Update: Bay. Nationalpark - 6 Wölfe ausgebrochen

Moderatoren: Jochen, UliS

Update: Bay. Nationalpark - 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Anita » Mo 9. Okt 2017, 16:18

Wölfe aus Gehege im Bayerischen Wald ausgebrochen
Sechs Wölfe sind aus einem Gehege im Nationalpark Bayerischer Wald entkommen. Eines der Tiere wurde von der Regionalbahn erfasst und getötet. Die anderen stellen wohl keine Gefahr für Menschen dar.

Bild
Mitarbeiter kontrollieren im Nationalpark Bayerischer Wald die Umzäunung eines Geheges.

Mehrere Wölfe sind aus einem Gehege im Bayerischen Wald ausgebrochen. Nach ersten Angaben der Nationalparkverwaltung wurden zunächst sechs der neun dort lebenden Wölfe vermisst.

Eines der Tiere wurde demnach von einer Regionalbahn erfasst und getötet. Nach den übrigen fünf Wölfen werde gesucht. Einige wurden zwischenzeitlich in freier Wildbahn gesichtet, konnten aber nicht eingefangen werden.

Eine Gefahr für Menschen bedeuten die Wölfe nach Auffassung von Fachleuten nicht. Dennoch wurde davor gewarnt, sich ihnen zu nähern oder sie zu fotografieren. Anwohner oder Besucher sollten auf keinen Fall Futter für sie deponieren. Das Gelände wurde für Besucher geschlossen und ein Krisenstab eingerichtet.

Wie die Tiere in der Nacht zum Freitag aus Gehege bei Lindberg nahe der Grenze zu Tschechien entkommen konnten, ist bisher unklar. Das Gelände ist mit hohen Zäunen gesichert. Eine Fremdeinwirkung werde nicht ausgeschlossen, hieß es. In dem Gehege lebte ein Wolfsrudel mit neun Tieren. Diese hätten ihr gesamtes Leben in menschlicher Obhut verbracht und seien in freier Wildbahn nicht lange überlebensfähig, teilte die Nationalparkverwaltung mit.

Bild
Absperrung im Nationalpark Bayerischer Wald

"Wir setzen mit höchstem Personaleinsatz alles daran, die Tiere wieder einzufangen", sagte der Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Franz Leibl. Rund 30 Personen durchstreiften in einzelnen Trupps das Gebiet, zunächst ohne Erfolg.

Als erste Maßnahme werde versucht, die Wölfe anzufüttern. So sollten sie wieder zurück ins Gehege gelockt werden. "Sollte das nicht gelingen, kommen Narkosegewehre zum Einsatz", sagte Leibl. Der Abschuss der Tiere sei erst das letzte Mittel.
Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/bayern-w ... 71614.html
Anita
 
Beiträge: 5551
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 15:56
Wohnort: München

Re: Bayerischer Nationalpark- 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Anita » Mo 9. Okt 2017, 16:21

Wölfe aus Nationalpark ausgebrochen - ein Tier erschossen

Bild

Im Bayerischen Wald entkommen sechs Wölfe durch ein geöffnetes Tor in die Freiheit. Zwei Tage später leben nur noch vier.

Sechs Wölfe sind aus einem Gehege im Nationalpark Bayerischer Wald ausgebüxt, vier von ihnen sind noch unterwegs. Nachdem einer bereits am Donnerstagabend von einem Zug überfahren worden war, ist nun ein zweites Tier gestorben: Es wurde erschossen. Nach mehreren gescheiterten Fang- und Betäubungsversuchen sei das Tier zwischen Zwieslerwaldhaus und Ludwigsthal getötet worden, teilte die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald in Grafenau mit. Zuvor sei es bereits am Samstag im Bereich Frauenau zu kritischen Situationen mit Menschen und einem Wolf gekommen.

Die sechs Tiere waren in der Nacht zum Freitag aus ihrem Gehege bei Lindberg (Landkreis Regen) entkommen, weil ein Tor offen stand. Ob es mutwillig geöffnet wurde, war zunächst unklar. Nach zwei Tagen erfolgloser Suche hatte die Nationalparkverwaltung beschlossen, die Tiere abschießen zu lassen, wenn sie sich nicht einfangen ließen.

"Wir können und werden hier zum Schutz der Menschen kein Risiko eingehen", sagte Nationalparkleiter Franz Leibl am Sonntag. Gehegewölfe seien in ihrem Verhalten nicht mit freilebenden Wölfen zu vergleichen. Sie zeigten gegenüber den Menschen wenig Scheu.

Der Nationalparkverwaltung zufolge wird ein Einfangen der noch verbliebenen vier Wölfe zunehmend unwahrscheinlicher. Diese bewegten sich zu zweit oder alleine auf einer Fläche von etwa 50 Quadratkilometern. Es seien über 30 Mitarbeiter in kleinen Teams sowohl mit Narkosegewehren als auch mit scharfer Munition bewaffnet im Gelände unterwegs.

In dem Gehege bei Lindberg hatte ein Wolfsrudel mit insgesamt neun Tieren gelebt. Sie hätten ihr gesamtes Leben in menschlicher Obhut verbracht und seien in freier Wildbahn nicht lange Zeit überlebensfähig, erklärte die Nationalparkverwaltung.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/bayer ... -1.3699685

Videos von entlaufenden Wölfen

https://www.youtube.com/watch?v=vEBWBeTMuxc

https://www.youtube.com/watch?v=-q0QQdWyTF8
Anita
 
Beiträge: 5551
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 15:56
Wohnort: München

Re: Bayerischer Nationalpark- 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Ludmila » Mo 9. Okt 2017, 16:38

Das ist eine traurige Geschichte. Es wäre schön, wenn man 4 Wölfe noch fangen könnte.
Ludmila
 
Beiträge: 5654
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 19:51

Re: Bayerischer Nationalpark- 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Eva » Di 10. Okt 2017, 09:47

Das hoffe ich auch! Die Menschen werden schnell hysterisch und schreien dann "Abschuss!"
Eva
 
Beiträge: 2532
Registriert: So 15. Mär 2015, 18:53

Re: Bayerischer Nationalpark- 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Anita » Di 10. Okt 2017, 14:28

Zweiter Wolf wurde erschossen
Von den sechs Wölfen, die am Freitag aus dem Freigelände bei Ludwigsthal entlaufen sind, sind jetzt nur noch drei Tiere am Leben. Heute Vormittag habe ein weiteres Tier getötet werden müssen.

Bild

Die Nationalparksverwaltung gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass "ein Einfangen in diesem Fall nicht möglich war".
Laut Jörg Müller, dem stellvertretenden Leiter der Natiionalparksverwaltung Bayerischer Wald, habe sich das Tier, welches im Raum Frauenau angetroffen wurde, zu schnell bewegt und war zu weit entfernt.
Narkosegewehre funktionieren bei Wölfen nur auf kürzere Distanzen.

Mittlerweile wurde zweifelsfrei bestätigt, dass es sich bei dem erlegten Tier um einen der Gehege-Wölfe handelt.

Bild

Suche wird intensiviert

Zwei der entlaufenen Wölfe wurden am 6. Oktober bei Lindberg gesichtet.

Die Suche nach den verbliebenen drei entlaufenen Wölfen läuft derweil unter Hochdruck weiter.
Die Bemühungen, die freigelassenen Tiere lebend zu fangen, wurden von Seiten der Nationalparkverwaltung
mit Hilfe der Nationalparks Šumava und Berchtesgaden noch einmal intensiviert.
"Wir haben jetzt noch mehr Lebendfallen im Einsatz", erklärt Müller.
Auch die Suchtrupps mit Narkosewaffen im Gelände wurden nochmals verstärkt.

