Ölbohrungen in der Arktis auf dem Prüfstand

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Ölbohrungen in der Arktis auf dem Prüfstand

Beitragvon UliS » Di 15. Jan 2013, 23:20

11. Januar 2013
Ölbohrungen in der Arktis auf dem Prüfstand
Nachdem an Silvester die Ölplattform Kulluk des Energiekonzerns Shell vor der Küste Alaskas auf Grund gelaufen war, kündigte das US-Innenministerium jetzt eine Überprüfung der Ölbohrungen in der sensiblen Region an.

Seit bekannt wurde, dass der Energiekonzern Shell in der Arktis nach Öl bohren will, warnen Umweltschützer vor den Gefahren. In dem sensiblen Ökosystem könnte sich auch ein vergleichsweise kleiner Unfall zu einer Katastrophe ausweiten, weil eine Havarie in der unwirtlichen Region wenn überhaupt nur schwer zu beherrschen sei, so Greenpeace.

Offenbar beginnt nun auch die US-Regierung zu erkennen, welche Risiken mit Shells Vorrücken in das ewige Eis verbunden sind: Der amerikanische Innenminister Ken Salazar kündigte an, das Ölförderprojekt in der Arktis genauer unter die Lupe zu nehmen. Innerhalb der nächsten sechzig Tage werden die Sicherheitssysteme, die Verträge mit Partnern und die Einhaltung gesetzlicher Standards für die Öl- und Gassuche noch einmal überprüft.

Auslöser für das verstärkte Interesse des Innenministers an dem Vorhaben von Shell ist die Havarie der Ölplattform Kulluk, die an Silvester vor der Küste von Alaska auf Grund gelaufen war. Während der Überfahrt nach Seattle hatte sich die Kulluk in schwerer See von ihrem Schlepper losgerissen. Eine Katastrophe durch die rund 600.000 Liter Diesel, Schmier- und Hydrauliköle, die sich an Bord befanden, blieb glücklicherweise aus.

Dabei war die Kulluk noch nicht einmal zur Ölförderung ermächtigt – lediglich Oberflächenbohrungen waren erlaubt. Wäre es in Folge der Havarie zu einer Umweltverseuchung gekommen, „hätte Shell das Kunststück fertiggebracht, mit einer Bohrinsel einen Ölunfall zu verursachen, ohne nach Öl gebohrt zu haben“, kommentiert Greenpeace. Häme sei angesichts des Vorfalls aber wenig angebracht, da die Gefahr zu real sei, dass ein Unfall beim nächsten Mal nicht so glimpflich ablaufe, so die Umweltschützer.

KURT STUKENBERG

Quelle: http://www.greenpeace-magazin.de/aktuel ... ruefstand/
UliS
 
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