicht steuert. Er wird den gebürtigen Tönisberger im kommenden Jahr trainieren. Diese Trainingsphase hat "Indigo", Norberts Kollege, schon hinter sich. "Mit ihm haben wir auch bei Null angefangen. Nach einem halben Jahr sind erste Einsätze machbar, aber es dauert danach noch mehrere Monate, bis die Tiere vollwertig ihren Dienst verrichten können", berichtet Roman Dzulaj. Der besteht darin, mächtige Holzstämme mit einem Gewicht von rund 400 Kilogramm aus den 1000 Hektar kommunalen Walds Krefelds zu ziehen. Norberts und Indigos Schicht beginnt morgens zunächst mit leichten Stämmen und dauert bis zu sechs Stunden. Auch eine Mittagspause inklusive Heuballen-Snack gehört dazu. Von September bis April wird gearbeitet, in den anderen Monaten stehen die beiden in Inrath auf einem Hof oder auf der Weidefläche.

Die Arbeitsweise mit Rückepferden ist sehr bodenschonend, weil sie den Einsatz von schweren Maschinen und Traktoren ersetzt. "Das hat auch dazu beigetragen, dass die Stadt Krefeld seit nahezu 20 Jahren den Status der Naturwaldgemeinde hat, welcher ihr vom Naturschutzbund Deutschland verliehen wurde", sagt Stadtförster Arno Schönfeld-Simon, der sich über die Anschaffung von Norbert freut. "Damit wird eine Tradition von 30 Jahren fortgesetzt. Seitdem setzen wir Kaltblutpferde für das Rücken des Holzes ein."

Norbert wurde von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Krefeld, für 4760 Euro gekauft. Die Sparkassenstiftung Sport und Umwelt unterstützte die Anschaffung mit einem Zuschuss von 3400 Euro. Das Pferd bleibt im Eigentum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und wird der Stadt Krefeld für die Forstbewirtschaftung als Dauerleihgabe unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die laufenden Kosten von 300 Euro im Moment pro Pferd plus Hufbeschlag übernimmt die Stadt.
Quelle: RP
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kre ... -1.5931677
UliS
 
Beiträge: 9659
Registriert: Fr 14. Dez 2012, 14:13
Wohnort: Krefeld

Re: Krefeld - Rückepferd "Norbert" für die Waldpflege

Beitragvon UliS » Di 26. Apr 2016, 09:56

Das Rückpferd "Indigo" wurde 2009 in den Dienst gestellt ... für Max (16)


Neues Rückepferd: Indigo mit dem breiten Kreuz
5. Februar 2009

Von Chrismie Fehrmann

Seit Donnerstag ist ein neues Rückepferd im Dienst der Forstverwaltung. Es ersetzt Max (16).

Bild
Krefelds neues Rückepferd Indigo mit seinem Führer Roman Dzulaj.
Dirk Jochmann


Krefeld. Die Forstverwaltung im städtischen Fachbereich Grünflächen hat einen neuen Mitarbeiter. Er ist knapp vier Jahre alt, hat vier stramme Beine, ein breites Kreuz, viel Kraft und heißt "Indigo". Er ist der neue Kollege von "Jocke". Sie ist das, was "Indigo" erst noch werden muss: Ein gut ausgebildetes Rückepferd. Gestern wurde der belgische Fuchs vorgestellt, der von der Firma Siempelkamp gestiftet wurde.

"Es war gar nicht so einfach, einen Ersatz für den 16 Jahre alten Max zu finden, der seinen Ruhestand auf dem Mengelshof auf der Kempener Platte verbringt", sagt Stadtförster Arno Schönfeld-Simon. "Er muss die gleiche Wiederristhöhe haben wie die Stute." Denn beide Pferde müssen zusammen angeschirrt werden können, um in den Wäldern schweres Holz zum Sammel- oder Polterplatz zu bringen.

Holländisches Pferd lernt deutsche Kommandos

In Holland wurden die Mitarbeiter fündig. Dort entdeckten sie den in Belgien geborenen "Indigo". "In den nächsten ein bis zwei Jahren wird er von den Forstarbeitern Ernst Winkmann und Roman Dzulaj viel lernen. So zum Beispiel die Kommandos "ein" für links, "rum" für rechts, "hüh" für stehen bleiben und "hott" für vorwärts, bis alles in vertrauensvoller Arbeit zwischen Mensch und Tier von alleine geht. Gestern kaute "Indigo" zur Begrüßung genüsslich am Heu und knusperte ausnahmsweise einige Stückchen Zucker.

"Krefeld hat seit vielen Jahren das besondere Prädikat einer ,Naturwaldgemeinde’. Das ist mit bestimmten Voraussetzungen wie dem Einsatz von Rückepferden verbunden. Dieser Einsatz hat große Vorteile für den Wald", sagt Doris Törkel, die Leiterin des Fachbereichs Grünflächen. "Die vier strammen Hufe schonen den Waldboden, der so nicht unnötig verdichtet wird und seine ökologische Funktion bewahrt."

Indigos "Kraftstoff" besteht bei voller Leistung aus sechs bis acht Pfund Hafer, ebenso viel Kraftfutter und fünf Kilo Heu pro Tag. Dafür ist sein "Schadstoffausstoß" durchaus natürlich. Zudem kommt er - im Gegensatz zu einer "Holz-Erntemaschine" - überall hin und arbeitet vom Herbst bis zum Frühjahr geduldig sechs Stunden täglich. Im Sommer gibt es Ferien für "Indigo" und "Jocke".

Holzerloese

Krefeld hat 1000 Hektar Wald, die gepflegt sein wollen, damit ihre Erholungs-, Nutz- und Schutzfunktion erhalten bleibt. Das Holz aus den Krefelder Wäldern wird so teuer wie möglich verkauft. Es geht in die Region oder in die Niederlande. Entweder findet es in der Möbelindustrie Verwendung - es wird als Industrieholz in Spanplatten verwandelt - oder als Kaminholz verfeuert. Über den erzielten Gewinn freut sich der Stadtkämmerer.

Die Firma Siempelkamp ist mit dem Wald eng verbunden. "Unsere Kunden der holzverarbeitenden Industrie, für die wir die Maschinen liefern, leben von dem Rohstoff. Wald ist für uns ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit", erklärt Michael Siempelkamp, der betont, für eine nachhaltige Forstwirtschaft zu stehen.
http://www.wz.de/lokales/krefeld/wir-kr ... z-1.116468
UliS
 
Beiträge: 9659
Registriert: Fr 14. Dez 2012, 14:13
Wohnort: Krefeld

Re: Krefeld - Rückepferd "Norbert" für die Waldpflege

Beitragvon AnkeB » Di 26. Apr 2016, 10:30

Liebe Uli!
Es gefällt mir, dass in den Wäldern zunehmend wieder Rückepferde eingesetzt werden. [prima]
Den pensionierten Pferden Jocke und Max wünsche ich einen schönen Ruhestand und noch viele gute Jahre.

Mögen die neuen "Forstarbeiter" Indigo und Norbert immer: genug leckeren Hafer und Heu bekommen, ihre Pause nehmen können, gut behandelt werden und nie Überstunden machen müssen.
Dass sie die stinkenden "Holz-Erntemaschinen" im Wald ersetzen, ist Gold wert.

[tschuess]
Anke
AnkeB
 
Beiträge: 5638
Registriert: Mo 17. Dez 2012, 16:10


Zurück zu Naturschutz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast