Panda Diplomatie

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Panda Diplomatie

Beitragvon AnkeB » Mo 12. Jan 2015, 13:00

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/n ... 32450.html


Naturkundemuseum

Panda-Diplomatie
Von Stefan Strauß

Das Präparat von Leih-Panda Yan Yan soll Mitte Juli an China zurückgegeben werden. Foto: BLZ/Museum für Naturkunde

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Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/ ... erden.html


Ab Montag sind die ausgestopften Panda-Bären Bao Bao und Yan Yan im Berliner Naturkundemuseum zu sehen. Da fragt man sich doch gleich, wann kommen die nächsten Kulleraugen-Exemplare? Über diese seltenen Leihgaben wird auf höchster politischer Ebene verhandelt.

An diesem Montag eröffnet im Berliner Naturkundemuseum die Sonderausstellung über Pandabären. Viele Besucher werden sich spätestens beim Anblick der lebensecht präparierten Zoo-Pandas Bao Bao und Yan Yan fragen, ob Berlin je wieder ein Panda-Paar bekommen wird. Und ob womöglich ein Junges in Berlin geboren und etliche Besucher anziehen wird wie einst Eisbär Knut.

Ginge es nach den Interessen des Zoos, hätte Berlin längst ein Panda-Paar. „Der Zoo würde sich über ein junges Panda-Paar freuen und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Haltung von diesen Tieren“, sagt Zoo-Sprecherin Christiane Reiss.

Doch der Zoo kann sich bemühen wie er will, bei Pandas reichen die üblichen Verhandlungen und Verträge zwischen Tierpark-Chefs und Forschungseinrichtungen in aller Welt nicht aus. Pandas sind Raritäten, und China ist das einzige Land, in dem heute noch etwa 2.000 Tiere in freier Wildbahn leben. Das Land verkauft längst keine Pandas mehr, sondern verleiht sie zu Zuchtzwecken an ausgewählte Nationen.

Die Sonderausstellung Panda
ist vom 13. Januar bis zum 31. Juli 2015 zu sehen im Museum für Naturkunde, Invalidenstraße 43 in Mitte. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag 9.30 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis18 Uhr. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Familienkarte 6 und 10 Euro.

Über solche Leihgaben verhandelt die chinesische Regierung auf höchster politischer Ebene, sei es mit Regierungschefs oder in diplomatischen Kreisen. Im vergangenen Jahr gab es Berichte, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping über eine Panda-Leihgabe verhandelt. Doch offiziell bestätigen will das die Bundesregierung natürlich nicht. „Die Bundesregierung führt keine Verhandlungen in dieser Angelegenheit“, teilte ein Regierungssprecher der Berliner Zeitung auf Nachfrage mit.

Aus der chinesischen Botschaft in Berlin heißt es hingegen, die Regierung arbeite bezüglich des Pandaschutzes nur mit wenigen Ländern zusammen, darunter auch mit Deutschland. Beide Länder stellten Fachkräfte und Geld zum Schutz von Pandas zur Verfügung. „Die pandabezogenene Zusammenarbeit wirkt sich positiv auf die Freundschaft zwischen China und Deutschland aus. Die deutsche Seite hat auf verschiedenen Ebenen den Wunsch bekundet, diese Zusammenarbeit fortzusetzen. China ist zu konkreten Gesprächen bereit“, sagte ein Mitarbeiter der Botschaft.

Es gibt also Hoffnung. Auch deshalb, weil einer der beiden präparierten Pandabären, Yan Yan, nach Ende der Ausstellung im Naturkundemuseum im Juli an China zurückgegeben wird. Im Zoo glaubt man, dass diese Rückgabe eine Bedingung der Chinesen sei, bevor sie Deutschland weitere Tiere überließen. Die Präparatoren im Naturkundemuseum haben ihre chinesischen Kollegen in den vergangenen Monaten geschult, als die Kadaver von Bao Bao und Yan Yan für die Ausstellung hergerichtet wurden. „Berlin tut wirklich alles“, heißt es im Zoo.

Sexmuffel

Dort waren im Jahr 1980 zum ersten Mal die Pandas Bao Bao (Schätzchen) und Tjen Tjen (Himmelchen) zu sehen, sie waren ein Staatsgeschenk der Chinesen an Bundeskanzler Helmut Schmidt. Tjen Tjen starb 1984 an einer Virusinfektion. Bao Bao lebte daraufhin allein. 1995 verlieh China Yan Yan (Die Schöne) nach Berlin, die beiden wurden aber kein Paar.