Als letzte Option steht weiterhin aber auch ein Abschuss im Raum. Beim Aufeinandertreffen mit einem Wolf sollte man dem Tier gegenüber mit Respekt begegnen. Man sollte nicht weglaufen, sondern sich langsam zurückziehen, so die Nationalparkverwaltung.

Nur noch drei Wölfe unterwegs
Von den ehemals sechs Wölfen sind demnach nur noch drei Wölfe im Bayerischen Wald unterwegs. Unmittelbar nach dem Ausbruch der Tiere war einer der Wölfe von einer Regionalbahn erfasst und getötet worden. Ein weiterer Wolf wurde dann am Sonntag abgeschossen. Die sechs Wölfe waren in der Nacht zum Freitag aus ihrem Gehege bei Lindberg entkommen, weil das Tor offen stand.
Unbekannte Täter sollen das Gehege geöffnet haben, wie die Polizei mitteilte.
Quelle: http://www.br.de/nachrichten/niederbaye ... d-100.html
Anita
 
Beiträge: 5551
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 15:56
Wohnort: München

Re: Update: Bay. Nationalpark - 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Ludmila » Di 10. Okt 2017, 14:37

Traurige Nachrichten.
Ludmila
 
Beiträge: 5654
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 19:51

Re: Update: Bay. Nationalpark - 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Ludmila » Di 17. Okt 2017, 12:57

Erschossen: dritter Wolf ist tot

http://www.idowa.de/inhalt.ludwigsthal-frauenau-erschossen-dritter-wolf-ist-tot.8a8056a7-275e-470a-905c-d29800cb3951.html

Bild

„Leider müssen wir mitteilen, dass ein weiterer der vormals sechs aus dem Tier-Freigelände bei Ludwigsthal entlaufenen Wölfe geschossen werden musste“, berichtet Jörg Müller, stellvertretender Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald in einer Pressemitteilung. „Wir unternehmen weiterhin alles um der Tiere lebend habhaft zu werden. Wir bedauern, dass ein Einfangen in diesem Fall nicht möglich war.“

Dafür habe sich das Tier, welches im Raum Frauenau angetroffen wurde, zu schnell bewegt und war zu weit entfernt. Narkosegewehre würden bei Wölfen nur auf kürzere Distanzen wirksam sein. Mittlerweile sei zweifelsfrei bestätigt worden, dass es sich bei dem erlegten Tier um einen der Gehege-Wölfe handele.

Die Suche nach den verbliebenen drei entlaufenen Wölfen laufe derweil unter Hochdruck weiter. Die Bemühungen, die wohl mutwillig von Dritten freigelassenen Tiere lebend zu fangen, würden von Seiten der Nationalparkverwaltung mit Hilfe der Nationalparks Šumava und Berchtesgaden noch einmal intensiviert. „Wir haben jetzt noch mehr Lebendfallen im Einsatz“, erklärt Müller. Auch die Suchtrupps mit Narkosewaffen im Gelände seien nochmals verstärkt worden. Als letzte Option stehe weiterhin aber auch ein Abschuss im Raum.

Beim Aufeinandertreffen mit einem Wolf solle man dem Tier gegenüber mit Respekt begegnen. Man sollte nicht weglaufen, sondern sich langsam zurückziehen. Sollte einem ein Wolf trotzdem zu nahe kommen, solle man auf sich aufmerksam machen, laut sprechen, gestikulieren oder sich anderweitig bemerkbar machen. Hunde sollten in jedem Fall angeleint sein. Dem Wolf sollte man weder nachlaufen, noch Futter anbieten oder Fotos machen wollen, raten die Fachleute.

Aufgrund der aktuellen Lage geben die Experten vom Nationalpark Bayerischer Wald auch noch Antwort auf Fragen.


Warum ist ein schneller Zugriff erforderlich?

