Naturkundemuseum zu Knutpräparat

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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon AnkeB » Mi 20. Feb 2013, 21:38

Am 5. April 2000 wurde im Berliner Zoo der kleine Elefantenbulle „Kiri“ geboren, der bereits mit 8 Monaten am Herpes Virus starb. Er ist von Pflegern mit der Flasche aufgezogen worden und entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Publikumsliebling und – magneten. Seine Präparation für das NKM wurde damals mit ähnlichen Argumenten gerechtfertigt, wie die von Knut. Aber diese Methode, die Haut über ein Kunststoffmodell zu ziehen, funktioniert nicht immer ohne Probleme...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/elefa ... 54908.html

Berlin : Elefant Kiri: Präparations-Arbeit wird zum Puzzlespiel - und ist gefährdet
09.09.2001 00:00 UhrVon Annekatrin Looss

Der neue Kiri wird ein bisschen leichter. Drei Zentner bringt er zur Zeit auf die Waage, rund fünf Zentner weniger als zu Lebzeiten. Seit einem Monat arbeiten Jörg-Sepp Lüdecke und seine zwei Mitarbeiter im Museum für Naturkunde an ihrem zur Zeit wohl wichtigsten Ausstellungsstück: einer Dermoplastik des kleinen Elefanten, der am 28. Dezember des vergangenen Jahres plötzlich tot in seinem Käfig lag. An seinem ersten Todestag sollen ihn die Berliner wieder haben. "Ich weiß, dass ich Kiri nicht wieder zum Leben erwecken kann", sagt Chefpräparator Lüdecke, "aber immerhin kann ich dabei helfen, die Erinnerung an den beliebten kleinen Elefanten wach zu halten".

Zu diesem Zweck pappt Museumsmitarbeiter Klaus Garmatz Kilo um Kilo Ton an das Knochengestell des Elefanten. Die Knochen hat das Team aus Kunststoff nachgegossen, dann wurden die Rippen und der Rumpf aus Styropor nachgebildet. Mit dem Ton werden jetzt die Muskelpartien des Elefanten nachempfunden. In dieser Woche wollen Garmatz und Lüdecke damit fertig werden. Dann wird vom Modell ein Gipsabdruck genommen und die maßgefertigten Elefanten-Glasaugen werden eingesetzt.
Darüber soll dann die Haut von Kiri gezogen werden. Und genau da beginnt das große Problem von Jörg-Sepp Lüdecke. Kiris millimeterdünne Oberhaut hat sich von der Lederhaut gelöst. Die Haut ist praktisch zerstört, unbrauchbar geworden. Ein Desaster, das die Experten gleich vor mehrere Rätsel stellt. Zuerst stellt sich die Frage nach dem Warum. "Wir haben Kiris Haut wie die jedes anderen Tieres, das wir präparieren wollen, zu einer Gerberei in der Nähe von Leipzig geschickt. 60 Kilo insgesamt, zusammengefaltet wie ein Wäschestück. Dort wurde sie mit flüssigen Gerbstoffen konserviert und wieder nach Berlin gebracht. "Als sie hier ankam, schwamm die Oberhaut auf der Flüssigkeit wie ein Ballon", beschreibt Lüdecke. Dabei sei die Gerberei absolut zuverlässig. Sie treffe keine Schuld. "Vielleicht war es das Herpesvirus, an dem Kiri gestorben ist", überlegt Lüdecke. Manche Krankheiten wirkten sich schließlich auf die Haut aus.

Eigentlich sollte die Haut in der Gerbflüssigkeit bleiben, bis sie aufgezogen wird. Wenn sie vorher trocknet, wird sie hart. Dabei sei es wichtig, dass jede kleine Hautfalte und alle Haare erhalten bleiben. Und da ist Lüdecke auch schon bei der zweiten großen Frage: "Wie kriege ich das jetzt noch hin?" Normalerweise würde man diese zerstörte Haut entsorgen und versuchen, irgendwo anders eine Elefantenhaut herzubekommen, erklärt Lüdecke. Doch das könne er den Berlinern nicht antun. Die wollen schließlich ihren Kiri, mit Haut und Haaren. Der kleine Elefant hatte zu Lebzeiten einen richtigen Fanclub, einige ältere Damen kamen jeden Tag und sahen zu, wie der Kleine lernte zu trompeten, auf Holzpaletten zu balancieren oder mit dem Rüssel Stroh zu greifen. Bis zu seinem plötzlichen Tod. Als das Museum entschied, den Elefanten zu präparieren und die Berliner bat, für eine naturgetreue Nachbildung Fotos und Videos zu schicken, trafen diese gleich zu Hunderten ein. Auch auf dem Spendenkonto für die Kiri-Dermoplastik sind schon mehrere tausend Mark.

Deshalb wird Lüdecke jetzt das Unmögliche möglich zu machen versuchen. Zuerst wird die restliche Haut über das Modell gezogen und dann wird Lüdecke mit einem Spezialkleber Stück für Stück die Oberhaut darauf kleben. Auf jedes Detail achtend. Ob das klappt? "Es muss", sagt Lüdecke bestimmt. Dieser Optimismus ist das einzige, auf das sich Lüdecke zur Zeit verlassen kann, schließlich hat dieses Experiment noch kein Präparator vor ihm gewagt. Trotz der Schwierigkeiten wollen Lüdecke und seine Mitarbeiter pünktlich mit der Plastik fertig sein. "Die Wochenenden bis zum 28. Dezember werde ich wohl durcharbeiten." Doch ein anderes Problem lässt sich auch mit noch so viel Einsatzbereitschaft nicht lösen: Die präparierte Kiri wird vermutlich ein wenig teurer als geplant. Rund 10 000 Mark sind schon auf dem Spendenkonto. Etwa 15 000 Mark werden noch gebraucht.
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon AnkeB » Mi 20. Feb 2013, 22:23

Als Kiri im Dezember 2000 mit nur 8 Monaten gestorben ist, habe ich Rotz und Wasser geheult, ich habe wochenlang um ihn getrauert.
Die Vorstellung, dass er "ausgestopft" als "Präparat" im NKM endet, hat mich schon damals derartig abgestoßen und mit Trauer, Ekel und Abscheu erfüllt, dass ich das NKM bis heute nie mehr betreten habe.
Nun haben sie dasselbe mit Knut gemacht, obwohl soviele Menschen dagegen waren und gute Gründe für ihre Ablehnung vorgebracht haben.
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon ElkeF » Mi 20. Feb 2013, 23:08

Anke, egal welches Tier es ist. Es ist schade um jedes, das ausgestopft im NKM landet. Zur heutigen Zeit ist das nicht mehr notwendig. Aber leider scheinen mnanche der Meinung zu sein, dass man das tun muss. Armer Knut, ich finde es grausam, wie man ihn jetzt noch der Öffentlichkeit präsentiert. Ich werde das NKM nicht besuchen. Das steht für mich fest. Denn ich mag keine Präparate angucken. Mir war der echte Knuti lieber. Ich habe auch um ihn geweint, wie um einen Angehörigen, der einfach dazugehörte. Er wird immer einen Platz in menem Herzen haben.

LG Elke
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon Brigli » Do 21. Feb 2013, 17:26

Man kommt einfach nicht drumrum immer noch was zu dieser abscheulichen Zurschaustellung unseres Knut hinzuzufuegen.

Denn jetzt frage ich mich, der zum " Affen " gemachte KNUT, (verzeih mir Knut ) verschwindet am 15.3.13 wieder in der Versenkung bis 2014, warum die Eile ihn jetzt schon zu praesentieren?

Das ist doch alles reine Schikane und das sogenannte Knutfreunde auch noch bereit sind dorthin zu gehen, ist fuer mich genauso unverstaendlich.

Ich habe in verschiedenen Blogs gelesen, dass manche damit kein Problem haben und akzeptieren koennen, wenn sich einige, GsD nur wenige Knutfreunde , das Spektakel angucken wollen, denn das hat einfach nur mit etwas Toleranz zu tun , so stelle ich fest, dass ich ein wahnsinniges Problem damit habe und ich frage mich, ob sich diese Leute nicht was vormachen und sich einreden wollen und muessen , dass die tolerant sind . Sind sie es wirklich?

Den Moment, wo ich erfahren hab, dass Knut gestorben ist, ist noch so praesent und unfassbar und daran hat sich nach fast 2 Jahren auch nichts geaendert. Wenn ich mir sage : Knut ist gestorben , ist das immer noch unfassbar und so ungeheuerlich und ich mich immer noch frage, ist das wirklich wahr? Doch nicht unser Knut!

Und nachdem ich immer noch so fuehle, weigere ich mich, Toleranz fuer eine Sache zu zeigen, wo ich sie nicht hab.


Biene
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon Ludmila » Do 21. Feb 2013, 17:33

Liebe Biene
ich bin auch nicht tolerant
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Re: NATURKUNDEMUSUM ZU KNUTPRÄPARAT

Beitragvon ElkeF » Do 21. Feb 2013, 18:04

Ludmila, Biene : In mir ist auch noch die Wunde nicht verheilt, dass Knuti nicht mehr da ist. Jeden Tag brennt seit dem Tod seines geliebten Ziehvaters Thomas Dörflein eine Kerze, nun ist sie für Beide gedacht. Ich weiss nicht, wie man auf den Gedanken kommen kann, Knut im NKM zu besuchen. Es geht ncht in meinen Kopf. Jeder hat dazu seinen Standpunkt, aber ich weiss dass ich dort niemals reingehen werde. Dafür war mir der lebende Knut zu wichtig.

LG Elke
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