Naturkundemuseum zu Knutpräparat

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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon Bearnini » Di 19. Feb 2013, 23:29

Ludmila,
Menschen haben die absonderlichsten Vorlieben und Neigungen...ich kann dies auch nicht nachvollziehen.

Nur bei Knut stellt sich die Sachlage völlig anders dar.
Die Präparation dient nur einem Zweck - nämlich der PR - Werbekampagne für das NKM - und wie Herr Vogel so schön sagte:
"Die Zeitungen haben in NY, Miami, Japan usw. darüber berichtet und wir finden das toll!"

Kurzfristig hat er erreicht, was er wollte - und was Herr Vogel auch durch sein äußeres Erscheinungsbild ausdrücken möchte:
im Mittelpunkt stehen, Aufmerksamkeit erheischen und sich von anderen abheben.
In diesem Fall unter dem "wissenschaftlichen Deckmäntelchen des Naturkundemuseums".

Vergessen wir vor allem nicht, wem wir es zu verdanken haben, das Knut jetzt karikiert in einer Vitrine steht.
Wer das Fell des Bären zur Präparation übereignet hat.

Ich sehe grade Deinen Beitrag, Ludmila, ich hatte davon gehört und es tut mir auch aufrichtig leid, dass Interviews von intelligenten Tierfreunden nicht gesendet worden sind.
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon Ludmila » Di 19. Feb 2013, 23:36

Bearnini
Ich weiß, wem wir das verdanken. Ich glaube der Mann kann zufrieden sein. Er hat Knut nicht geliebt, er hat Knut Fans gehasst. Er hat Knut und TD überlebt und noch geschafft den Fans die Herzen zerbrechen. Ich bin froh, dass TD das nicht erlebt hat.
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon ElkeF » Mi 20. Feb 2013, 00:29

Ludmila, Frau Dörflein hatte nur noch Knut. Sie tut mr sehr leid. Ich glaube nicht, dass sie das Museum noch einmal betreten wird. Das war sicher nur für die Doku.
Aber schlimm, dass die Dame keine Ruhe hat. Das hätten weder TD noch Knut von ihr gewollt. Denn beide hat sie geliebt. Ihr Tommy war doch ihr ein und alles.
Das habe ich auf dem Friedhof gemerkt, als ich am 06.06. 2009 dort war. Die Frau hat soviel durchgemacht. Warum auch noch die Präparation von Knut???

Was den Film angeht, Du kennst doch den RBB. Die handeln nur nach Anweisung. Pro Zoo Berichterstattung eben. Hattest Du da wirklich was anderes erwartet?

LG Elke
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon Bearnini » Mi 20. Feb 2013, 00:47

Wenn ich das richtig gesehen habe, war Frau Dörflein bei der "Eröffnung" vor der Vitrine.
Da sie bemängelte, dass nichts an ihren Sohn erinnert... (in diesem Kontext)

Nicht wegen der Doku.
Die war schon lange abgedreht.

Werbemäßig geschickt eingefädelt - aber ob dies langfristig wirken wird...und es stellt sich wirklich die Frage, welches Publikum damit angezogen werden soll...?
Nur diejenigen, die nicht wissen wie ein Saurierskelett aussieht?
Wir werden auch dies abwarten können... :mrgreen:
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon AnkeB » Mi 20. Feb 2013, 01:16

Bearnini, das ist eine sehr interessante Frage: warum werden diese Menschen vorgeführt, wem nützt das?

Am Tag der Einweihung des Knutdenkmals, bin ich am Eisbärengehege von einem RBB Mitarbeiter - ich kannte ihn nicht - gefragt worden, ob ich in einem TV Interview Stellung zu dem Plan nehmen möchte, Knut als Dermoplastik öffentlich auszustellen. Ich habe abgelehnt, im Gespräch aber trotzdem meine Auffassung vertreten, dass ich diese Art der Präsentation in einem Museum abstoßend finde und ablehne, weil es heute andere und bessere Möglichkeiten gibt, ein Tier lebensnah mit allen Fassetten seines Daseins darzustellen und den Menschen nahezubringen. Gerade Knuts Leben ist von Anfang an so umfassend mit Fotos, Videos, Büchern, Zeitungsartikeln, Kinderzeichnungen usw dokumentiert worden, jedes Foto, zB von Doris, sagt soviel mehr aus über ihn als es ein "Präparat" je könnte. Knutfreunden täte der Gedanke an eine Dermoplastik weh, ins Museum gingen die, die einen "ausgestopften" Knut geil fänden.
Die Mehrheit der Knutfreunde denkt und fühlt anders.
Dieser Herr war ganz offensichtlich nicht einverstanden mit meiner Haltung, redete über Säcke von angeblichen Drohbriefen der "Knutfans" an das Museum und stellte mir einige Suggestivfragen, zB ob es nicht sein könnte, dass Menschen mithife der Dermoplastik von Knut für die Natur begeistert werden und anfangen könnten, sich für den Klimawandel zu interessieren. Meine - negative- Antwort wollte er schon nicht mehr hören. Ich fühlte mich manipuliert, war verärgert und verabschiedete mich.
Frau G.K. war da vermutlich sehr viel besser zu händeln... Warum hat ihre Meinung und die der Befürworter der Dermoplastik soviel mehr Gewicht und wird als Mehrheitsmeinung dargestellt, als die der Gegner des "Präparats", die doch soviel zahlreicher waren und sind?
Bearnini, das ist wirklich eine sehr interessante Frage!
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon SylviaMicky » Mi 20. Feb 2013, 10:22

Katharina:
So haben die Medien seit Anfang an die Knutfans karikierend dargestellt: alte Leutchen auf der Suche nach Geselligkeit. Man sieht sie beim Kaffeetrinken, beim Austausch von Fotos und in Erinnerungen schwelgend.


