Elefantenkuh Sara ist tot, Gisbert ist jetzt allein

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Elefantenkuh Sara ist tot, Gisbert ist jetzt allein

Beitragvon AnkeB » Do 21. Nov 2013, 10:48

http://www.rostock-heute.de/elefant-sar ... tock/69502

Besucherliebling Sara, die älteste afrikanische Elefantenkuh in einem europäischen Zoo, ist tot. Sie wurde stolze 51 Jahre alt; das ist vergleichbar mit einem Menschenalter von 90 Jahren. Zoo-Mitarbeiter nahmen heute Abschied von Sara und erinnern auf einer Tafel an die Rostocker Legende. Mit Sara geht über ein halbes Jahrhundert der Elefantenhaltung in Rostock vorerst zu Ende. „Generationen an Kindern sind mit Sara und ihren Artgenossen groß geworden. Das ist für uns alle ein sehr schwerer Tag. Aber uns verbinden mit Sara auch viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse“, sagte Zoodirektor Udo Nagel. In gewisser Weise bleibt sie den Rostockern auch erhalten. Die zoologische Sammlung der Universität Rostock plant, das Skelett von Sara zu Ausstellungs- und Lehrzwecken zu übernehmen.

Sara ist ein Wildfang aus Afrika, geboren vermutlich 1962, genaue Daten existieren nicht. Seit 1964 lebte sie in Rostock, davon viele Jahre mit weiteren Elefanten in einer kleinen Herde. „Sara ist mit uns groß und sehr alt geworden, für manchen war allein sie Grund genug für einen Besuch im Zoo“, so Udo Nagel weiter. Der Zoo Rostock war gleichzeitig gemeinsam mit Bock Gisbert und weiteren Kamerunschafen der Altersruhesitz von Sara.

Die Elefantenhaltung hat in der Geschichte des Zoos eine lange Tradition, wenngleich sie nicht bis 1899 und Carl Lange, Tierwärter im „Hirschgarten“, zurück reicht. 1960 kamen die beiden indischen Elefanten Hati und Suri nach Rostock, 1964 gefolgt von der damals zweijährigen Sara, der ersten „Afrikanerin“. Sara und die Asiatin „Kira“ lebten ab 1972 zusammen auf der Anlage. 1995 verstärkten Goni und Dzomba aus dem afrikanischen Krüger Nationalpark die Gruppe. Beide verließen den Zoo zur Zucht, Kira starb im September 2004. Für Sara begann dann die Zeit in einer „Senioren-WG“ mit der fast gleichaltrigen Elefantenkuh Bibi aus Nürnberg.

Seit Bibis Tod im April 2009 lebte Sara allein auf der Anlage. Sara arrangierte sich gut mit ihrer Situation, wurde liebevoll umsorgt und durch ihre Tierpfleger viel beschäftigt. Auf weitere Versuche, ihr eine Artgenossin zur Seite zu stellen, wurde aufgrund ihres hohen Alters und dominanten Charakters verzichtet. Seit 2010 wurde die Wild-WG durch die Kamerunschafe belebt, die gut mit Sara harmonierten und sie auf Trab hielten.

„Gesundheitlich zeigten sich bei Sara vermehrt die Spuren ihres Alters, beispielsweise ihre Steifheit in den Gelenken infolge einer fortgeschrittenen Arthrose“, erklärte Kuratorin Antje Zimmermann. In den letzten Monaten hat sich dann aber der gesamte Zustand deutlich verschlechtert. Sara litt an einer infektiösen Weichteilschwellung im Bereich der rechten Schulter und an einem Gesäugetumor. Zuletzt nahm Sara kaum noch Futter auf, zeigte ein stark eingeschränktes Allgemeinbefinden und zunehmend Standschwierigkeiten. „Ein weiterer Leidensweg war ihr aus der Sicht des Tierarztes, der Tierpfleger und der Zooleitung nicht mehr zuzumuten“, so die Kuratorin.