Umgehendes Handeln ist deshalb zwingend erforderlich, …. •

um Konflikte mit Menschen zu vermeiden.
weil die Gehege-Wölfe je nach körperlicher Verfassung mit zunehmender Dauer in Freiheit durchaus lernen können zu überleben und effektiv zu jagen. Die Tiere verlernen aber nicht, dass der Mensch mit Nahrung verbunden ist. In Ortsnähe, wo sie nach menschlichen Abfällen suchen, oder an Wildfütterungen, wo leichte Beute zu finden ist, könnte es dabei etwa zu einer für den Menschen gefährlichen Beuteverteidigung kommen. Die Wahrscheinlichkeit für derartige Verhaltensmuster ist bei Gehege-Wölfen signifikant höher als bei wilden Wölfen.
weil man verhindern muss, dass sich die Gehege-Wölfe mit den wilden freilebenden Wölfen vermischen und unerwünschte Verhaltensweise, wie die fehlende Vorsicht vor dem Menschen, weitergeben. Nicht alle entlaufenen männlichen Tiere sind kastriert.
weil es angesichts der derzeitigen bayernweiten Diskussion über die Rückkehr der wilden Wölfe gilt, mögliche Konfliktsituationen zu vermeiden, um den wilden Wölfen ein Leben in unseren Wäldern nicht von vornherein unmöglich zu machen. Im Nationalparkgebiet gibt es bereits ein wild lebendes Rudel.

Was ist der Unterschied zwischen den wilden Wölfen und den Gehege-Wölfen?

Wilde Wölfe zeigen eine natürliche Vorsicht vor Menschen und meiden sie. Gehege-Wölfe dagegen sind Menschen gewohnt und zeigen weniger Fluchtverhalten. Gehege-Wölfe vergessen nicht die Verbindung zwischen Mensch und Futter, sie haben den Kontakt mit Menschen gelernt und zeigen kaum natürliche Zurückhaltung. Daher kann es im Vergleich zu wilden Wölfen viel wahrscheinlicher zu Konfliktsituationen kommen, etwa wenn Beute verteidigt wird.
Welche Schwierigkeiten gibt’s beim Einsatz von Narkosegewehren?

Ein mit Druckluft betriebenes Betäubungsgewehr funktioniert prinzipiell zwar auf größere Distanzen. Dafür muss jedoch ein hoher Druck gewählt werden, wodurch die getroffenen Tiere schwer verletzen werden könnten. Zuverlässig treffen solche Waffen bei Wölfen, die über ein schnelles Reaktionsvermögen und eine geringe Körpergröße verfügen, nur auf etwa 20 bis 30 Meter Entfernung. Selbst geringste Windgeschwindigkeiten beeinflussen die Geschosse signifikant in der Flugbahn. Mit dem Abschuss des Pfeils ist darüber hinaus ein Geräusch verbunden, auf welches das beschossene Tier reagiert und je nach Distanz dem Pfeil somit ausweichen kann. Würde man den Druck beim Schuss erhöhen, um den Pfeil zu beschleunigen, könnte der Pfeil abprallen oder die Wirkung des Narkosemittels könnte durch einen zu starken Aufprall vermindert werden, im Extremfall kann es zu schweren Verletzungen des beschossenen Tiers kommen. Aufgrund der Lernfähigkeit der Wölfe werden diese zudem bei jedem missglückten Betäubungsversuch misstrauischer, so dass ein schneller Erfolg unabdingbar ist. Um Narkosegewehre überhaupt einsetzen zu können, bedarf es einer speziellen Schulung und fundierter veterinärmedizinischer Kenntnisse. Schließlich muss die Betäubungsdosis richtig gewählt werden, um effektiv zu sein. Ist sie zu stark, stirbt das Tier. Der Einsatz ist also sehr schwierig. Im Vergleich dazu ist ein Treffer mit scharfer Munition auch auf Entfernungen von 100 bis 150 Metern noch relativ gut durchführbar.
Ludmila
 
Beiträge: 5654
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 19:51

Re: Update: Bay. Nationalpark - 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Ludmila » Di 17. Okt 2017, 13:00

Nationalpark nach Schüssen im Fadenkreuz

http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/nationalpark-nach-schuessen-im-fadenkreuz-21705-art1571364.html