Diese Sätze von Katharina kann ich nur bestätigen. Warum werden von Anfang an die Freunde von Knut so dargestellt? Wer hat etwas davon?

Bearnini:
Meine Vermutung ist: wer hat denn da am Rad gedreht? Welche Direktiven sind von wem erteilt worden?


Das ist eine sehr interessante Frage

Bearnini:
Herr Balzer schließe ich dabei aus, denn er hatte Knut ja nie lebend gesehen, wie ich hörte.


Es gab im Online-Gedenkbuch von Knut knapp 10 000 Einträge. Von Menschen aus der ganzen Welt, die Knut auch nicht persönlich gesehen haben. Wenn ein Journalist einen Film über die Präparation dieses einzigartigen Tieres dreht, erwarte ich, daß er sich eingehend über die verschiedenen Meinungen über diese Präparation informiert und diese in seinen Film einfließen läßt.
Dieser Film ist für mich ein Beispiel für einseitige Berichterstattung. Schlechter Journalismus!

Anke:
Bearnini, das ist eine sehr interessante Frage: warum werden diese Menschen vorgeführt, wem nützt das?


Ja, wem?

Anke:
Frau G.K. war da vermutlich sehr viel besser zu händeln... Warum hat ihre Meinung und die der Befürworter der Dermoplastik soviel mehr Gewicht und wird als Mehrheitsmeinung dargestellt, als die der Gegner des "Präparats", die doch soviel zahlreicher waren und sind?


Eine sehr gute Frage. Ich bin gespannt, ob diese Frage mal beantwortet wird.
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon Ludmila » Mi 20. Feb 2013, 10:31

Bearnini
Man kann auch das Naturkundenmuseum interessant gestallten. Wir haben in Chicago das Museum besucht. Dort gibt es die ausgestopften Tiere auch. Diese Abteilung haben wir nicht besucht. Es gab eine sehr interessante Präsentation über das Leben unter der Erde

http://data8.blog.de/media/547/6893547_df44751344_d.pdf

und über die Evolution

http://data8.blog.de/media/546/6893546_2b308bade9_d.pdf
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon SylviaMicky » Mi 20. Feb 2013, 10:46

Ludmila,
es gibt bestimmt in jedem NKM ausgestopfte Tiere. Wie Gorilla Bobby in Berlin aus dem Jahre 1935. Heutzutage gibt es ganz andere Möglichkeiten Tiere und ihre Persönlichkeit darzustellen, wenn mann wollte.
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon Barbara » Mi 20. Feb 2013, 12:12

AnkeB hat geschrieben:Dieser Herr war ganz offensichtlich nicht einverstanden mit meiner Haltung, redete über Säcke von angeblichen Drohbriefen der "Knutfans" an das Museum und stellte mir einige Suggestivfragen, zB ob es nicht sein könnte, dass Menschen mithife der Dermoplastik von Knut für die Natur begeistert werden und anfangen könnten, sich für den Klimawandel zu interessieren.
Das funktioniert ebenso wenig wie man Menschen durch den Anblick von eingesperrten Tieren für die Natur begeistern kann! Merken die Bewahrer des Ewiggestrigen nicht, dass das unpassende Ansätze sind? Um die Natur in ihrer Schönheit lieben zu lernen, kann ich gerade nicht ein lebloses Exponat im Museum oder ein bewegungseingeschränktes Tier hinter Gittern präsentieren. Beides demonstriert nur ultimative Unterwerfung, Katalogisierung, Tötung, Präparation und Machtausübung - selbst über die Frequenz der Fortpflanzung ( im Fall der Zootiere ). Warum werden die Zuchtbücher vor der Öffentlichkeit geheim gehalten? Weil darin ersichtlich ist wie weit entfernt das Zootier durch Inzucht und Inzest bereits von seinen in Reservaten lebenden Artgenossen ist. Denn selbst diese leben oft nicht mehr "frei" sondern bekommen Areale zugewiesen, in denen sie die Naturausbeutung am wenigsten behindern.Mit Natur haben Museum und Zoo so viel Ähnlichkeit wie der Landwehrkanal mit einem Gebirgsbach.
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon Bearnini » Mi 20. Feb 2013, 14:50

Ludmila, danke für den interessanten Bericht aus Chicago.
Saurierskelette und versteinerte Tiere/Fossilien haben auch mein Interesse!
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