Eine Ära geht im Zoo Rostock zu Ende
Bereits mit dem Bau des DARWINEUM ist beschlossen worden, die Elefantenhaltung nach der Ära Sara auslaufen zu lassen. „Auch das war eine schwere Entscheidung, die sich keiner der Beteiligten leicht gemacht hat. Sie wurde aber in enger Abstimmung mit dem Koordinator für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Elefanten getroffen“, sagte Zoodirektor Nagel. „Die Auflagen der europäischen Haltungsrichtlinien für ein Elefantencamp sind im Interesse der Tiere zu Recht sehr hoch gesetzt. Die enormen Investitionen in Millionenhöhe könnten der Zoo Rostock und die Hansestadt derzeit Zeit nicht leisten. Das zwingt uns leider, Prioritäten zu setzen. Mit der Tropenhalle für unsere Menschenaffen und der geplanten Modernisierung der Eisbärenanlagen für unser Wappentier haben wir die Weichen für eine tragfähige und finanzierbare Zukunft gestellt.“

Über die künftige Nutzung der Elefantenanlage wird nun in Ruhe und im Kontext mit der Gesamtentwicklung des Zoos entschieden. Spätestens im Frühjahr soll die Anlage nach einer Umgestaltung mit neuen Tieren eröffnet werden. Zoodirektor Udo Nagel dankte allen Tierpaten von Sara für die langjährige Unterstützung.

Quelle: Zoo Rostock


Für Ziegenbock Gisbert tut es mir sehr leid! [heul]

Schlaf schön Sara!
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AnkeB
 
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Re: Elefantenkuh Sara ist tot, Gisbert ist jetzt allein

Beitragvon Brigli » Sa 23. Nov 2013, 09:52

Anke : von wegen Sara schlaf schoen . Ich bin entsetzt und habe es geahnt wie doch die Dermoplastik wieder in Mode kommt, wem wir das wohl zu verdanken haben?

Churchill und Sara: Ihr zweites Leben
Eisbär Churchill und Elefantendame Sara kehren zurück - als Prunkstücke der Zoologischen Sammlung der Uni. Churchill wird sogar eine einjährige Sonderschau gewidmet, die im April startet. Wie genau diese gestaltet wird, daran feilen derzeit 13 Master-Studenten des Studiengangs Diversität und Evolution. Klar ist aber schon jetzt: Der Eisbärmann wird aufrecht auf seinen Hinterbeinen stehen und es so auf beeindruckende 2,80 Meter bringen. Und er wird leicht nach rechts gedreht stehen, damit er die Besucher im Ausstellungsraum direkt beim Eintreten ansieht. "Das wird ziemlich imposant sein", sagt Lehrstuhlinhaber Prof. Stefan Richter.

Das Institut sei aber nicht auf Sensation, sondern auf eine möglichst natürliche Körperhaltung aus. Gemeinsam mit dem Greifswalder Präparator Thomas Labahn hätten die Mitarbeiter zu diesem Zweck unzählige Fotos studiert. "Churchill war der Liebling vieler Rostocker, daher wollen wir ihn so lebensecht wie möglich zeigen", sagt Stefan Richter. Auch seine besonderen Merkmale wie der breite Kopf finden bei der Nachbildung Beachtung. Vom Original verwendet der Präparator lediglich das Fell, das über einen Kunststoffkörper gezogen wird. Zuvor muss es allerdings gegerbt werden. Dieser Arbeitsschritt wird derzeit ausgeführt, "damit keine Speckkäfer oder Motten dem Fell zusetzen können", so Stefan Richter.