Trotz medizinischer Hilfe und künstlicher Befruchtung brachten sie keinen Nachwuchs zustande. Panda-Elternschaft ist grundsätzlich sehr schwierig, denn die Tiere gelten als Sexmuffel. Außerdem haben die Weibchen nur einmal im Jahr einen Eisprung, die Empfängnisbereitschaft dauert jeweils nur wenige Tage.

2007 starb Yan Yan an einer Darmverstopfung, 2012 folgte Bao Bao. Er wurde 34 Jahre alt. Beide Kadaver wurden in Tiefkühltruhen zu Präparationszwecken aufbewahrt. Auch die Besucher des Tierparks in Friedrichsfelde konnten schon einmal einen dieser schwarz-weißen Bären mit Kulleraugen beim Bambusfressen beobachten. Das ist allerdings sehr lange her. 1958 lebt Pandabär Chi Chi für drei Wochen dort, das Tier war auf der Durchreise von Peking nach New York. Während dieser Zeit besuchten etwa 400 000 Besucher Chi Chi.

Auf einen solchen Besucheransturm hofft jetzt auch der Zoo, sollten tatsächlich zwei Pandas in die Hauptstadt kommen. Weltweit hat China derzeit 42 Pandas an zwölf Länder ausgeliehen, in Europa sind das zurzeit England, Frankreich und Österreich. Berlin ist davon überzeugt, sehr gute Voraussetzungen für eine eigene Pandazucht zu haben – auch wegen seiner guten Kooperation mit dem Berliner Leibniz-Institut für Zucht- und Wildtierforschung (IZW) und dem Naturkundemuseum. Der leitende Tierarzt des IZW, Frank Göritz, hat im April 2014 den Zoo von Edinburgh besucht, um bei der Befruchtung des Pandaweibchens Tian Tian zu helfen.

Im Berliner Zoo würde man zur Ehre der chinesischen Gäste sogar eine neue Anlage für sie bauen. Vielleicht klappt es ja dann auch mit dem Nachwuchs.

Wie ich zu präparierten Zoolieblingen stehe, würde das K...Smilie am besten verdeutlichen. [augenroll]
Ansonsten stimme ich dem Kommentar von Anna Lena Mösken im "Stadtbild" derselben Zeitung: Ein goldener Bär aus China vollinhaltlich zu - leider noch nicht online.
Keine Verhandlungen mit China, nicht zu den Bedingungen, nicht für den Preis! [dudu]
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Re: Panda Diplomatie

Beitragvon Anita » Mo 12. Jan 2015, 14:12

und noch ein trauriges Schicksal.
Boa Bao wurde präpariert..
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Re: Panda Diplomatie

Beitragvon AnkeB » Di 13. Jan 2015, 12:40

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/a ... 48150.html


Ausstellung Pandabären in Berlin

Ein Panda fast wie echt
Von Stefan Strauß

Wieder da: Yan Yan starb 2007 an einer Krankheit im Zoo. Als lebensecht wirkendes Präparat ist sie jetzt zu sehen.
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Foto: dpa/lukas schulze

Von der Tiefkühltruhe ins Museum: Die Sonderausstellung „Panda“ zeigt die präparierten Pandabären Bao Bao und Yan Yan in Berlin.

Als zwei Museumsmitarbeiter am Montagmittag im Pandakostüm die präparierte Pandabärin Yan Yan in den Ausstellungssaal vom Naturkundemuseum schieben, denkt man gleich an eine dieser kitschigen Kindershows mit Menschen in Tierkostümen, Tabaluga oder so. Doch beim Rundgang durch die Sonderausstellung wird schnell klar: Das ist kein Kitsch, das ist Wissenschaft. In chinesischen Zuchtstationen tragen die Mitarbeiter Pandakostüme. Schließlich sollen sich die vom Aussterben bedrohten Tiere gar nicht erst an Menschen gewöhnen und nach der Gefangenschaft lebensfähig in der Wildnis sein.

Artenschutz und Sex

Die Sonderausstellung „Panda“ ist vom 13. Januar bis zum 31. Juli 2015 zu sehen im Museum für Naturkunde, Invalidenstraße 43 in Mitte. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag 9.30 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Familienkarten gibt es für 6 und 10 Euro.

