Eberswalde - Ein Tiger-Märchen geht zu Ende

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Eberswalde - Ein Tiger-Märchen geht zu Ende

Beitragvon UliS » Di 19. Mai 2015, 18:13

03.05.2015
Ein Tiger-Märchen auf Zeit

Eberswalde (MOZ) Dragan und Alisha - das ist ja fast wie im Märchen. Zwei junge Sibirische Tiger, beide von ihrer Mutter verstoßen, vereint im Eberswalder Zoo. Ende gut, alles gut? Nicht ganz, denn aus der Romanze könnte noch ein Drama werden.

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Beschäftigungstherapie: Die Pfleger haben Dragan (l.) und Alisha Pappbeutel mit Fleischbrocken zum Spielen gegeben.
© Sören Tetzlaff

Dann nämlich, wenn die Zuchtbuchführerin, die in London über die Verteilung der Exemplare dieser bedrohten Spezies wacht, die Raubkatzen am Ende des Jahres nicht gemeinsam vermitteln kann. Einen neuen Tiger anzuschaffen, ist eh schon mit großem Aufwand verbunden. Aber zwei Tiere auf einmal? Das kann sich kaum ein Zoo leisten.

"Normalerweise stirbt ein altes Tier und das Haus kauft ein Jungtier hinzu", erklärt Bernd Hensch, der Chef des Eberswalder Zoos. Es tue ihm schon leid, dass die beiden Tiger wohl einmal getrennt werden müssen. "Sie spielen die ganze Zeit und schmusen miteinander", sagt Hensch.

Bis in die erste Juni-Woche hinein können Dragan und Alisha in Eberswalde weitermachen wie bisher. Danach geht es für den Tiger-Nachwuchs gemeinsam nach Berlin in den Tierpark Friedrichsfelde, aus dem Alisha stammt. Doch auch dort dürfen sie nur bis zum Ende des Jahres bleiben.

Was dann kommt, könnte sich schon in den nächsten Wochen entscheiden. Wie Bernd Hensch berichtet, hat sich die Zuchtbuchführerin vor Kurzem erst nach dem Befinden der beiden Raubkatzen erkundigt. Für den Zoo-Direktor ein Zeichen, dass es wohl Interessenten gibt.

Ein Wunder ist das nicht. Denn Dragan und Alisha sind Publikumsmagneten. Um das Gehege, in dem sie mittlerweile von vormittags 9 Uhr bis abends gegen 18 Uhr beieinander sind, bilden sich regelmäßig Besuchertrauben. "Viele kommen selbst aus Berlin, um das Tiger-Mädchen aus dem Tierpark zu besuchen", sagt Bernd Hensch. Wer weiß, wie weit die Gäste im kommenden Jahr fahren müssen, um die Wildkatzen in Aktion zu erleben. Und vielleicht gibt es ja auch ein unverhofftes Happy End - ganz wie im Märchen.
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UliS
 
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Re: Eberswalde - Ein Tiger-Märchen auf Zeit

Beitragvon SylviaMicky » Di 19. Mai 2015, 20:58

Ich wünsche den beiden sehr, dass sie zusammen bleiben können.
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Re: Eberswalde - Ein Tiger-Märchen auf Zeit

Beitragvon AnkeB » Di 19. Mai 2015, 21:29

Sylvia, das wünschen sich außer uns viele.
Ich hoffe, dass sie im Tierpark Friedrichsfelde mindestens so gut untergebracht werden können wie im Zoo Eberswalde!
Ansonsten kann ich einen erneuten Umzug der Tigerkinder nicht nachvollziehen.
[tschuess]
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Re: Eberswalde - Ein Tiger-Märchen geht zu Ende

Beitragvon UliS » Sa 6. Jun 2015, 13:20

06.06.2015 05:45 Uhr

Die Tage der Tiger sind gezählt

Eberswalde (MOZ) Nun steht er fest, der große Tag des Abschiednehmens. Am 26. Juni zieht der Tiger-Nachwuchs um in den Tierpark Berlin, in die Heimat Alishas. Dort werden das sechs Monate alte Weibchen und der zwei Monate ältere Dragan nicht mehr die Ausnahmestellung genießen, die sie im Eberswalder Zoo innehaben. Schließlich sind in der Anlage in der Hauptstadt gerade erst drei neue Tiger-Babies geboren worden.

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Medien-Profis: Auf der Suche nach den versteckten Fleischbrocken posieren Dragan (l.) und Alisha für die Kamera.
© MOZ/Simon Rayß

So viele Raubkatzen auf einem Haufen kann durchaus Probleme aufwerfen: "Das ist einfach eine Platzfrage", sagt Tierpfleger Uwe Fanke, der am Freitag Fleischbrocken im Gehege von Dragan und Alisha versteckt, um den beiden ein wenig Abwechselung zu bieten. Der Aufwand, den sie verursachen, ist gering. "Spielerchen machen wir nicht mehr mit ihnen", erklärt Fanke. "Dafür haben sie einander."

Dragan und Alisha nehmen sofort die Fährte der Fleischstückchen auf. Doch die Brocken, die auf höheren Ästen versteckt sind, finden sie nicht sofort. Da schnüffeln sie erst eine Weile auf dem Boden herum.

Wenn es notwendig ist, wagt sich Uwe Fanke noch immer zu den beiden ins Gehege. Aber nur mit robuster Kleidung. "Tiger haben eine stabilere Haut", sagt der Tierpfleger. Paulina Ostrowska, Leiterin der Zoo-Schule, ergänzt: "Wenn sie miteinander spielen, behalten sie die Krallen draußen - trotzdem verletzen sie sich nicht."

Dabei sind die Tiger inzwischen ziemliche Kraftbolzen. Dragan - mittlerweile ein stattliches Männchen - wiege auf jeden Fall mehr als 50 Kilos, sagt Uwe Fanke, Alisha ungefähr die Hälfte. Immer wieder kommen die beiden zu dem Tierpfleger gelaufen, der außen vorm Gehege steht. Sie stellen sich am Gitter auf, ja, sie klettern sogar daran hoch. Dragan bringt es aufgerichtet auf eine Kopfhöhe von 1,50 Metern, Alisha ist einen Kopf kleiner.

Der nahende Abtransport stellt das Zoo-Team vor keine logistischen Probleme. Die beiden kommen für die Fahrt nach Berlin in Boxen - jedes Tier für sich. "Damit sie sich auf der Reise nicht verletzen", erklärt Uwe Fanke. Die Kisten selbst sind den Tigern vertraut. In ihnen hat Dragan in der Vergangenheit kleinere Strecken zurückgelegt. Alisha ist darin Anfang März sogar von Berlin nach Eberswalde gereist.

Im Tierpark Berlin erwartet sie ein neues Umfeld. Von Stress für die Tiere würde Fanke aber trotzdem nicht sprechen. "Das ist einfach eine völlig neue Situation für sie", sagt er. "In der Regel stecken die das weg." Pfleger Steffen Wegener ergänzt: "Die kennen einander, das erleichtert die Sache."
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Re: Eberswalde - Ein Tiger-Märchen geht zu Ende

Beitragvon MarkusI » Mo 20. Jun 2016, 16:45

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