Schimpansen teilen gerecht

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Schimpansen teilen gerecht

Beitragvon SylviaMicky » Di 15. Jan 2013, 08:36

Selbst Schimpansen haben einen Sinn für Fairness

Gerechtigkeit ist nicht jedermanns Sache. Warum teilen, wenn man alles für sich selbst behalten kann? Doch offenbar ist faires Verhalten in der Evolution früh entstanden. Denn auch Affen teilen.
Schimpansen haben einen Sinn für Fairness. Sie teilen Futter gerecht mit einem Artgenossen – zumindest, wenn sie andernfalls selbst Einbußen fürchten müssen. Ein solches Gespür wurde bisher nur Menschen zugeschrieben, berichten US-Forscher im Fachmagazin "PNAS".
Die Studie zeige aber, dass sich Schimpansen ganz ähnlich wie Menschen in der gleichen Situation verhielten.

Schimpansen spielen Ultimatum

Die Forscher um Darby Proctor von der Georgia State University in Atlanta hatten mit sechs Schimpansen das sogenannte Ultimatum-Spiel gespielt. Zwei Affen bilden dabei jeweils ein Team. Einer der Schimpansen darf nun zwischen zwei Spielsteinen wählen, den der zweite Affe dann im Anschluss bei einem menschlichen Betreuer gegen eine Futter-Belohnung eintauschen kann.
Ein Spielstein steht für eine gerechte Futterverteilung: Beide Affen bekommen dabei die Hälfte des Futters. Wählt der erste Affe hingegen den anderen Spielstein, geht der Großteil des Futters an ihn selbst. Allerdings besitzt der zweite Schimpanse die Möglichkeit, den entgegengereichten Spielstein abzulehnen.

Gerechtigkeit siegt

Wie die Experimente zeigten, verhielten sich die Schimpansen in diesem Spiel ziemlich fair. Sie entschieden sich häufiger für den Spielstein, der eine gerechte Verteilung des Futters garantierte. In Experimenten, in denen der zweite Schimpanse keine Möglichkeit der Zurückweisung hatte, agierten die Tiere jedoch in der Regel deutlich egoistischer: Sie entschieden sich für den Spielstein, der ihnen den Großteil des Futters sicherte.
Das Verhalten der Affen sei ganz ähnlich wie das des Menschen in entsprechenden Versuchen, berichten die Forscher. Zahlreiche Untersuchungen hätten gezeigt, dass Menschen aus westlichen Kulturen beim Ultimatum-Spiel ihren Spielpartnern in der Regel die Hälfte der Belohnung zukommen lassen. Menschen spielen dabei meist um Geld.
Und auch sie sicherten sich allerdings einen größeren Anteil des Gewinns, wenn ihr Partner keine Möglichkeit des Einspruchs hat. In der neuen Studie spielten die Forscher das Ultimatum-Spiel auch mit Kindern von zwei bis sieben Jahren. Es ging um begehrte Sticker. Und auch sie teilten in der Regel ebenso.

Tiere handeln nicht immer egoistisch

"Bis zu unserer Studie gingen Verhaltensökonomen davon aus, dass das Ultimatum-Spiel nicht mit Tieren gespielt werden könne oder dass Tiere stets die egoistische Option wählen würden. Wir haben gezeigt, dass Schimpansen dem menschlichen Gespür für Fairness nicht nur sehr nahe kommen, sondern dass die Tiere womöglich genau die gleichen Prioritäten setzen wie unsere eigene Spezies", erläutert Mitautor Frans de Waal von der Emory University in Atlanta.
Schimpansen sind in freier Wildbahn auf Kooperation angewiesen. Um sich die Vorteile des kooperativen Verhaltens zu sichern, müssten die Tiere vermutlich einen Sinn für Fairness besitzen, erklären die Forscher. Die Untersuchung lege nahe, dass der menschliche Gerechtigkeitssinn eine lange evolutionäre Geschichte habe.

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/ ... rness.html
Quelle&Artikel Welt-Online 15.01.13
SylviaMicky
 
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