VW will prüfen, wie es den Affen geht - update

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VW will prüfen, wie es den Affen geht - update

Beitragvon UliS » Sa 27. Jan 2018, 23:07

Tierversuche: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests ein
26.01.2018 von Martin Fischer

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Zehn Makakenaffen wurden für Diesel-Abgasversuche missbraucht. Die Geldgeber: VW, BMW und Daimler.
(Bild: pixabay.com )

Zehn Makakenaffen mussten in luftdichten Kabinen Abgase eines Diesel-Volkswagen einatmen. Die von VW, BMW und Daimler finanzierte Studie sollte zeigen: die Diesel-Motoren arbeiten sauberer als zuvor. Doch das Fahrzeug war manipuliert.

In einer von den deutschen Autobauern Volkswagen, BMW und Daimler finanzierten Studie wurden zehn Affen in luftdichten Kammern den Abgasen eines VW Beetle mit Dieselmotor ausgesetzt, berichtet die New York Times unter Verweis auf Gerichtsakten. Zur Beruhigung seien den Affen Zeichentrickfilme vorgeführt worden. Die Tierversuche sollten zeigen, dass aktuelle Diesel-Fahrzeuge sauberer seien als ältere Modelle. Die Experimente begannen demnach im Jahr 2014 – also noch bevor der Abgasskandal um Manipulationen an Dieselfahrzeugen bekannt wurde.

Was die Wissenschaftler wohl nicht wussten: Der VW Beetle war über eine Abschalteinrichtung so manipuliert, dass die ausgestoßenen Schadstoffwerte im Labor geringer ausfielen und somit weitaus weniger schädlich waren als im normalen Straßenverkehr. VW war sich dessen, wie der im Jahr 2015 bekannt gewordene Abgasskandal zeigte, jedoch durchaus bewusst. Die Ergebnisse seien bewusst manipuliert worden, heißt es in der New York Times.

Die Tierversuche fanden in Albuquerque (US-Bundesstaat New Mexico) statt und waren dem Bericht zufolge bisher nicht bekannt. Die Einzelheiten kamen erst aufgrund einer Klage gegen Volkswagen in den USA ans Licht.

Dubiose Lobby-Forschungsorganisation mittlerweile stillgelegt

In Auftrag gegeben hat die Studie offiziell die "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor e.V." (E.U.G.T.), welche laut New York Times all ihre Fördermittel von Volkswagen, BMW und Daimler erhielt und aufgrund von Kontroversen hinsichtlich ihrer Arbeit mittlerweile nicht mehr existiert.

Der New York Times zufolge hat diese Organisation keine eigene Forschung betrieben. Sie habe vielmehr Wissenschaftler beschäftigt, um Studien durchzuführen, die den weiteren Einsatz von Diesel verteidigten: etwa, um Zweifel zu streuen, dass das Verbot älterer Dieselfahrzeuge in Städten tatsächlich die Umweltbelastung verringere oder die die Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation anzugreifen, die im Jahr 2012 Dieselabgase als krebserregend einstufte.

Deutsche Autobauer verteidigen Vorgehen

Volkswagen, BMW und Daimler verteidigten die Forschergruppe, sie habe legitime, wissenschaftliche Arbeit geleistet, heißt es in dem Bericht weiter. "Alle Forschungsarbeiten, die bei der E.U.G.T. in Auftrag gegeben wurden, wurden von einem Forschungsbeirat begleitet und begutachtet, der sich aus Wissenschaftlern renommierter Universitäten und Forschungsinstitute zusammensetzt", erklärte Daimler gegenüber der Zeitung.

Daimler und BMW erklärten, dass ihnen nicht bewusst war, dass der Volkswagen, der in den Albuquerque-Affenversuchen verwendet wurde, falsche Daten produziert.

Im Jahr 2015 wurde bekannt, dass Volkswagen Millionen Motoren mit einer speziellen Software ausgestattet hat, die die Messung des Schadstoff-Ausstoßes manipuliert. Ausgelöst wurde der als Dieselgate bekannte Skandal durch Ermittlungen der US-Umweltbehörde. (mfi)
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 52376.html
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Re: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests

Beitragvon Anita » So 28. Jan 2018, 13:37

Wer mich kennt weis, solche Meldungen lassen mich an die Decke gehen [Wut] [Wut]
Gut zu wissen, dass ich bisher, aktuell und zukünftig KEIN Auto hatte, habe und haben werde.
So etwas will auf jeden Fall in gar keiner Weise unterstützen [Wut] [Wut]
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Re: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests

Beitragvon Maria » So 28. Jan 2018, 18:20

Und über diese verbrecherische und tierquälerische Automafia hält unsere Regierung auch noch schützend ihre Hand. Pfui Teufel! Ich schlage vor, dass jeder einzelne der sogenannten Top-Manager zwei Tage lang in einen engen Käfig gesperrt wird und 48 Stunden lang die Abgase ihrer ach so gesunden Dieselabgase einatmet.
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Re: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests

Beitragvon Eva » So 28. Jan 2018, 18:43

Gute Idee, Maria! Ich schließe den Käfig ab ... und verlege dann den Schlüssel!
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Re: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests

Beitragvon UliS » So 28. Jan 2018, 18:57

Das ist ganz in meinem Sinne ... sicherheitshalber rollle ich noch einen schweren Stein vor die Tür der Diesel-Mafia ... [Wut]
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Re: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests

Beitragvon Maria » So 28. Jan 2018, 19:58

Wir sind uns einig, Eva und Uli! Es ist eine Schande, dass diese Tierquäler ungeschoren davonkommen. [Wut]
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Re: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests

Beitragvon Ludmila » So 28. Jan 2018, 21:30

Die Tierversuche sollen verboten werden.
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Re: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests

Beitragvon UliS » Mo 29. Jan 2018, 11:12

28. Januar 2018
Auch Menschen wurden Abgastests ausgesetzt
Feinstaub

Neue Dimension im Skandal um Abgastests: Nach Informationen der SZ wurden auch Menschen als Probanden eingesetzt.
Daimler zeigt sich entsetzt von den Methoden und distanziert sich von der Studie.
Diese wurde zeitweise von einer Forschungseinrichtung durchgeführt, welche die deutsche Autoindustrie finanzierte.

Von Hanno Charisius, Stefanie Dodt, Max Hägler und Klaus Ott

Es ist nun schon das dritte Jahr der Abgasaffäre, und es kommt immer schlimmer für Volkswagen und nun auch für die anderen deutschen Autokonzerne BMW und Daimler. Die von den drei Herstellern 2007 zusammen mit Bosch gegründete Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) hat nicht nur, wie Ende vergangener Woche durch die New York Times bekannt wurde, Abgastests mit Affen vorgenommen. Sondern darüber hinaus auch mit Menschen. Das geht aus einem EUGT-Report hervor, über den die Stuttgarter Zeitung zuerst berichtete und der auch der SZ vorliegt.

In dem als Tätigkeitsbericht für die Jahre 2012 bis 2015 herausgegebenen Report heißt es, der Forschungsverein habe auf Empfehlung seines Beirates eine "Kurzzeit-Inhalationsstudie mit Stickstoffdioxid bei gesunden Menschen gefördert". Stickstoffdioxid (NO₂) ist jener Schadstoff, dessen Messwerte von VW in den USA jahrelange manipuliert worden waren, um die gesetzlichen Grenzwerte für Dieselfahrzeuge offiziell einzuhalten. In Wirklichkeit wurden die Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten. Laut EUGT-Report wurde die Wirkung unterschiedlicher NO₂-Konzentrationen in der Atemluft auf 25 gesunde Versuchspersonen untersucht.

Daimler distanziert sich von Versuchen

Es habe "keine Reaktion auf das inhalierte NO₂ nachgewiesen" werden können. Es hätten auch "keine entzündlichen Wirkungen von NO₂ an den Atemwegen festgestellt" werden können. Daimler ist dennoch entsetzt über das, was da im Namen der deutschen Autoindustrie geschah. "Wir distanzieren uns ausdrücklich von der Studie und der EUGT", erklärte der Stuttgarter Autohersteller am Sonntag zu den Menschenversuchen. "Wir sind über das Ausmaß der Studien und deren Durchführung erschüttert." Und weiter: "Wir verurteilen die Versuche auf das Schärfste." Daimler betonte, man habe keinen Einfluss auf den Versuchsaufbau gehabt. Der Konzern habe "eine umfassende Untersuchung eingeleitet, wie es dazu kommen konnte". Das Vorgehen der EUGT "widerspricht unseren Werten und ethischen Prinzipien".

Zu dem Zeitpunkt der Menschen- und Affenversuche war der Autozulieferer Bosch nach derzeitigen Erkenntnissen nicht mehr Mitglied des Forschungsvereins, im Gegensatz zu VW, Daimler und BMW. Diese drei Hersteller waren in der Regel mit Konzernmanagern im Vorstand des Vereins vertreten, der sich bei näherem Betrachten als Lobby-Truppe für den Diesel mit wissenschaftlicher Fassade erweist. Die EUGT wurde mit Beschluss vom November 2016 schließlich Mitte 2017 aufgelöst. Offenbar weil die Konzerne nach Beginn der Abgasaffäre erkannten, dass sie sich mit diesem Verein keinen Gefallen getan hätten, wie es aus der Autoindustrie heißt.

