Berlins höchster Wolkenkratzer soll am Bahnhof Zoo entstehen

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Berlins höchster Wolkenkratzer soll am Bahnhof Zoo entstehen

Beitragvon AnkeB » Di 14. Okt 2014, 11:12

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/h ... 25224.html

Dienstag
14. Oktober 2014

Hardenbergplatz

Berlins höchster Wolkenkratzer soll am Bahnhof Zoo entstehen
Von Ulrich Paul

Hoch, höher am höchsten: Mit 209 Metern soll der höchste Wolkenkratzer Berlins auf dem Hardenbergplatz am Bahnhof Zoo entstehen. Er soll noch höher werden als der geplante Estrel Tower in Neukölln und die Türme auf dem Alexanderplatz.

Die Diskussion ist eröffnet. Auf dem Hardenbergplatz vor dem Bahnhof Zoologischer Garten sollte nach den Vorstellungen der Arbeitsgemeinschaft City ein Hochhaus errichtet werden. Nicht irgendeins, es soll mit 209 Metern gleich das höchste Hochhaus Berlins werden. Zusammen mit dem Architekten Christoph Langhof, der bereits das 118-Meter-Hochhaus Upper West am Breitscheidplatz entworfen hat, stellte die AG City am Montag ihre Ideen vor.

„Das Gebiet schreit förmlich nach Hochhäusern“, sagte Langhof bei der Präsentation seines Entwurfs. Der Hardenbergplatz sei zurzeit ein Abstellplatz. Ihm fehle ein Gesicht. Mit dem Hochhaus solle der Platz von der Joachimsthaler Straße aus gesehen einen Endpunkt erhalten, sagte Langhof. Autos sollen vom Hardenbergplatz verbannt werden. Für sie sind Parkplätze in einer Tiefgarage vorgesehen. Busse der Berliner Verkehrsbetriebe würden vor dem Bahnhof Zoo weiter über den Platz rollen.

Das Hochhaus soll 52 Stockwerke in den Himmel ragen. In den unteren Etagen ist ein Hotel geplant, darüber sollen Büros und Wohnungen entstehen. Ganz oben ist eine öffentlich zugängliche Skybar mit einer Aussichtsplattform vorgesehen.

Einen Investor für die Projektidee gibt es zwar nicht, dafür aber Interesse. „Wir haben mit großen internationalen Investoren gesprochen“, sagte AG-City-Vorstandsmitglied Gottfried Kupsch. Diese hätten den Hardenbergplatz als „tollen Standort“ bezeichnet. Baurecht für ein Hochhaus auf dem Hardenbergplatz gibt es jedoch nicht. Ob es jemals geschaffen wird, ist offen.

Der Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Marc Schulte (SPD), äußerte sich am Montag skeptisch. „Ich zweifele, dass so eine Geste der Dominanz zur City West passt, die ja von der Vielfalt lebt“, sagte er. Ein Hochhaus habe zudem seine Schattenseiten. Der Schatten dieses Hochhauses werde auch Richtung Zoo verbreitet. „Mich stört, dass das Hochhaus nicht in eine Gesamtkonzeption eingebettet ist“, sagte Schulte.

Kein Investor für Tiefgarage

Warum solle auf dem Hardenbergplatz mit dem 209 Meter hohen Gebäude der Mittelpunkt für die City West markiert werden? Bislang ist von Seiten des Bezirks lediglich eine Umgestaltung der Platzoberfläche vorgesehen. Was sich genau ändern soll, ist aber noch offen. Pläne für den Bau einer Tiefgarage waren nicht weiter verfolgt worden, weil sich kein Investor gefunden hat.

Bei der Industrie- und Handelskammer stoßen die Pläne der AG City auf Zustimmung. Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter sagte: „Der Hardenbergplatz ist für die City West sowohl verkehrlich als auch städtebaulich von herausragender Bedeutung.“ Die Neu- und Umgestaltung sei ein Schlüsselprojekt für die City West. „Wichtig dabei ist, dass der Hardenbergplatz in seiner Funktion als Mobilitätsdrehschreibe erhalten bleibt, um auch den Anforderungen zukünftiger Verkehrslösungen eine Antwort bieten zu können.“

Das Hochhaus Upper-West entsteht am Breitscheidplatz zwischen Kantstraße und Kudamm. Es soll 2016 fertig sein.



Wenn man sich die Bilder und Grafiken ansieht, wird es einem schlecht! [augenroll]
Das Löwentor ist völlig verschwunden, der Wolkenkratzer des Architekten Christoph Langhof - "Ich hab´ den Längsten" - stünde genau davor, die Tiere im Zoo hätten über weitere lange Jahre eine Riesenbaustelle direkt vor der Nase und am Ende einen Riesenschatten, der ihnen die Sonne nimmt.

Muss man die City West in diesem Bereich wirklich mit Hochhäusern zuschei...?
Sollten diese Pläne verwirklicht werden, sehe ich schwarz für den Zoo Berlin.
Aber sie werden an genau den selben Problemen scheitern wie das unsägliche Riesenrad. Hoffe ich!!!

Besorgt
Anke [denknach]
AnkeB
 
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Re: Berlins höchster Wolkenkratzer soll am Bahnhof Zoo entst

Beitragvon AnkeB » Mi 15. Okt 2014, 11:08

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/h ... 34886.html


Hochhaus am Hardenbergplatz

Bild
Quelle: http://www.google.de/imgres?imgurl=http ... K8BEK0DMCY

Bild
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Stadtplaner kritisieren Wolkenkratzer-Plan
Von Elmar Schütze

Die Planer des 209-Meter-hohen Hochhauses auf dem Hardenbergplatz ernten viel Kritik für ihre Pläne. Berlins ehemals oberster Bauplaner kann keinen Bedarf dafür erkennen und spricht von Naivität.

Die Reaktionen auf den Plan, auf den Hardenbergplatz am Bahnhof Zoo ein Hochhaus zu bauen, kamen prompt. Die Wohlwollenden werteten den Vorschlag der AG City als „Beitrag zu einer wichtigen Debatte“. Zwar sei es eigenartig, dass sich die Arbeitsgemeinschaft, in der sich Gewerbetreibende und Immobilienbesitzer zusammengeschlossen haben, zunächst beleidigt aus dem Planverfahren für den Platz verabschiedet habe und jetzt mit einem gewaltigen Aufschlag zurückkehre. Das sei aber immer noch besser, als im Schmollwinkel zu verharren.

Andere Stadtplaner waren in ihrem Urteil schärfer. Wie berichtet, hatte die AG City vorgeschlagen, am nördlichen Ende des Platzes ein 209 Meter hohes Haus zu errichten. Einen Plan dafür hatte der Architekt Christoph Langhof vorgestellt.

„Naiver kann es ja gar nicht gehen, als an einer solchen Stelle ein Hochhaus bauen zu wollen“, sagte Hans Stimmann, lange Jahre als Senatsbaudirektor Herr über die Einhaltung der Berliner Traufhöhe, und seit Langem ein Kritiker von Hochhäusern an allen möglichen Orten in der Stadt. Sein Vorwurf: Ein solches Haus an diesem Platz löse kein Problem. In Wahrheit leide der Hardenbergplatz daran, „dass der Platz ausgeklinkt ist“. Es sei „ein elend vernachlässigter Raum“, zu dem man schlecht gelange und der zu wenig Aufenthaltsqualität habe.

Stimmann plädiert für den Ausbau der am nördlichen Ende des Platzes beginnenden Hertzallee nach Westen. Die Straße verband einst den Bahnhofsplatz mit dem heutigen Ernst-Reuter-Platz. Vorige Woche war der Siegerentwurf eines Wettbewerbs zur Neugestaltung der Hertzallee vorgestellt worden, die derzeit im weiteren Verlauf versteckt über den Campus der Technischen Universität verläuft. „Die Wiederbelebung dieser Straße wäre enorm wichtig für den Hardenbergplatz“, so Berlins ehemals oberster Bauplaner.


Auch Katrin Lompscher, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, zeigt sich über Zeitpunkt und Umstände der Präsentation für ein Hochhaus „mehr als befremdet“. Bezirk und Senat seien zu Recht verärgert, dass die Initiatoren nicht vorher das Gespräch suchten.

Ulrich Becker von UrbanPlan, einer am Planverfahren für den Platz beteiligten Gesellschaft für Projektsteuerung hält die Hochhaus-Idee für abwegig. Er verwies darauf, dass im Entwurf das ohnehin auf kleinem Grundriss gezeichnete Haus nach oben stark verjüngt werde. „Das sieht ja so aus, als gäbe es da oben nur noch eine Wohnung pro Etage. Wie soll das wirtschaftlich sein“, fragt Becker.

Nach Vorstellung der AG City soll das Hochhaus eine Tiefgarage finanzieren. Die Garage als Voraussetzung für jede Bebauung des Hardenbergplatzes ist ein alter Traum von Investoren – und Anlass für Zank mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Aktueller Stand ist, dass der Senat keine Garage will.

Tatsächlich dürfte ein Bau kompliziert werden. Sollte man wie geplant Platz für 400 Stellplätze unter einem mehr als 200 Meter hohen Haus schaffen wollen, müsste man sehr tief graben, und das wegen der Nähe zur Spree in einem sehr schwierigen Untergrund. An der nahen Kantstraße haben die Bauleute fast zwei Jahre gebraucht, um die knapp 20 Meter tiefe Baugrube für das nur 118 Meter hohe Upper West abzusichern, das dort bis 2016 entsteht.

Darüber hinaus, sagt Linken-Politikerin Lompscher, könne der Vorschlag nicht darüber hinwegtäuschen, dass „die Stadt keine Idee hat, wie sie mit Investoren-Projekten für Hochhäuser umgehen soll.“ Sei es in Neukölln oder in Hohenschönhausen, oder in der Innenstadt. Jeder Bezirk habe seine eigene Herangehensweise.

Marc Schulte (SPD), Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, verspricht, dass Bezirk und Senat noch diese Woche über die Entwürfe für den Hardenbergplatz sprechen wollen. Noch dieses Jahr solle es dazu öffentliche Veranstaltungen dazu geben.
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Re: Berlins höchster Wolkenkratzer soll am Bahnhof Zoo entst

Beitragvon SylviaMicky » Mi 15. Okt 2014, 11:30

Anke, ich glaube nicht, dass dieses Projekt genehmigt wird. [nein]
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Re: Berlins höchster Wolkenkratzer soll am Bahnhof Zoo entst

Beitragvon AnkeB » Mi 15. Okt 2014, 14:27

Hoffen wir es! [augenroll] [dudu]
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Re: Berlins höchster Wolkenkratzer soll am Bahnhof Zoo entst

Beitragvon Jochen » Mi 15. Okt 2014, 17:07

ein Auswärtiger meint:
was soll's - eine Baustelle mehr oder weniger...
Berlin ist arm aber sexy - darauf kommt es an und:
Flughafen BER - keine Fertigstellung in Sicht
Riesenrad - Projekt gestorben (thanks)
mal sehen, was für Schnapsideen noch kommen [staunen]
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