EILAT am Roten Meer

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EILAT am Roten Meer

Beitragvon Anneliese » So 2. Sep 2018, 17:29

Eilat am Roten Meer April 2018

Das Wetter war zunächst ganz untypisch, denn es regnete stark, als wir Tel Aviv verließen. Regen ist in Israel hoch erwünscht, denn der Mangel an Wasser ist ein großes Problem. So waren die Menschen sicher glücklich, als das Wasser vom Himmel fiel. Und wir waren froh, dass wir den einzigen Regentag erwischt hatten, als wir nach Süden fuhren. Als Hamburger finden wir Sonne nun mal besser als Regen. Die jungen Mädchen, die an diesem grauen kühlen Tag mit uns den Bus nach Eilat bestiegen, waren in Erwartung eines heißen Tages sehr leicht bekleidet, mit Shorts und Träger-Tops. Sie hatten recht mit ihrem Optimismus, denn in Eilat war es heiß, wie fast immer. Sie mussten nur durchhalten. Die Klimatabelle hatte Wort gehalten, über 30 Grad. Schon nach einer Stunde riss der Himmel auf, und das wilde Wolkenspiel wich der Sonne, die hier nicht immer als segensreich empfunden wird.

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Allmählich machten die bewirtschafteten Felder der Wüste und dem Gebirge Platz, aber wie man weiß, ist die Wüste keine leere Ödnis. Es gibt eine Menge an Aktivitäten.

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Natürlich erfasst man vom Bus aus nur einen geringen Teil der Landschaft. Ab und zu gab es einen Kibbuz unterwegs, oder eine kleine Industrieansiedlung, z. B. ein Kieswerk oder ein Kraftwerk.

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Dann gab es wieder eine Dattelpalmenplantage, aber auch Gewächshäuser, die mit den üblichen Plastikbahnen bedeckt waren.

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Die Reiseleiterin unserer ersten Rundreise im November 2016, Karin, hatte erklärt, dass die Agrarwirtschaftler sich bei der Landwirtschaft biologische Erkenntnisse zu Nutze machen. Mäuse, an sich niedlich, sind eine Bedrohung für die Dattelpalmen, denn sie nagen die Wurzeln an. Eulen dagegen lieben Mäuse, also setzt man sie, und zwar Schleiereulen, in den Dattelplantagen ein. Die Schleiereulen einer Plantage können 2000 bis 4000 Mäuse pro Jahr fangen, die Zahlenangaben schwanken. Da kann man sich schon vorstellen, dass sie eine wirksame Methode sind, die im Falle der Dattelpalmen unerwünschte Mäuseschar zahlenmäßig klein zu halten. Und Pestiziden sind diese natürlichen Mittel allemal vorzuziehen. Mir gefiel auch, dass Esel – Lieblingstiere von mir - durch die Plantagen spazieren und die heruntergefallenen Datteln vernaschen, die dann nicht mehr den Mäusen als Speise dienen können. Wir fanden diese Methoden witzig und sympathisch und offenbar wirkungsvoll. Hier kann man mehr erfahren über die Landwirtschaft in Israel:

SHALOM 40 - Reportage - Der biblische Honigwww.shalom-magazine.com/Print.php?id=400209

[PDF]Reisebericht über die große Lehrfahrt nach Israel - T-Online

http://www.tremmel1.homepage.t-online.d ... el2013.pdf

Nach einiger Fahrzeit durch die Wüste tauchte rechts in der Ferne die Halbkugel eines Atomreaktors auf, der laut Wikipedia mit französischer Hilfe erbaut worden ist und dessen Charakter lange verheimlicht wurde. Israel muss sich gegen viele Feinde zur Wehr setzen. Es ist nicht zu bestreiten, dass Israel ohne militärische Überlegenheit nicht mehr lange existieren würde. So ist für mich gut nachzuvollziehen, dass Israel das Entstehen einer Atommacht in der Nachbarschaft (Iran) unbedingt verhindern will. Erst in diesem Jahr wurde offiziell mitgeteilt, dass 2007 ein Atomreaktor beim feindlichen Nachbarn Syrien präventiv von der israelischen Luftwaffe zerstört wurde.

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Dimona – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Dimona

Einsatz in Syrien 2007: Israel bestätigt Angriff auf Reaktor - Tagesschauhttps://www.tagesschau.de/aus ... r-101.html

Wir sahen auch Beduinenansiedlungen und ihre Schaf- und Rinderherden, manchmal auch Kamele. Die meisten Beduinenzelte und Bretterbuden sahen erbarmungswürdig aus, besonders in der Gegend bei Jerusalem, andere Häuseransammlungen machten einen leidlich properen Eindruck. Zum Teil ist die Wohnsituation eine selbstgewählte traditionelle, ursprünglich nomadische Lebensweise , an der viele Beduinen zäh festhalten. Man kann ein bisschen dazu bei Tenenbom, „Allein unter Juden“, erfahren. Die meisten Medien bei uns zu Lande „wissen Bescheid“ und verurteilen Israel. Einen gerechteren, differenzierten Einblick scheint mir die Neue Zürcher Zeitung vom Januar 2017 zu geben.

Man sieht ein Pferd oder einen Esel. Beduinen leben von Tierzucht, sie haben neben Ziegen und Schafen auch Esel, Pferde und Kamele.

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Verpasste Chancen im Land der Beduinen | NZZhttps://www.nzz.ch › International › Nahost & Afrika

Nach fünfeinhalb Stunden Fahrt, unterbrochen durch zwei Pausen zum Kaffeetrinken und Beine vertreten, erreichten wir Eilat. Klugerweise hatten wir uns ganz in der Nähe des Busbahnhofes ein Apartment gesucht, sogar mit einer hübschen Terrasse und zutraulichen Katzen. Das kleine Apartmenthaus kooperiert mit einem Restaurant, in dem wir frühstücken konnten. Das Frühstück war wirklich hervorragend, Omelett, Tomaten, Gurken, Käse, Weintrauben. Die Kellnerin spricht russisch, ebenso einige Gäste. Von Eilat aus kann man viele Ausflüge in die Wüste mit ihren vielen Naturparks machen. Der Naturpark Timna befindet sich in unmittelbarer Nähe. Wenn man sich nicht auskennt, sollte man sich wohl besser einer geführten Tour anschließen. Ohne Auto ist man sowieso auf berufsmäßige Veranstalter angewiesen. Im Israelischen Reisebüro in Berlin kann man sich Tipps geben lassen. Ohne vorherige Planung kann man eine Schiffsfahrt zu den Korallenriffen machen und die Unterwelt vom Glasboden aus begucken.

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Anneliese
 
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Re: EILAT am Roten Meer

Beitragvon Anita » Mo 3. Sep 2018, 12:39

Sehr interessant.
Bin gespannt, wie es weitergeht [tschuess]
Anita
 
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Re: EILAT am Roten Meer

Beitragvon Eva » Mo 3. Sep 2018, 12:55

Darauf bin ich auch gespannt!
Eva
 
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Re: EILAT am Roten Meer

Beitragvon Anneliese » Fr 12. Okt 2018, 17:14

Es geht weiter


Trump-City

Wie kommt es nur, dass ich in Eilat ständig an die Trump-Towers und weitere monströse Bauten von ihm denken musste? Die Hotelbauten sehen von weitem wie eine Mega-City aus.

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Trotz alledem: Die hübsche Gestaltung der Anlagen und Rabatten, die umliegenden Berge, das Rote Meer, der schöne Sandstrand und nicht zuletzt der immerwährende Sonnenschein stimmen heiter.