Das Skelett wird separat bearbeitet, auch bei Elefantenkuh Sara, bei der aus Kostengründen auf die Präparation verzichtet wird. Beide Ex-Publikumsmagnete des Zoos befinden sich im Moment bei den Experten vom Ozeaneum in Stralsund, wo ihre Knochen unter anderem entfettet werden. Churchills Skelett wird zusätzlich zu der Dermoplastik im Institut aufgestellt, aber auf vier Beinen. Für Sara fehlt schlichtweg der Platz, auch wenn sie für einen Elefanten relativ klein war. "Wir werden auf jeden Fall den Schädel mit den Stoßzähnen zeigen", sagt Stefan Richter. Die seien bei der Grande Dame trotz ihres hohen Alters in ausgezeichnetem Zustand gewesen. "Das Skelett würden wir auch gerne aufstellen, wir wissen bloß noch nicht wo", so der Zoologe. Dauerhaft vom Tisch sei das Vorhaben aber nicht. Bis ein Standort gefunden wird, werden Saras Knochen vorerst in einer Kiste verwahrt.
Verantwortlich für die Eisbärschau ist Torben Göpel. "Das Thema soll vor dem Jahreswechsel feststehen, im Februar beginnt dann die praktische Arbeit", sagt der Lehrbeauftragte. Dann ist auch klar, welche Tiere neben Churchill zu sehen sein werden. Torben Göpel erhofft sich von seinen Studenten neue Ideen für die inhaltliche Ausrichtung der Exposition. "Zielpublikum ist nicht der Biologe, sondern Reisegruppen, Schulklassen oder einfach die Laufkundschaft im Institut", so der 25-Jährige. Die Ausstellung solle jeden ansprechen und so viele Besucher wie möglich anlocken. Im vergangenen Jahr kamen rund 12 000 Gäste, sagt er.

Dass die beiden Großtiere überhaupt in die Zoologische Sammlung aufgenommen werden können, verdankt das Institut zum einen einer Sondergenehmigung des Amtstierarztes, zum anderen einem erst vor einem halben Jahr geschlossenen Kooperationsvertrag mit dem Zoo. "Der Zoo bietet uns verstorbene Tiere zur Präparation an, wenn die Umstände es zulassen", sagt Stefan Richter. Dank der Kooperation waren die Mitarbeiter des Instituts schon an der Sektion von Sara beteiligt und konnten ihr Skelett sichern. Die Elefantendame war am Mittwoch mit 51 Jahren gestorben, Eisbär Churchill Ende Oktober mit 34. In den vergangenen Jahrzehnten hatte der Zoo dem Institut immer wieder auch kleinere verstorbene Tiere zukommen lassen. Insgesamt umfasst die Sammlung mehr als 100 000 Serien. Viele Exemplare sind allerdings nur wenige Millimeter groß. "Als Evolutionsbiologen haben wir Interesse an der Vielgestaltigkeit des Lebens - und die reicht vom Wasserfloh bis zum Elefanten", sagt Stefan Richter

Quelle http://www.nnn.de/nachrichten/home/top- ... leben.html
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Re: Elefantenkuh Sara ist tot, Gisbert ist jetzt allein

Beitragvon AnkeB » Sa 23. Nov 2013, 11:13

Liebe Biene!
Es gibt Menschen, die sich immer noch selbst gejagte Wasserbüffelköpfe ins Wohnzimmer hängen, Elefantenfüße als Schirmständer benutzen und Zebra- und Tigerfelle als Läufer und Brücken mit Füßen treten. Sie und viele andere gehen ins Museum und sehen "ausgestopfte" Tiere als interessante und unterhaltsame Schaustücke an.

Es gibt inzwischen aber auch immer mehr Menschen, die diesen Lifestyle und Geschmack nicht teilen, die sich im Museum keine "ausgestopften" Tiere anschauen möchten, weil sie in dadurch in ihrem ethischen Empfinden verletzt werden, ganz besonders, wenn es sich um ein geliebtes Zootier wie zB Knut handelt.

Welchen Wert hat eine Dermoplastik für die Wissenschaft?

Sara hat ihren Körper verlassen, sie lebt in der Erinnerung und in den Herzen der Menschen, die sie geliebt haben, weiter.
Dort ist sie gut aufgehoben und kann ihre Ruhe und ihren Frieden finden.

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