Berlin - Zoo und TP schreiben schwarze Zahlen

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Berlin - Zoo und TP schreiben schwarze Zahlen

Beitragvon Anita » Mi 10. Jan 2018, 13:50

Tierreiches 2018 Was dem Zoo-Chef ins Gehege kommt

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Tausende kamen, um dem Panda Jiao Qing bei seinen zahlreichen Nickerchen zuzuschauen.

Für den Berliner Zoo und den Tierpark endete das Jahr 2017 mit einer echten Erfolgsmeldung: Beide Parks schrieben 2017 schwarze Zahlen. Seit die beiden Panda-Bären Meng Meng und Jiao Qing in ihr neues Domizil zogen, entwickelten sie sich dank ihrer Bambus-Mampf-Shows in Windeseile zum Besucher-Magneten.

Seit dem Sommer seien deutlich mehr Gäste gekommen, sagte Zoo-Sprecherin Christiane Reiss. Dennoch ist noch nicht klar, ob 2017 ein Rekord-Jahr war – denn das Wetter spielte den Betreibern Streiche. Durch Regen blieben an anderen Tagen die Gäste aus, Wegen der Stürme mussten die Parks an zwei Tagen schließen.

Fans dürfen gespannt sein, was Zoo- und Tierpark-Chef Andreas Knieriem in diesem Jahr ins Gehege kommt. Denn nach dem durchschlagenden Erfolg der Pandas hofft nun auch der Park in Friedrichsfelde auf eine neue Attraktion. Es scheint, als wollten die Zootiere mithelfen, Knieriems Ideen zu befeuern. Im Tierpark hat Eisbärin Tonja Anfang Dezember wieder ein Junges bekommen.

Das heißt für Veterinäre und Pfleger, sich zurückzunehmen. Tonjas Reich betritt zur Zeit ganz bewusst niemand. Einen zweiten Eisbären „Knut“, der mit der Flasche aufgezogen wurde, will Knieriem auf keinen Fall. Vom drei Wochen alten quiekenden und schmatzenden Mini-Bären gibt es Videos aus der Überwachungskamera im Internet zu sehen.

Erst wuchs ihm ein weißes Fell, mittlerweile hat das Jungtier seine schwarzen Knopfaugen geöffnet. „Unsere Eisbären als sympathische Botschafter einzusetzen ist für uns kein Spagat“, sagt Tierpark-Sprecherin Philine Hachmeister. „In diesen emotionalen Begegnungen mit der Natur liegt die große Chance der Zoos, ihre Botschaften von Arten- und Klimaschutz an ihr Publikum zu vermitteln.“

Wer sich mit der liebevollen Eisbärenmutter Tonja beschäftigt, kann auch lernen, dass es mit schwindendem Packeis in der Arktis immer schwieriger wird, ihre Jungen durchzubringen. Nicht nur die Eisbären sollen den Tierpark auch in Zukunft zum Magneten machen. Knieriems Zukunftskonzept heißt auch: weniger ist mehr. Weniger Tiere, die künftig nach einem geologischen Prinzip zu sehen sein sollen: Nachbarn, die sich auch in freier Wildbahn begegnen würden.

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Aus dem Alfred-Brehm-Haus ist inzwischen ein kleines Paradies geworden. Foto:Sabine Gudath

Im umgebauten Alfred-Brehm-Haus sollen Besucher später in die tropische Welt südostasiatischer Inseln eintauchen, um einen Einblick in den Lebensraum von Sumatra-Tiger, Java-Leopard und Baumkänguru zu bekommen – Kostenpunkt sechs Millionen Euro. „Der Trend geht dahin, nicht mehr einzelne Tierarten zu zeigen, sondern Ökosysteme mit mehreren Arten“, sagt Julia Kögler vom Verband der Zoologischen Gärten.

Das Elefantenhaus im Tierpark soll sich ab Ende 2019 für 20 Millionen Euro in eine afrikanische Savannenlandschaft verwandeln. Das klingt ambitioniert. Denn der Tierpark war 2016 noch auf einen Sechs-Millionen-Euro-Zuschuss vom Land angewiesen. Überlebt das Eisbär-Baby, könnten sich die Kassen ab Frühjahr durch steigende Besucherzahlen füllen.

Für den Zoo passt das Geo-Konzept nicht, da große Teile unter Denkmalschutz stehen. Hier sollen nach Knieriems Plänen auch weiter Zebraarten nebeneinander zu sehen sein und alle Affen in einem Haus leben, selbst wenn sie von unterschiedlichen Kontinenten stammen. Grundsätzlich versuchen die Planer, Überschneidungen von Arten in Zoo und Tierpark zu vermeiden, um beide Tiergärten attraktiv zu machen.

Langfristig werden im Zoo beispielsweise die Asiatischen Elefanten zu sehen sein und im Tierpark die Afrikanischen. All jenen, die Zootierhaltung für Freiheitsberaubung halten, erläutert der Direktor seine Sicht der Dinge. „In der Wildnis sieht man die Zäune nur nicht. Man sieht nicht den Giraffenbullen, der sein Revier und sein Wasserloch immer wieder neu verteidigen muss.“

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Langfristig sollen afrikanische und asiatische Elefanten getrennt in Zoo und Tierpark leben.
Foto: picture alliance / Maurizio Gamb


Für den Zoo passt das Geo-Konzept nicht, da große Teile unter Denkmalschutz stehen. Hier sollen nach Knieriems Plänen auch weiter Zebraarten nebeneinander zu sehen sein und alle Affen in einem Haus leben, selbst wenn sie von unterschiedlichen Kontinenten stammen. Grundsätzlich versuchen die Planer, Überschneidungen von Arten in Zoo und Tierpark zu vermeiden, um beide Tiergärten attraktiv zu machen.

Langfristig werden im Zoo beispielsweise die Asiatischen Elefanten zu sehen sein und im Tierpark die Afrikanischen. All jenen, die Zootierhaltung für Freiheitsberaubung halten, erläutert der Direktor seine Sicht der Dinge. „In der Wildnis sieht man die Zäune nur nicht. Man sieht nicht den Giraffenbullen, der sein Revier und sein Wasserloch immer wieder neu verteidigen muss.“

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Panda-Dame Meng Meng entspannt in ihrem Gehege im Zoo.

Der Großstadtmensch habe verdrängt, dass es in der Natur zuerst heiße: Was kann ich heute fressen und vom wem könnte ich gefressen werden. Für Knieriem ist die Natur in vielen Köpfen ein zu romantischer Ort geworden.

„Ist sie aber nicht“, ergänzt er. Und auch in Tiergärten ist die Welt nicht völlig heil. Im März starb Tonjas erstes Eisbärbaby „Fritz“. Wissenschaftler haben die Ursache bis heute nicht herausgefunden.
Quelle: https://www.berliner-kurier.de/berlin/k ... t-29417326
Anita
 
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