Es ist angenehm, die Promenade hinunterzugehen. Landwärts Hotels und Läden, Richtung See Cafés, Restaurants, Anleger der Boote für Exkursionen. In der Nachbarschaft ist die Küste von Jordanien zu sehen, die Stadt Akkaba mit ihrem Hafen ist gar nicht weit.

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Südlich davon taucht in der Ferne Saudi-Arabien auf, und auf der anderen Seite Ägypten. Auf dem Roten Meer sind Patrouillenboote der israelischen Marine zu sehen,

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und die Angler sitzen am Ufer und fangen kleine Fische. Rechts befinden sich Hafen und Strand von Eilat.

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Der Strand ist nicht lang, aber die tausend Meter müssen eben reichen. Man sah gewichtige Damen aus Russland, die Karten spielten und Tee tranken. Man hörte ranzösisch sprechen und sah den Rentnern aus Frankreich beim Boule-Spiel zu.

Unwillkürlich musste ich an die hohe Zahl von französischen Einwanderern denken, die Frankreich den Rücken kehren, weil sie sich in Frankreich nicht mehr heimisch und sicher fühlen. Vielleicht ist Israel vorerst nur ihr Zweitwohnsitz oder sie machen hier nur Urlaub. Es war ein friedliches Bild, der Bouleplatz am Strand des Roten Meeres, obwohl es sicherere Orte gibt als Eilat am Roten Meer. Aber Frankreich ist für einige seiner Bewohner ebenfalls nicht mehr sicher. In der HaYarkon Street in Tel Aviv, wo wir wohnten, werden im Nachbarhaus Appartements zum Kauf angeboten – auch auf Französisch.

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Der Flughafen mitten in der Stadt hat, wenn man mag, auch seinen Charme. Wer sieht schon so dicht und malerisch vor der Bergkulisse und über den Hoteldächern die heranfliegenden Flugzeuge? Nicht jeder hat wie wir den Airbus-Flughafen in Hamburg-Finkenwerder vor der Haustür.

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Nicht weit entfernt, auf der jordanischen Seite, gibt es ebenfalls einen Flugplatz der häufig angeflogen wird.

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Eilat ist bei Rucksackreisenden beliebt. Hier ruhen sich zwei Frauen aus, vielleicht wollen sie die Hotelkosten sparen. Wie gesagt, muss man in Israel auch keine Kurtaxe bezahlen.

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Als wir wieder zum Busbahnhof gingen, fiel uns die Beschilderung auf: rechts zur Kasse, links zum Bunker. Die Realität ist auch im sonnigen Süden allgegenwärtig.

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Auf der Rückfahrt sahen wir die Lagerhalle einer bekannten schwedischen Firma. Ob es auch schon auf den Fidschi-Inseln eine Niederlassung gibt?

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Irgendwann gen Norden wurden in Stadtnähe große neue Siedlungen gebaut (Nein, nicht die Siedlungen im Westjordanland, an die man im Zusammenhang mit Israel zuerst denkt. Vielmehr in der Nähe einiger mittelgroßer Städte wie BeerSheva).

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Irgendwann gab es auch wieder bebaute grüne bzw. gelbe Felder.

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In den Pausen, die der Bus zweimal eingeplant hatte, studierten wir das Zeitschriftenangebot an den Ständen. Auf jeden Fall Interessant

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Im Busbahnhof von Eilat entdeckten wir das Plakat einer rauchenden Schildkröte. Da muss man sich ja nicht wundern, dass man am Strand von Nahariya auf eine tote Schildkröte trifft!

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ENDE
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Re: EILAT am Roten Meer

Beitragvon Eva » Sa 13. Okt 2018, 11:55

Liebe Anneliese,
vielen Dank für versprochene Fortsetzung Deines Reiseberichts [prima] Natürlich gefällt mir die rein biologische Schädlingsbekämpfung in den Dattelplantagen am besten. Einfach genial, kostengünstig und der Umwelt angepasst. Dabei so einfach [ja]
Eva
 
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