Was hat denn Fleischkonsum mit der Klimakatastrophe zu tun?

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Was hat denn Fleischkonsum mit der Klimakatastrophe zu tun?

Beitragvon UliS » Mi 7. Aug 2019, 19:52

Was hat denn Fleischkonsum mit der Klimakatastrophe zu tun?
Hof Butenland

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Was hat denn Fleischkonsum mit der Klimakatastrophe zu tun?

Auch das heute-Journal hat sich gestern mal wieder dem brisanten Thema "Fleischkonsum" angenommen. Es ist zwar etwas bizarr, wenn Fakten, die seit langem bekannt sind, nun plötzlich von allen Medienanstalten als "Das konnte keiner ahnen"-Wissen der Marke "Ach du Schreck" verkauft werden. Aber trotzdem ist es eine großartige Sache, dass diese Dinge endlich auch bei den großen Nachrichtenmagazinen angekommen sind und thematisiert werden. Natürlich traut sich da niemand zu dem Hinweis, dass es kinderleicht ist, seinen Fleisch- und Tierproduktekonsum ganz einzustellen, aber immerhin wird unterstrichen, dass an einer Halbierung niemand vorbeikommt, da die Sucht nach Schnitzel einer der größten Klimakiller ist, die in der Landwirtschaft circa 70 % aller Treibhausgase freisetzt.

Es ist noch immer zumindest für Freunde des schwarzen Humors sehr lustig, wie nun darauf reagiert wird. Da gibt der Milchbauer zu, dass das wohl so ist, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass er den Planeten leider weiter zerstören muss, weil es sonst böse Kräfte aus dem Ausland tun würden. Unsere Landwirtschaftsministerin steht für ein Interview gar nicht zur Verfügung, da sie das Gebiet "Tierhaltung" sogar für themenfremd hält. Und an anderer Stelle tüftelt man an fetthaltigerem Futter, weil das dann angeblich 10 % weniger CO2 verursacht und es sich in diesen Ohren anscheinend super anhört, dass dann in der Landwirtschaft nach Adam Riese nur noch 60 % der Treibhausgase in der Tierhaltung freigesetzt werden. Trotzdem ist es sehr gut, dass das Thema immer mehr in den Fokus rückt und auch die Verursacher immer offener genannt werden.

Wie sehr die Sache mittlerweile unter den Nägeln brennt, sieht man auch an anderen Berichterstattungen. Zum Beispiel veröffentlicht die Tagesschau gestern die Meldung, dass schon zwei Jahre Dürre gereicht haben, um in Deutschland die Trinkwasserversorgung zu riskieren. https://www.tagesschau.de/…/repor…/wasserknappheit-101.html… Da streiten sich in Niedersachsen bereits manche Leute um dieses als selbstverständlich angenommene Gut, weil die Behörden das Kontingent begrenzen mussten und es bei manchen Bauern nicht mehr für die Bewässerung aller Äcker reicht. Dementsprechend pochen nun auch die dortigen Tierhalter darauf, dass die Bereitstellung von Nahrungsmitteln genauso wichtig ist wie die von Trinkwasser. Das wird richtig spannend, wenn auch in diesen Gegenden die Kunde in den Umlauf kommt, dass man jederzeit ohne Tierprodukte hervorragend leben kann und man gleichzeitig realisiert, dass ein Mastschwein alleine fast eine Million Liter Trinkwasser verbraucht. https://www.sueddeutsche.de/…/fleischproduktion-in-deutschl…

Noch spannender ist ein Blick über den Tellerrand in die Welt hinaus. Unfassbare 17 Staaten sind momentan von sogenannten "extrem hohen Wasserstress" betroffen, darunter so riesige Länder wie Indien. Ein Viertel der Menschheit, also fast 2 Milliarden Menschen, lebt in Staaten, die von akutem Wassermangel bedroht sind. Die Menschen in den Gebieten mit extrem hohen Wasserstress verbrauchen jährlich mehr als 80 Prozent des verfügbaren Grund- und Oberflächenwassers. Die Weltbank hat eine Studie veröffentlicht, die davon ausgeht, dass sich die Wasserknappheit in Regionen ausbreiten wird, wo sie derzeit nicht existiert, und sich in Regionen, wo Wasser bereits knapp ist, massiv verschlimmert. https://www.sueddeutsche.de/…/wasserstress-atlas-wasserknap… Da ist dann auch wieder Deutschland betroffen, und es sei nochmal darauf hingewiesen, dass nur 2 Jahre Dürre diese Zustände ausgelöst haben, wir weiterhin monatlich von Hitzerekord zu Hitzerekord jagen und deshalb eine Entspannung nur Wunschdenken ist. Mal sehen, wie der irre Wasserverbrauch in der Tierhaltung nach 4, 6 oder 10 Jahren Dürre beurteilt wird. Wirklich spannende Zeiten, in denen wir leben. Die Erde brennt, und die einzig verfügbare Feuerwehr diskutiert nur theoretisch über ideale Löschversuche, die aber möglichst wenig Geld kosten dürfen.
UliS
 
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