Die Stars der Panda-Schau, die ab dem heutigen Dienstag im Museum zu besichtigen ist, sind Bao Bao und Yan Yan, die beiden Bären aus dem Zoo. Bao Bao kam 1980 als Geschenk der Chinesen an Bundeskanzler Helmut Kohl nach Berlin. Er starb 2012 mit 34 Jahren. Yan Yan lebte seit 1995 im Zoo bei ihm und starb 2007. Nachwuchs brachten die beiden Tiere nicht zustande, obwohl Yan Yan einmal schwanger wurde, wie Frank Göritz, Leitender Tierarzt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin, am Montag erzählte. Jahrelang lagerten die Kadaver der verstorbenen Pandas in Berliner Tiefkühltruhen, erst im vergangenen Jahr entschied die chinesische Regierung, dass Yan Yan als präpariertes Exemplar im Sommer 2015 in ihr Heimatland überführt werden solle. Vorher, so die Idee, könnte man sie in Berlin ausstellen. Bao Baos sterbliche Überreste dürfen ohnehin in Berlin bleiben, er war ein Geschenk, keine Leihgabe für Zuchtversuche.

Alt wie ein Baum: Bao Bao starb mit 34, für Pandas ein hohes Alter. Damit man seinen Haarausfall nicht sieht, wurde er kunstvoll an einen Ast drapiert.
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Foto: dpa/lukas schulze

Jeweils sechs Wochen hat Detlev Matzke, Präparator im Naturkundemuseum, an den Panda-Präparaten gearbeitet. „Solche Tiere bekommt man nicht jeden Tag auf den Tisch“, sagt der 62-Jährige, dienstältester Präparator im Museum. Weil Bao Bao bei seinem Tod mit 34 Jahren schon ein ungewöhnlich altes Tier mit Haarausfall und Altersflecken war, hat ihn Matzke so auf einen Baum drapiert, dass man diese Stellen nicht mehr sehen kann. Anhand von Fotos und Filmen zu Lebzeiten, entschied sich Matzke für eine sitzende Yan Yan. So ist sie nun in der Glasvitrine zu sehen.

Vier Berliner Einrichtungen haben bei der Sonderausstellung zusammengearbeitet und wollen diese Arbeit als Kooperationspartner auch fortsetzen: das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), das Museum für Naturkunde, der Berliner Zoo und die Stiftung World Wildlife Fund (WWF). Deren Leiter für Artenschutz, Volker Homes, sagte: „Der Panda ist weit mehr als eine bedrohte Art, er ist ein Symbol, wie wir Menschen mit der Natur auf unserem Planeten umgehen.“ Der WWF habe den Bambusfresser nicht ohne Grund zu seinem Markenzeichen erkoren.

Johannes Vogel, Generaldirektor des Naturkundemuseums, verweist auf die 170-jährige Zusammenarbeit seines Museums mit dem Zoo. Und der Direktor von Zoo und Tierpark, Andreas Knieriem, sagte am Montag angesichts der präparierten Tiere: „Pandas gehören nach Berlin, auch lebendige.“

Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung wiederum beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Fortpflanzung von Pandas und unterstützt internationale Zuchtprogramme. Beim IZW lagert auch gefrorenes Sperma von Bao Bao.

Einzug in Schwarz-Weiß: Zwei kostümierte Mitarbeiter schoben am Montag das Yan-Yan-Präparat in die Ausstellung. Darin wird über die bedrohte Tierart, ihre Lebensweise und die schwierige Zucht der Tiere informiert.
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Foto: dpa/lukas schulze



Liebe Pandas!
Gewalt ist keine Lösung...


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Re: Panda Diplomatie

Beitragvon Brigli » Di 13. Jan 2015, 18:42

BAO BAO war ein Geschenk an Bundeskanzler Helmut Schmidt , und nicht..... nur so mal der Richtigkeitshalber, ansonsten nur von mir DER REST IST SCHWEIGEN
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Re: Panda Diplomatie

Beitragvon AnkeB » Di 13. Jan 2015, 18:55

Liebe Biene!
Danke für die Richtigstellung!
Ich hatte es überlesen... :oops:
Knugs
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Re: Panda Diplomatie

Beitragvon SylviaMicky » Di 13. Jan 2015, 19:27

Ich finde ausgestopfte Tiere mit Glasaugen fürchterlich. :evil:
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