Die fragwürdigen Aktivitäten der Vereinigung wären im Nachhinein wohl nicht mehr weiter aufgefallen, wären jetzt nicht erst die Affentests mit einem VW Beetle und zwei Tage später auch die Menschenversuche nach Jahren noch einmal in den öffentlichen Blickpunkt geraten. Von den Affentests haben sich die drei Konzerne der Reihe nach distanziert. Nach einigem Nachdenken war das auch bei Volkswagen der Fall: "Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war", heißt es aus der Konzernzentrale. Tierversuche stünden in keiner Weise mit den Unternehmensstandards in Einklang. Und: "Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner."

Affen wurden nicht nur Abgasen von neueren Autos ausgesetzt

Zuvor war die Kritik heftiger geworden. Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident und VW-Aufsichtsratmitglied, hält es für "widerlich und absurd", zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe. Bereits am Freitag hatten sich BMW und Daimler zu dieser Facette deutscher Motorenentwicklung geäußert: Man distanziere sich, und es seien auch keine eigenen Autos eingesetzt worden, hieß es aus den beiden Konzernen. BMW erklärte noch, generell keine Tierversuche durchzuführen; man hätte das Projekt damals bremsen müssen. Daimler hält Versuche in diesem Fall für "überflüssig und abstoßend" und will die Genese klären.

Als Sonntagabend dann auch noch die Menschenversuche bekannt wurden, reagierte Daimler umgehend. In Stuttgart will man heute von der EUGT nichts mehr wissen. Die in Berlin ansässige Vereinigung hatte 2013 das Forschungsinstitut Lovelace Biomedical (LRRI) in Albuquerque, New Mexico mit den Untersuchungen bei Affen zu Dieselabgasen beauftragt. Im Mai 2015 führte das Labor die Studie durch. Es war der VW-Manager James L., der jüngst in den USA wegen Verstrickung in den Dieselskandal zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt wurde, der damals persönlich einen VW Beetle zum Labor chauffiert habe, heißt es in US-Gerichtsakten.

Die Abgase aus dem Auto wurden in eine kleine Kammer geleitet, in der zehn Affen saßen. Vier Stunden lang atmeten sie die Abgase ein, sowie in einer zweiten Runde die eines Vergleichsfahrzeuges, eines älteren Ford F-250. Zur Beruhigung hätten die Affenweibchen Comic-Filme angeschaut, erklärte LRRI-Forschungsleiter Jacob McDonald vorigen August in den USA bei einer Gerichtsverhandlung, die im Zusammenhang mit der Abgasaffäre stand. Ausweislich der Protokolle habe man die Affen danach betäubt und intubiert, ihr Blut auf Entzündungsmarker untersucht, ihre Lungen ausgewaschen und die Bronchien überprüft.

Nach Meinung deutscher Fachleute wie Joachim Heinrich, bis zu seiner Pensionierung 2014 Leiter des Helmholtz-Instituts für Epidemiologie, seien "die tierethischen Bedenken" so groß, dass man Affen in Deutschland bereits seit mindestens 15 Jahren nicht mehr zur Untersuchung solche Fragen heranziehe. Dass beim Dieseltest Affen eingesetzt wurden, sei eine Entscheidung der Deutschen gewesen, erklärt das LRRI auf Anfrage: "Die Spezies für die EUGT-Studie wurde durch die EUGT ausgewählt." In der Vernehmung hatte McDonald erklärt, die EUGT habe zuvor Menschen einsetzen wollen, sei aber davon abgekommen, weil die Internationale Agentur für Krebsforschung zuvor Dieselabgase als krebserregend eingestuft habe.

Später kam es dann doch zu den Menschenversuchen, in Deutschland. In den Konzernen kann dies nicht verborgen geblieben sein. In dem EUGT-Report, in dem sowohl der Tier- als auch der Menschenversuch beschrieben wird, sind auch die Manager aus den Konzernen genannt, die damals im Vereinsvorstand saßen. Den Forschungsbeirat bildeten Professoren und Doktoren, angeführt von Helmut Greim von der TU München. Im Report sind alle mit Namen und Fotos zu sehen. Das offizielle Ziel des EUGT lautete, die Auswirkungen des Verkehrs auf Menschen und Umwelt vorurteilsfrei zu untersuchen und zu dokumentieren. Das eigentliche Ziel war: kräftig Werbung zu machen für "Clean Diesel".
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/a ... -1.3843804
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Re: VW, BMW und Daimler setzten Affen für Diesel-Abgastests

Beitragvon UliS » Mo 29. Jan 2018, 11:16

Es ist unglaublich was die Auto-Mafia sich alles erlaubt und lauben kann ... aber die Bosse haben das ja alles nicht gewußt ... [brav]
für ihr Nichtwissen bekommen sie auch Millionen Gehälter ... [ich warte]
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Re: VW, BMW und Daimler - Affen für Diesel-Abgastests update

Beitragvon Anita » Mo 29. Jan 2018, 16:30

Neue Berichte zum Diesel-Skandal
Auch Menschen wurden Abgastests ausgesetzt

Mehr als zwei Jahre nach Beginn des Diesel-Skandals kommen neue Einzelheiten ans Licht. Eine Lobby-Organisation deutscher Autokonzerne soll bei Schadstofftests neben Affen auch Menschen eingesetzt haben.

Im Abgasskandal soll es Diesel-Schadstofftests nicht nur mit Affen, sondern auch mit Menschen gegeben haben. Das geht aus einem Report der Vereinigung EUGT hervor, über den „Stuttgarter Zeitung“ und „Süddeutsche Zeitung“ berichten. Rund zweieinhalb Jahre nach Beginn des Abgasskandals kommen damit immer neue Details ans Licht.

Den Berichten zufolge soll die von den Konzernen VW, Daimler und BMW gegründete Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) eine „Kurzzeit-Inhalationsstudie mit Stickstoffdioxid bei gesunden Menschen gefördert“ haben. Dies stehe in einem als Tätigkeitsbericht für die Jahre 2012 bis 2015 herausgegebenen Report. Dabei seien an einem Institut des Universitätsklinikums Aachen 25 Personen untersucht worden, nachdem sie jeweils über mehrere Stunden Stickoxid (NO2) in unterschiedlichen Konzentrationen eingeatmet hätten. Laut der 2017 aufgelösten EUGT wurde keine Wirkung festgestellt.

Der zuständige Institutsleiter Thomas Kraus sagte der „Stuttgarter Zeitung“ jedoch, die 2016 veröffentlichte Studie sei nur eingeschränkt aussagekräftig. Zum einen ließen sich die Befunde nicht auf die gesamte Bevölkerung übertragen, zum anderen sei Stickstoffdioxid nur ein Teil der gesamten Luftbelastung.

Empörung auch über Tierversuche
Stickstoffdioxid (NO2) ist der Schadstoff, dessen Messwerte von VW in den USA jahrelang manipuliert worden waren, um die gesetzlichen Grenzwerte für Dieselfahrzeuge offiziell einzuhalten.

Zuvor hatten Tierversuche beim Test von Dieselabgasen breite Empörung ausgelöst. Sie wurden durch US-Ermittlungen zur VW-Abgasaffäre bekannt. Affen waren dabei gezielt Schadstoffen ausgesetzt worden.

Die Tests mit den Affen waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Deshalb hatte die EUGT - die von VW, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative - sie beim US-amerikanischen Lovelace Respiratory Research Institute in Auftrag gegeben. Federführend war laut dem Studienleiter dabei VW.

VW entschuldigte sich am Wochenende für die in den USA durchgeführten Versuche. „Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten“, teilte der Konzern am Samstag mit. Volkswagen distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei. „Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner.“

Auch der Autobauer Daimler distanzierte sich ausdrücklich von den Studien und der EUGT. „Wir sind über das Ausmaß der Studien und deren Durchführung erschüttert“, hieß es in einer Stellungnahme. Daimler verurteile die Versuche auf das Schärfste. „Auch wenn Daimler keinen Einfluss auf den Versuchsaufbau hatte, haben wir eine umfassende Untersuchung eingeleitet, wie es dazu kommen konnte.“

"Widerlich und absurd"
In der Politik wird unterdessen der Ruf nach einer Aufklärung der Vorwürfe lauter. Der niedersächsische Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Bernd Althusmann (CDU) bezeichnete die Tierversuche beim Test von Dieselabgasen als „absurd und unentschuldbar“. Althusmann sagte der Deutschen Presse-Agentur, er erwarte neben einer vollständigen Aufklärung und einem umfassenden Bericht an den Aufsichtsrat „harte personelle Konsequenzen“ für diejenigen, die für diese Tierversuche verantwortlich seien.

Das Land Niedersachsen ist VW-Großaktionär. „Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd“, hatte Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) gesagt.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/ ... 01578.html
Anita
 
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