Bild

Grafenau.Nach dem Ausbruch von sechs Wölfen aus einem Gehege im Nationalpark Bayerischer Wald in der vergangenen Woche sieht sich die Nationalparkverwaltung massiver Kritik ausgesetzt. Hintergrund ist der Schießbefehl, der nach einer erfolglosen Suche zwei Tage später erlassen wurde. Daraufhin wurde ein Wolf bereits am Sonntag erlegt, ein zweiter gestern Vormittag, ein weiterer wurde von einer Regionalbahn erfasst und getötet. Die Wölfe könnten dem Menschen gefährlich werden, weil sie wenig Scheu zeigten, meinte Jörg Müller, stellvertretender Chef des Nationalparks gestern gegenüber der Mittelbayerischen. Zudem seien sie in freien Wildbahn nicht lange überlebensfähig und suchten sich „menschliche Futterquellen“ wie etwa Haustiere oder Müllplätze.

Bild

Deutsche Wildtier- und Wolfsexperten quittieren diese Aussagen Müllers mit Kopfschütteln. Ulrich Wotschikowsky aus Oberammergau etwa rät zu mehr Gelassenheit im Umgang mit den entlaufenen Wölfen. Der Wildbiologe, der selbst vier Jahre lang im Nationalpark für das Wildtier-Management zuständig war, sagte unserem Medienhaus: „Die Wölfe schauen die Menschen vielleicht neugierig an, weil sie das von ihrem Gehege gewöhnt sind, und werden schließlich davonrennen. Näher kommen werden sie jedenfalls nicht, und ein Angriff ist undenkbar.“ Eine Begegnung zwischen Gehege-Wolf und Mensch würde nach seiner Einschätzung „völlig unspektakulär verlaufen“.

Tiere nicht artgerecht gehalten

Wotschikowsky begründet seine Annahme damit, dass Gehege-Wölfe den Menschen zwar kennen würden, aber nicht an ihn gewöhnt seien. „Der Mensch wird von ihnen nicht als Futterquelle angesehen“, sagt er. Außerdem handle es sich bei den entkommenen Tieren um „naive, unerfahrene Wölfe“, die eine „erhebliche Toleranz gegenüber Menschen“ hätten. Sie hätten sie jeden Tag gesehen und keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht, würden sich also wohl eher neutral verhalten.

Ähnlich argumentiert Umweltpädagoge Jan F. Turner, der für die TU München als Referent für Marketing und Kommunikation arbeitet, und in seiner Freizeit für den Nationalpark als Waldführer tätig war – bis vor wenigen Tagen. Mit dem Abschuss des ersten Wolfs hat er seinen Freiwilligen-Dienst quittiert. „Ich bin kein Wolfsexperte“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber das Wolf-Management des Nationalparks sei immer schwierig gewesen, trotz einer großen Auslaufzone seien die Tiere nicht artgerecht gehalten worden. Mit dem Ausbruch der Wölfe und dem Schießbefehl sei die Situation dann eskaliert. Dem Nationalpark gehe es nicht um die Tiere, er reagiere damit vielmehr auf die politische Forderung nach der bundesweiten Freigabe des Abschusses von Wölfen.
Von einem Risiko für den Menschen durch die streunenden Wölfe zu sprechen, hält Turner für völlig verfehlt. Nach seinen Worten gibt es in Deutschland keinen einzigen Präzedenzfall, nie habe es einen schweren Zusammenstoß zwischen Mensch und Wolf gegeben. Außerdem weist der Tierschützer darauf hin, dass es sich beim Wolf um eine geschützte Art handle.

Diskrepanzen in den Aussagen der Verantwortlichen des Nationalparks hat auch Brigitte Sommer vom Verein Wolfsschutz Deutschland e. V. ausgemacht. Zum einen heiße es, die Gehege-Wölfe hätten ihre Scheu vor dem Menschen verloren, zum anderen werde darauf verwiesen, dass Betäubungsgewehre deshalb nicht eingesetzt werden könnten, weil man sich den Wölfen nicht hinreichend nähern könne.

