Wisentgehege Springe - soll weniger Zuschüsse bekommen

Moderatoren: UliS, Jochen

Wisentgehege Springe - soll weniger Zuschüsse bekommen

Beitragvon Anita » Mo 12. Nov 2018, 13:57

Wisentgehege soll seine Bilanz verbessern – und weniger Zuschüsse bekommen

Der Landtag fordert von den Landesforsten ein Konzept, wie das Wisentgehege seine Bilanz verbessern kann – damit der Zuschuss vom Land gesenkt werden kann.

Bild
Bären im Wisentgehege: Damit sie und andere Wildtiere in Springe weiterhin besucht werden können, musste der Park im vergangenen Jahr mit 605 000 Euro an Steuergeldern unterstützt werden. Zu viel, findet der Landesrechnungshof. Quelle: Thomas G. Hennig

Springe
Vor einigen Wochen gab es noch überwiegend Solidaritätsbekundungen aus der Politik – doch ganz ungeschoren soll das Wisentgehege nun doch nicht davonkommen: Der Landtag verlangt bis 1. März kommenden Jahres ein Konzept, mit dem „das wirtschaftliche Ergebnis des Wisentgeheges deutlich verbessert“ wird. Soll heißen: mehr Einnahmen, weniger Ausgaben, um so den vom Landesrechnungshof kritisierten Zuschuss zu senken.

Privatisierung ist vom Tisch
Alle Forderungen der Prüfer will die Politik nicht umsetzen: Der „historisch gewachsene Betrieb des Wisentgeheges“ solle „grundsätzlich fortgeführt werden“, heißt es im Beschluss. Der Wildpark bleibt damit bei den Landesforsten als Träger; eine Privatisierung scheint vom Tisch. Für Marco Zacharias, CDU-Fraktionssprecher im Landtag, ist der erfolgte Beschluss außerdem ein Bekenntnis zu „Bildungsauftrag, Attraktivität und Niveau des Wisentgeheges“. Bleibt das Thema Geld: Der Landesrechnungshof hatte im Juni kritisiert, der Zuschuss aus Steuergeldern sei mit zuletzt im Schnitt 605 000 Euro im Jahr deutlich zu hoch.

Defizit seit 2001 nicht gesenkt
Trotz verschiedener Bemühungen habe sich das Defizit seit einer Kontrolle im Jahr 2001 nicht senken lassen. Auf eben jene Kontrolle bezieht sich auch der Beschluss des Landtags: Der zuständige Haushaltsausschuss moniert darin, die damals „erbetene Reduzierung des Zuschussbedarfs von einer Million DM“ sei seitdem "nicht in allen Jahren erreicht worden“.

Landesforsten müssen Betrieb wirtschaftlich optimieren
Nun sieht man die Landesforsten in der Pflicht, per Konzept „unter Berücksichtigung des gesetzlichen Bildungsauftrags wirtschaftliche Optimierungsmöglichkeiten“ aufzuzeigen. Das Ziel sei, den Zuschuss auf ein für den attraktiven Betrieb des Wisentgeheges notwendiges Niveau zu reduzieren. Das Konzept soll bis 1. März 2019 da sein, bis 30. Juni soll die Landesregierung den Ausschuss dann über den Stand der Dinge unterrichten.

CDU-Sprecher Zacharias sieht seine Aussagen aus dem Sommer nicht im Widerspruch zu den beschlossenen Plänen. Damals hatte er unter anderem betont, die Zuschüsse des Landes seien „angemessen und vertretbar“. Auf erneute Anfrage sagt Zacharias jetzt, auf Bitte des Finanzministeriums habe man alle 44 Posten des Landesrechnungshofberichts kritisch begutachtet – auch den zum Wisentgehege. Ergebnis: Grundsätzlich sei es „im Interesse der Allgemeinheit, die Höhe von staatlichen Zuschüssen vom Bildungsauftrag, aber auch vom tatsächlichen Bedarf abhängig zu machen“.

Niveau und Attraktivität sollen gehalten werden
Wichtig sei, dass das Konzept nicht nur „Optimierungsmöglichkeiten“ aufzeigen soll, sondern auch „den attraktiven Betrieb und das notwendige Niveau der Einrichtung garantiert“. Diese seien eindeutig Priorität der Politik, betont Zacharias: Ob die Zuschüsse reduziert werden können, hänge maßgeblich vom Erfolg der Maßnahmen ab, die einen wirtschaftlicheren Betrieb ermöglichen sollen. Im kommenden Jahr soll es dann um den Zuschuss ab dem Jahr 2020 gehen. Die SPD-Fraktion reagierte zuletzt nicht auf eine Anfrage dieser Zeitung. Der für das Wisentgehege zuständige Forstamtsleiter Christian Boele-Keimer sagte, man erstelle momentan einen Businessplan für die Jahre 2019 bis 2023, der auch die im Konzept gefragten Werte abbilden solle. Ihm sei wichtig, den Bildungsauftrag des Wisentgeheges zu berücksichtigen – „aber natürlich auch den respektvollen Umgang mit Steuergeldern“.
Von Christian Zett
Quelle: http://www.neuepresse.de/Region/Springe ... verbessern
Anita
 
Beiträge: 6596
Registriert: Sa 15. Dez 2012, 15:56
Wohnort: München

Zurück zu Wisentgehege Springe

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron