4 Pfoten im Irak - Geschafft, Simba + Lula außerhalb Mossul

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4 Pfoten im Irak - Geschafft, Simba + Lula außerhalb Mossul

Beitragvon UliS » Di 28. Mär 2017, 17:00

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Pressemitteilung http://www.vier-pfoten.de/news-press/pr ... /170222-2/
2017-02-22
Mission im Irak: VIER PFOTEN hilft verbliebenen Zootieren im vom Krieg verwüsteten Mossul

Mosul, Irak / Hamburg, 22.02.2017 – Im Montazah Al-Morour Zoo im Ostteil der irakischen Stadt Mossul hat ein Nothilfe-Team der internationalen Tierschutzstiftung VIER PFOTEN die letzten beiden verbliebenen Tiere, einen Bären und einen Löwen, mit Nahrung und der dringend notwendigen medizinischen Betreuung versorgt. In den letzten drei Monaten war der Zoo vom bewaffneten Konflikt zwischen den Kämpfern der Terrormiliz des Islamischen Staates und den irakischen Regierungstruppen stark betroffen und wurde fast vollständig zerstört; ein Großteil der Tiere, darunter eine Löwin, Affen und Hasen, wurden getötet oder verhungerten.

Am Dienstag morgen kam das VIER PFOTEN Team unter der Leitung von Tierarzt Dr. Amir Khalil in die vom Krieg verwüstete Stadt. Der Zoo ist in einem katastrophalen Zustand. Die beiden Tiere sind stark abgemagert und leiden durch Mangelernährung und fehlende medizinische Versorgung an zahlreichen Krankheiten. Der Bär hat eine Lungenentzündung, der Löwe starke Gelenkprobleme. Beide Tiere haben zudem extrem schlechte Zähne. Die Käfige waren mit Schutt und Trümmern vermüllt. Das VIER PFOTEN Team versorgte zunächst gemeinsam mit lokalen freiwilligen Helfern die Tiere mit Nahrung und Erster Hilfe. Danach reinigten sie, erstmals nach drei Monaten, die Käfige.

Einer der Freiwilligen vor Ort, Al Al Hakam Anas Zarari, berichtet: „Die Tiere waren in einem schrecklichen Zustand und brauchten die medizinische Versorgung sehr dringend. Ich hatte schon die Hoffnung verloren, dass Hilfe rechtzeitig eintreffen würde. Denn unter den gegebenen Umständen war es unwahrscheinlich, dass sich jemand tatsächlich vor Ort wagt.“

Dr. Khalil erklärt dazu: „VIER PFOTEN ist die erste Tierschutz-Organisation, die eine Genehmigung für einen Hilfseinsatz in Mossul erhielt. Wir sind sehr froh, dass wir den Bären und den Löwen nun versorgen konnten.“

Fast 40 Tiere erlitten ein furchtbares Schicksal: Die Mutter des Löwen soll erst vor kurzem gestorben sein, sie wurde gleich neben seinem Käfig begraben. Eine Bombe tötete nicht nur zahlreiche Tiere, sondern brach auch viele Käfige auf. In Folge flüchteten tropische Vögel, Affen und Hasen. Einige Tiere, darunter auch drei Bärenjunge, wurden von Raubtieren gefressen oder verhungerten.

Auch wenn sich die Kriegsfront mittlerweile verlagert hat, bleibt es in Mossul nach wie vor extrem gefährlich. Dr. Khalil: „Während unseres Hilfseinsatzes hörten wir ständig Raketenfeuer aus entlegeneren Gebieten der Stadt. Die Tiere konnten zwar von uns mit Nahrung und auch medizinisch versorgt werden, aber aus Sicherheitsgründen mussten wir das Gelände vor Einbruch der Dunkelheit verlassen. Das Risiko ist schlicht zu groß. Wir haben auch Flugblätter gefunden, die vor Terrorangriffen warnen.“

Durch die Nothilfe von VIER PFOTEN werden der Bär und der Löwe für die nächsten vier Wochen mit Nahrung und Medikamenten versorgt sein; die regelmäßige Verteilung werden lokale freiwillige Helfer übernehmen. „Der gesundheitliche Zustand der Tiere ist zwar alles andere als gut, aber sie sollten nun die nächsten Wochen überstehen. Und wir hoffen, dass sie sich auch langfristig erholen“, so Dr. Khalil abschließend.
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Re: Mission im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon UliS » Di 28. Mär 2017, 17:09

Löwe Simba

Der etwa drei Jahre alte Löwe hat alles verloren. Außer sein Leben. Es muss furchtbar für den Löwen gewesen sein, so viele seiner Familienmitglieder vor seinen Augen hilflos sterben zu sehen.

Simbas Vater verlor sein Leben. Nicht aus Hunger. Er wurde von Simbas Mutter attackiert, die nicht wusste, wie sie ihren Hunger anders stillen konnte. Simbas Mutter war auch diejenige, die Lulas Familie zerstörte. In einem unbeobachteten Moment schaffte sie es Lulas Baby durch die Gitterstäbe hindurch zu erhaschen. Diese Verzweiflungstaten konnten sie aber nicht retten. Simbas Mutter verlor den Kampf um ihr Leben. Sie verhungerte. Die Zoo-Mitarbeiter wussten sich nicht anders zu helfen, als sie vor seinem Käfig zu beerdigen. Wie muss sich Simba dabei gefühlt haben? Jeden Tag den Blick auf den langsam verwesenden Körper seiner Mutter gerichtet ...

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Simba blieb alleine zurück. Am Leben. Nur noch Haut und Knochen. Der Löwe war in einem bemitleidenswerten Zustand, als unser Tierarzt Amir Khalil ihn im Februar bei seinem ersten Besuch im Zoo mit einem Narkose-Pfeil betäubte. Sein geschwächter Körper sackte sofort zusammen; seine Beine gaben einfach nach. Amir dosierte das Narkosemittel gerade so, dass sich Simba in einem Dämmerschlaf befand. Zu nahe an der Kippe zum Tod stand er. Das Risiko eines Herz-Kreislaufversagens einfach zu hoch.

Simba ist am Leben. Bleibt nur die Frage offen: Wie lange noch!
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Re: Mission im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon UliS » Di 28. Mär 2017, 17:22

Lulas Geschichte:

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Lula ist eine syrische Bärin. Sie ist – gemeinsam mit dem Löwen Simba – eine von zwei Überlebenden aus dem Mossul Zoo. Noch vor wenigen Monaten lebten dort an die 50 Tiere.

Lula hat überlebt – bis jetzt. Sie ist schwer gezeichnet von dem Erlebten und dem Leid, das sie ertragen musste. Äußerlich mag man es sehen, ihre inneren Wunden kann man nur erahnen. Lula war Mutter. Obwohl sie selbst kaum genug zum Fressen hatte, schaffte sie es, ihr Junges am Leben zu halten. Ein Hoffnungsfunken in dieser dunklen Zeit für die hübsche Bärin. Lula sah viele Tiere sterben, hörte Bomben fallen, roch den Geruch von Verwesung und Tod. Doch Lula und ihre kleine Familie überlebten.

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Lulas und Simbas Käfig liegen noch heute nebeneinander. Die Tiere können direkt miteinander interagieren. Sogar ihre Tatzen passen durch die Gitterstäbe, die sie voneinander trennen. Damals war auch Simbas Mutter noch am Leben. Die ältere Löwin war mit ihren Kräften am Ende. Zu lange schon hatte sie auf feste Nahrung verzichten müssen. Sie nahm die Gerüche um sich herum ebenso wahr: Tod, Leid, Qual – aber auch Lula und ihr Baby. Es mag die Verzweiflung gewesen sein, ein tief unterdrückter Instinkt oder einfach ein nicht länger auszuhaltender Hunger, der sie antrieb…

Lula sah viele Tiere sterben. Auch Simbas Mutter wenige Zeit später. Doch Lula überlebte. Als unser Tierarzt Dr. Amir Khalil im Februar mit seinen Fingern behutsam über ihr struppiges Fell fährt, spürt er das, was auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Lula ist bis auf die Knochen abgemagert: Rippe für Rippe, Wirbel für Wirbel fühlt Amir unter ihrem dichten Fell. Lula ist gezeichnet. Gezeichnet von einem Leben hinter Gittern. Gezeichnet von einem Leben, in dem der Tod ihr ständiger Begleiter war. Gezeichnet, aber am Leben.

Und das soll sie auch bleiben.


Helft uns, Lula und Simba - die letzten beiden Überlebenden aus dem Mossul Zoo - zu retten.
Mit eurer Spende unterstützt ihr unsere Mission im Irak:
DE:
https://www.sicherspenden.at/vier-pfote ... 703/?cf=fb
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Re: Mission im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon UliS » Di 28. Mär 2017, 18:05

TRAURIGE NEUIGKEITEN AUS DEM IRAK:
Wir wurden an der Grenze von Mosul gestoppt. Wir mussten Mosul ohne die Tiere verlassen. Simba und Lula mussten zurück in den den Zoo.

Leider wurden wir gehindert, Lula und Simba zu retten. Im Moment wissen wir nicht, was mit den beiden passieren wird. Unser Missionsleiter Amir Khalil versucht zur Stunde mit den Behörden vor Ort zu verhandeln, um doch noch eine Lösung für Simba und Lula zu finden.

https://www.facebook.com/4PFOTEN/videos ... 354118507/

Bitte haltet uns die Daumen, dass alles am Ende gut wird.
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Re: 4 Pfoten im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon Eva » Di 28. Mär 2017, 19:26

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Re: 4 Pfoten im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon Ludmila » Di 28. Mär 2017, 20:24

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Re: 4 Pfoten im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon UliS » Mi 29. Mär 2017, 10:11

29.03.2017
Tiere in desolaten Zoo zurückgeschickt
Austro-Tierschützer mit Bär und Löwe im Irak gestoppt

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Löwe Simba muss zurück (Foto: Vier Pfoten)

Die "Vier Pfoten"-Mission zur Rettung der wenigen überlebenden Tiere im Motazah Al-Morour Zoo in Mossul, Irak, droht zu scheitern, nachdem das Nothilfe-Team mit den Tieren am Dienstag Nachmittag an einem der Check Points angehalten und an der Ausreise gehindert wurde.

Nachdem die Tierschützer zu Mittag im Zoo von Mossul ankamen, gelang es ihnen, Bärin Lula und Löwe Simba zu narkotisieren, sie in Transportboxen zu legen und Richtung Grenze aufzubrechen. Doch leider kam die Mission zu einem abrupten Ende, als dem Team am Check Point mitgeteilt wurde, dass es Mossul mit den beiden geretteten Tieren nicht verlassen dürfe.

"Vier Pfoten"-Tierarzt und Leiter der Mission Amir Khalil: "Trotz der zugesagten Unterstützung des Militärs wurden wir an der Grenze festgehalten. Lula und Simba waren nur 200 Meter entfernt von einem Leben in Sicherheit." Das irakische Militär brachte daraufhin die Tiere wieder zurück in den Zoo, während das "Vier Pfoten"-Team Mossul verlassen musste. Khalil ist derzeit in Verhandlungen mit Regierungsvertretern in der Hoffnung, für die Tiere doch noch eine sichere Ausreise aus Mossul arrangieren zu können. Sollten die Verhandlungen scheitern, müssen Lulu und Simba den Rest ihres Lebens unter elenden Umständen in den Käfigen des Zoos von Mossul verbringen.

Der Zoo befindet sich seit Monaten in einem katastrophalem Zustand, viele Tiere sind verhungert. Lula und Simba überlebten mit knapper Not, doch auch sie sind stark abgemagert und leiden durch die Mangelernährung und die fehlende medizinische Versorgung an zahlreichen Krankheiten. Die Bärin hat eine Lungenentzündung, der Löwe starke Gelenkprobleme. Beide Tiere haben zudem extrem schlechte Zähne. Die Käfige waren mit Schutt und Trümmern vermüllt.

Khalil: "Lula und Simba haben keine Überlebenschance, wenn wir es nicht schaffen, sie aus dem Zoo herauszuholen und in Sicherheit bringen."
http://www.heute.at/news/oesterreich/Au ... 55,1413630
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Re: 4 Pfoten im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon UliS » Mi 29. Mär 2017, 12:32

VIER PFOTEN vor etwa einer Stunde aus FB
Rettung von Lula und Simba an der Grenze Mossuls gestoppt!

NEUES AUS DEM IRAK:

Video: https://www.facebook.com/4PFOTEN/videos ... 275768507/

Gestern war einer der längsten und härtesten Tage in der VIER PFOTEN Geschichte. Wir brachen zeitig in der Früh von Erbil aus und machten uns auf den Weg nach Mossul - eine Stadt, die im Moment Mittelpunkt eines erbitterten Kriegs ist. Alles verlief von unserer Seite aus so, wie wir es geplant hatten. Wir passierten alle fünf Checkpoints auf dem Weg nach Mossul. In der Stadt trafen wir auf die irakische Armee, die uns voll unterstütze. Sie begleitete uns auf dem Weg in den Zoo und war auch vor Ort, als wir die Tiere narkotisierten und auf den Truck luden. Sie eskortieren uns aus Mossul heraus, bis es am ersten Checkpoint an der Grenze der Stadt kein Weiterkommen mehr für uns gab.

Stundenlang verhandelten wir. Doch am Ende stand das traurige Ergebnis fest: Die Tiere müssen zurück in den Zoo. Wir zurück nach Erbil. Schweren Herzens mussten wir uns von Lula und Simba verabschieden und uns ohne ihnen auf die 84 km lange Autofahrt nach Erbil aufmachen. Wir können im Moment nicht sagen, was der genaue Grund für diese Entscheidung war. Wir versuchen es zur Stunde aber herauszufinden.

Noch in der Nacht nahm unser Missionsleiter Amir Khalil die ersten Verhandlungen auf. Sie laufen zurzeit noch immer und wir können nicht sagen, wie sie ausgehen werden. Bitte haltet uns weiterhin die Daumen. Wir werden alles in unserer Macht stehende versuchen, um doch noch eine positive Wendung für Lula und Simba zu erwirken.

Wir halten euch weiterhin auf dem Laufenden!
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Re: 4 Pfoten im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon UliS » Mi 29. Mär 2017, 22:47

Neuigkeiten aus dem Irak: https://www.facebook.com/4PFOTEN/photos ... =3&theater

Wir haben euch versprochen euch über jegliche Entwicklungen vor Ort auf dem Laufenden zu halten. Wir stehen im Moment noch immer in Verhandlungen. Die letzte Nacht war - wie ihr euch sicher vorstellen könnt - sehr kurz. Direkt nach unserer Rückkehr nach Erbil nahm unser Missionsleiter Amir Khalil die Verhandlungen um das Schicksal von Lula und Simba auf. Bis in die frühen Morgenstunden sollten diese Gespräche dauern. Nach einer kurzen Ruhepause (von Schlaf kann nicht die Rede sein), machte er sich heute gleich wieder auf, um den ganzen Tag weiter zu verhandeln. Zur Stunde können wir noch nicht sagen, wie das Ergebnis der Gespräche ausfallen wird. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir Lulals und Simbas Leben doch noch retten können.

Wir möchten uns an dieser Stelle auch bei euch bedanken. Ihr, die ihr mit uns gezittert, euch gefreut und gestern dann am Boden zerstört wart, weil wir Lula und Simba nicht aus Mosul wegbrachten. Ihr, die ihr uns immer zur Seite steht. Ihr, die ihr uns unterstützt - bedingungslos. Was wären wir nur ohne euch? Ohne EUCH, ohne JEDEN EINZELNEN von euch, könnten wir solche Missionen gar nicht durchführen. Ihr sagt: Wir sind Helden. Das stimmt so nicht. Ihr seid die Helden. Denn ihr seid es, die es uns überhaupt erst möglich machen, Tiere wie Lula und Simba zu retten.

Vielen Dank für Alles!

Bitte haltet uns weiterhin die Daumen. Uns und vor allem Lula und Simba!

Wir melden uns morgen wieder bei euch!
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Re: 4 Pfoten im Irak - Hilfe für die 2 letzten Tiere im Zoo

Beitragvon Eva » Do 30. Mär 2017, 08:41

Vielen Dank, dass wir auf dem Laufenden gehalten werden und vor allem dafür, dass die Hoffnung nicht aufgegeben wird!!!!! Ich drücke fest die Daumen und hoffe weiter!
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