Betäubungsspezialist Heino Krannich aus dem niedersächsischen Wittingen, der 2008 den in Osnabrück entkommenen Wolf Roy einfing, kennt jedenfalls viele andere Techniken, um Wölfe einzufangen. Fallen oder trassierte Korridore zum Beispiel. Bei der Wolfsjagd müsse man denken wie ein Wolf, sagt er. Krannich setze gerne einen seiner Hunde als Köder ein, der von den Wölfen als degenerierter Artgenosse angesehen werde. Den würden sie sich gerne aus der Nähe anschauen wollen. „Und dann – peng! – trifft der Pfeil aus dem Blasrohr!“
Alles Theorie, sagt Jörg Müller dazu. „Wir haben es mit dichtem Wald und uneinsehbarem Unterwuchs zu tun“, so der stellvertretende Nationalpark-Chef. Außerdem müssen wir vor Ort den Kopf hinhalten, wenn etwas passiert.
Ludmila
 
Beiträge: 5654
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 19:51

Re: Update: Bay. Nationalpark - 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Ludmila » Di 17. Okt 2017, 13:03

Wölfe freigelassen: Umweltministerium setzt Belohnung aus

http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/2689620_Woelfe-freigelassenUmweltministerium-setzt-Belohnung-aus.html

Bild

Eine Woche nachdem Unbekannte das Wolfsgehege im Nationalpark Bayerischer Wald geöffnet haben, hat das bayerische Umweltministerium eine Belohnung ausgesetzt. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, gibt es 10 000 Euro. Die Suche nach den drei noch streunenden Tieren ging am Donnerstag unvermindert weiter, sagte Franz Leibl, der Leiter des Nationalparks. Von rund 200 Mitarbeitern seien etwa 50 mit den entlaufenen Wölfen befasst.

Zur Forderung des Deutschen Tierschutzbundes, bei der Suche mehr Personal einzusetzen, sagte Leibl, die Suchtrupps bräuchten eine genaue Ortskenntnis. In dem teilweise unwegsamen Gelände könnten nicht so einfach zusätzliche Helfer eingesetzt werden. "Wir können hier kein Treiben veranstalten." Je weniger beunruhigt die Tiere seien, desto berechenbarer seien sie. Die Suchtrupps hätten aktuell eine ungefähre Einschätzung, wo sich die drei noch vermissten Wölfe aufhielten. "Unser Ziel ist, sie lebend einzufangen."
Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) kritisierte die Freilassung der Wölfe scharf: "Es steht weiterhin der ungeheuerliche Verdacht im Raum, dass die Tiere gezielt freigelassen wurden. Das ist in keinster Weise hinnehmbar." Letztlich sei damit der Tod der entkommenen Gehegewölfe verursacht und zudem in Kauf genommen worden, dass Menschen zu Schaden kommen - etwa bei einem Wildunfall.

Sechs Wölfe waren in der Nacht zum vergangenen Freitag aus dem Freigehege des Nationalparks bei Lindberg (Landkreis Regen) gelangt. Unbekannte hatten nach Angaben der Polizei ein Vorhängeschloss an einem Tor entfernt. Das Gehege war mit einem durchgehenden, vier Meter hohen Zaun gesichert, der im unteren Bereich unter Strom stand.

Zwei der entlaufenen Wölfe wurden erschossen, ein anderer war wenige Stunden nach seinem Entwischen von einem Zug erfasst worden. Drei weitere Wölfe waren nicht entlaufen und leben weiter in dem Gehege.
Ludmila
 
Beiträge: 5654
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 19:51

Re: Update: Bay. Nationalpark - 6 Wölfe ausgebrochen

Beitragvon Anita » Di 17. Okt 2017, 14:48

Diese Sache wird immer absurder [Wut]
Anita
 
Beiträge: 5551
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 15:56
Wohnort: München

Nächste

Zurück zu Wildparks

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast