Rostock - Vogelgrippe im Zoo alle Weißstörche getötet

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Rostock - Vogelgrippe im Zoo alle Weißstörche getötet

Beitragvon Brigli » Do 8. Jan 2015, 18:56

H5N8: Geflügelpest im Zoo Rostock
Nr. 007/14-08.01.2015-LU-Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz teilt mit, dass bei einem Weißstorch im Zoo Rostock das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5N8 und damit Geflügelpest festgestellt wurde.

Das weitere Vorgehen wurde vom Landeskrisenzentrum in Abstimmung mit dem Zoo Rostock und den Veterinärbehörden festgelegt. „Der jetzt festgestellte Fall zeigt leider, dass die Gefahr der Ausbreitung der Geflügelpest nicht gebannt ist. Ich appelliere daher an alle Geflügelhalter im Land, die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten“, so der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus. Hierzu gehört insbesondere, unklare Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel durch eine schnellstmögliche Untersuchung auf Geflügelpest abzuklären. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben. In allen Verdachtsfällen sei umgehend das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu informieren.

Alle 12 gehaltenen Weißstörche sind aus Gründen der Seuchenprävention getötet worden bzw. waren bereits verendet. Ferner wurden 23 Enten, die im gleichen Stallgebäude untergebracht sind, getötet. Von einer weiteren Tötung anderer Geflügelarten wird vorerst abgesehen, bis weitere Ergebnisse vorliegen. Dazu werden alle im Zoo gehaltenen Vögel beprobt und untersucht. Auch werden Futtermittel und Einstreu labortechnisch analysiert.
Im Gegensatz zu den Fällen in Heinrichswalde und jüngst in Niedersachsen kann von einer Tötung aller Vögel im Zoo bei Einhaltung besonderer tierseuchenhygienischer Bedingungen abgesehen werden. Hier geben die Paragrafen 20 und 21 der Geflügelpestverordnung die Möglichkeit für besondere Einrichtungen wie Zoos, die zum Beispiel seltene Tierrassen für den Artenschutz halten. „Natürlich werden wir unser Vorgehen anpassen, sobald ein weiterer Nachweis von H5N8 gefunden werden sollte. Dies ist natürlich für die Tiere, die Besucherinnen und Besucher sowie den Zoo selbst bedauerlich. Doch die Seuchenprävention genießt absoluten Vorrang“, unterstrich der Minister.

„Es ist der erste Fall von H5N8 bei uns im Zoo und er geht uns allen sehr an die Nieren“, sagte Zoodirektor Udo Nagel. „Vor allem die Pfleger haben damit zu kämpfen, dass ihre Tiere gekeult werden müssen, für die sie Tag für Tag zur Arbeit kommen. Die große Population der Weißstörche war immer ein Besuchermagnet im Zoo. Unsere ganze Aufmerksamkeit richten wir jetzt darauf, den Vogelbestand im Zoo zu schützen. Wir haben etwa 500 Vögel in 85 Arten, viele davon sind sehr selten. Jede vierte Tierart im Zoo gehört zu den Vögeln, dementsprechend groß ist unsere Sorge.“

Vorerst wurde außerdem verfügt, dass der Zoo geschlossen wird, damit sich der Virus nicht durch unnötigen Personenverkehr weiter ausbreiten kann. Die temporäre Schließung des Zoos wird vorerst für den ‚Vogel-Bereich‘ aufrecht erhalten, bis die Ergebnisse der weiteren Proben vorliegen und die Ursachforschung weitere Erkenntnisse vorliegen. Der Zooteil rund um das Darwineum kann ab morgen wieder besucht werden. „An der Stelle möchte ich nochmals betonen, dass nach heutigem Kenntnisstand keine Gesundheitsgefahr für den Menschen existiert, doch das Virus für die infizierten Tiere meist tödlich verläuft“, hob Dr. Backhaus hervor.

In einem Radius von 10 km um den Zoo wird vorsorglich eine Überwachungszone eingerichtet, innerhalb derer die Geflügelhaltungen risikoortientiert ebenfalls untersucht und ggf. beprobt werden. Ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet werden in Abhängigkeit von den weiteren Untersuchungsergebnissen eingerichtet. Insgesamt sind in einem Umkreis von 3 km ca. 95 Hobbygeflügelhaltungen bekannt. Eine Tötung dieser Tiere ist bisher nicht vorgesehen

Auch wird das Aufstallgebot in Risikogebieten aufgrund des neuen Fundes nicht aufgehoben werden können. Hierzu sind auf der Homepage des Ministeriums die entsprechenden Karten und Gemeindelisten verfügbar. Auch wird weiterhin das Bürgertelefon unter der 0385-588 6066 werktags zwischen 09 und 14 Uhr für Vogelgrippefragen frei geschaltet sein.

Quelle Facebook Zoo Rostock
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Re: VOGELGRIPPE IM ZOO ROSTOCK

Beitragvon AnkeB » Do 8. Jan 2015, 19:18

So eine Sch....!
Es tut mir sehr leid für die Störche und Enten und natürlich für die Pfleger!
Ich hoffe, die Seuche breitet sich nicht weiter aus.
:sad:
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Re: Rostock - Vogelgrippe im Zoo

Beitragvon UliS » Sa 10. Jan 2015, 00:34

Zwölf Vögel getötet
Alle Störche im Zoo Rostock an Vogelgrippe erkrankt
Rostock/Schwerin · Freitag, 09. Januar 2015

Wegen des Auftretens der Vogelgrippe sind alle Weißstörche im Rostocker Zoo getötet worden. Agrarminister Backhaus kündigte an, dass der Fall auch Auswirkungen auf die Stallpflicht in Risikogebieten haben werde. Der Zoo ist vorerst geschlossen.

Alle zwölf Weißstörche im Rostocker Zoo sind mit dem Vogelgrippevirus infiziert gewesen. Das haben erste Analysen ergeben, wie das Agrarministerium in Schwerin am Freitag mitteilte. Eine amtliche Bestätigung, ob es sich um H5N8 handelt, stehe allerdings noch aus. Sämtliche etwa 500 Vögel des Zoos würden nun untersucht.

Der Zoo bleibt bis zur Auswertung der Laborproben bis einschließlich kommenden Montag geschlossen. In den vergangenen Tagen waren dort drei Störche verendet und neun vorsichtshalber getötet worden, zudem 25 im selben Stall untergebrachte Enten und fünf Gänse.

Stallpflicht im ganzen Stadtgebiet

"Von einer weiteren Tötung wird vorerst abgesehen, da im Zoo seltene Vogelarten leben, die unter besonderem internationalen Schutz stehen", sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD). Bei weiteren Nachweisen des Vogelgrippevirus könne sich das ändern.

Derzeit sammeln vier Teams unter anderem mit Mitarbeitern des Veterinäramtes Rostock, des Zoos und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) Proben im Zoo sowie bei Hobbyhaltungen im Umkreis von einem Kilometer ein. Für das gesamte Stadtgebiet wurde die Stallpflicht ausgerufen. "Wir setzen derzeit alles daran, die möglichen Eintragswege nachzuvollziehen", sagte Backhaus.

Noch unklar, wie der Virus in den Zoo kam

Am Freitag wurde bekannt, dass die Störche zwischen dem 18. und 28. Dezember Auslauf und Zugang zu freien Wasserflächen im Zoo hatten. Damit sei nicht gegen Auflagen verstoßen worden, hieß es. Dies sei aber eine weitere Eintragsmöglichkeit. Bisher ist unklar, wie das Virus in den Zoo kam. Die bis zum Freitagnachmittag untersuchten 20 Futterproben, fast ausschließlich von Eintagsküken, fielen laut Ministerium alle negativ aus.

Störche sind nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts empfänglicher für das Influenzavirus als Enten und Gänse. "Diese Wasservögel bilden das natürliche Reservoir für das Virus, sie setzen sich seit Jahrtausenden mit ihm auseinander", sagte Institutssprecherin Elke Reinking auf der Ostseeinsel Riems. Die Wasservögel zeigten im Gegensatz etwa zu Hühnervögeln trotz Infektion keine Krankheitsanzeichen. Das sei auch bei Nutzgeflügel so.
Vögel haben sich untereinander angesteckt

Die Störche im Zoo hatten sich Reinking zufolge sicherlich auch wegen der räumlichen Nähe untereinander angesteckt. Generell seien Vögel in Gefangenschaft aber nicht empfänglicher für Viren als in freier Wildbahn. Wie sich H5N8 auf Singvögel auswirkt, sei noch nicht bekannt.

Der Rostocker Zoo war am Donnerstag für Besucher gesperrt worden, um die Gefahr zu verringern, dass das Virus weiter verbreitet wird. Allerdings hatte Direktor Udo Nagel gehofft, den Zoo am Freitag schrittweise wieder öffnen zu können. Bei dem stürmischen Regenwetter wären aber ohnehin nur wenige Besucher gekommen.
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UliS
 
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