Wildpark Landsberg-Schilder sollen Schweine schützen

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Wildpark Landsberg-Schilder sollen Schweine schützen

Beitragvon Anita » Do 15. Feb 2018, 13:25

Schilder sollen Schweine schützen

Die Wildpark-Besucher werden sensibilisiert, damit das Virus keine Chance bekommt.
Was Wildschweine essen dürfen und was nicht.


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Was dürfen die Wildschweine essen und was nicht? Darüber geben jetzt Hinweisschilder im Wildpark Aufschluss.
Foto: Julian Leitenstorfer


Es ist viel los im Landsberger Wildpark. Vor allem die Wildschweine sind ein Publikumsmagnet und werden häufig von den Besuchern gefüttert. „Leider erfolgt die Fütterung oft nur sehr unsachgemäß, wodurch die Tiere krank werden können“, erklärt Revierförster Ulrich Metzger. Die größte Gefahr gehe momentan von der Afrikanischen Schweinepest aus.

Keine Nudeln
Um die Besucher des Wildparks zu diesem Thema zu sensibilisieren, wurden jetzt neue Hinweistafeln aufgestellt. Auf den Schildern wird erklärt, die Wildschweine nicht mit Lebensmittelresten, Nudeln (weder gekocht noch ungekocht), Fleisch- und Wurstprodukten oder Ähnlichem zu füttern. Sie dürfen aber weiterhin mit unbehandeltem Obst und Gemüse versorgt werden.

Dies diene vor allem der Vorbeugung. Die Afrikanische Schweinepest hat sich in den vergangenen Jahren in Polen, Lettland und Litauen ausgebreitet und ist vor einigen Monaten auch in Tschechien ausgebrochen – nur 300 Kilometer von der deutschen Staatsgrenze entfernt. „Die Ausbreitung erfolgt allerdings nicht nur von Tier zu Tier, sondern eben auch durch Lebensmittel“, beschreibt Dr. Michael Veith, Leiter des Veterinäramts Landsberg. Diese sogenannte Vektorenübertragung erfolge durch kontaminierte Fleischwaren wie Wurst oder Schinken, die an die Schweine verfüttert werden.

Produkte aus dem Baltikum
Es seien vor allem Produkte aus dem Baltikum betroffen, die nach Deutschland gebracht werden. „Da deutsche Autobahnraststätten eingezäunt sind, gelangten die Wildschweine bisher nicht an entsorgten Proviant von Reisenden“, führt er aus. Das Virus weise aber eine hohe Zähigkeit auf und könne längere Zeit außerhalb eines Wirts, sogar im Erdboden, überleben. Auf den Menschen oder auf Haustiere könne es aber nicht übertragen werden. Angesteckte Schweine sterben innerhalb weniger Tage.

Michael Siller, Leiter des städtisches Forstamtes, beschreibt weitere Hygienemaßnahmen, die im Wildpark zur Vorbeugung ergriffen werden: „Desinfektionswannen am Eingang zum Gehege, eine optimierte Futterlagerung und eine besondere Abfallentsorgung gewähren hohe Sicherheit.“

Nur eine Frage der Zeit
Die Ausbreitung der Schweinepest habe aber vor allem wirtschaftliche Folgen. „Sollte die Schweinepest in Deutschland ankommen, kann das katastrophale Schäden in Milliardenhöhe zur Folge haben“, so Veith. „Es findet keine Regionalisierung statt“, deswegen dürfte laut EU-Bestimmung in einem solchen Fall ganz Deutschland kein Schweinefleisch mehr exportieren. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind sich Experten aber sicher: Eine Einschleppung des Virus ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.
Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/lan ... 09901.html
Anita
 
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