Allwetterzoo Münster - Zoo legt Masterplan vor

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Allwetterzoo Münster - Zoo legt Masterplan vor

Beitragvon Anita » Mi 20. Jun 2018, 11:13

Allwetterzoo will 59 Millionen Euro investieren

Generalsanierung im „Bürgerzoo“
Münster - (Aktualisiert) 59 Millionen Euro will der Allwetterzoo bis 2030 investieren, um den bestehenden Sanierungsstau aufzulösen und darüber hinaus neue Attraktionen zu schaffen. Von Klaus Baumeister

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Pinguin Sandy mit Pfleger Peter Vollbracht. Dahinter: Kämmerer Alfons Reinkemeier, Zoodirektor Dr. Thomas Wilms, Oberbürgermeister Markus Lewe, Aufsichtratsvorsitzender Rainer Knoche . Foto: Oliver Werner

Bei einem Pressegespräch am Mittwoch stellten Zoodirektor Dr. Thomas Wilms, Oberbürgermeister Markus Lewe, Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier und der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Knoche den „Masterplan Allwetterzoo“ vor. 45 Minuten lang waren an der Wand viele bunte Bilder mit schönen neuen Tiergehegen zu sehen. 45 Minuten lang wurden die Redner nicht müde, die überragende Bedeutung des münsterischen Zoos zu betonen. Lewe nannte den Zoo einen „Identifikationsfaktor für Münster“ und attestierte dem vorgelegten Masterplan bis 2030, für einen „signifikanten Neuanfang“ zu sorgen, ja geradezu für einen „Big Bang“.

In Anspielung auf die 12 000 Mitglieder des Zoovereins meinte der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Knoche, Münsters Zoo sei ein „Bürgerzoo“. Und dann wurde es ganz ruhig. Der Grund: Zoodirektor Dr. Thomas Wilms wurde gefragt, ob es einen „Plan B“ gebe. Sprich: Was wäre, wenn die jetzt eingeplanten 59 Millionen Euro Investitionsmittel nicht fließen würden? Die ehrliche Antwort des Zoodirektors: „Dann würden wir einen sehr steinigen Weg gehen.“ An dieser Stelle des Pressegesprächs war klar, dass Münsters Allwetterzoo am Scheideweg steht.

Die Botschaft: Nicht kleckern, sondern klotzen
Entweder man nimmt viel Geld in die Hand, um die letzten Reste des einstigen „Betonzoos“ zu beseitigen und auf neue Attraktionen zu setzen. Ober aber man stellt sich auf ein kontinuierliches Schrumpfen ein. Die Antwort, die neben Lewe, Knoche und Wilms auch der Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier gab, war bei dem Pressegespräch am Mittwoch unmissverständlich: Nicht kleckern, sondern klotzen.Thomas Wilms erklärte unmissverständlich, dass er parallel zu dem Investitionsmarathon auch die Besucherzahl, die aktuell bei rund 600 000 im Jahr liegt, um jeweils 100 000 steigern möchte.

Das Finanzierungskonzept
Per Kredit finanziert, stellt die Stadt Münster einen Investitionszuschuss in Höhe von 20 Millionen Euro bereit. Das Geld soll – verteilt auf vier Tranchen – in den Jahren 2019 bis 2022 fließen.
Parallel dazu hebt die Stadt Münster ihren Jahreszuschuss an – von aktuell 3,8 Millionen Euro auf 4,1 im Jahr 2019 und 4,8 Millionen in den Folgejahren.
Nach dem vorliegen Finanzierungskonzept sollen 53 Prozent der Mittel für Neubauten ausgegeben werden, 47 Prozent für Sanierungen. Ein Ziel dabei ist die „Reduktion des Energiebedarfs um circa 33 Prozent bis 2030“, wie es in dem Ratspapier heißt.
Mit 31 Millionen Euro will sich der Zoo selbst an den Kosten beteiligen, darüber hinaus will Wilms EU- und Landesmittel eintreiben.
Zur Refinanzierung der Ausgaben sollen auch die Eintrittsgelder beitragen. Nach jedem der drei großen Investitionsschübe sollen die Preise jeweils um etwa 2,50 bis drei Euro steigen.

Eintrittspreise sollen steigen
Damit nicht genug: In dem Rats­papier, das am 4. Juli zur Abstimmung steht, ist die Rede davon, dass damit zu rechnen sei, die Umsätze an der Zookasse von aktuell 6,7 Millionen Euro im Jahr auf 13,3 Millionen Euro steigern zu können. Das ist faktisch eine Verdoppelung. Der Zoo braucht dieses Geld auch, um die erforderlichen Eigenmittel aufbringen zu können. Mit einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 20 Millionen Euro will Kämmerer Reinkemeier für eine „Anschubfinanzierung“ sorgen. Ohnehin geht er davon aus, dass der Zoo ohne rasche Hilfe in eine Schieflage geraten würde. So sind in dem Masterplan für 14 Millionen Euro Sanierungsmaßnahmen aufgelistet, die alle den Vermerk tragen: „kritischer Zustand, akuter Handlungsbedarf“.

Diese Neuerungen kommen
Doch auch atmosphärisch und thematisch soll sich im „neuen“ Allwetterzoo einiges ändern. Zoodirektor Wilms will in einem ersten Schritt das Gelände zwischen dem Elefanten-Park (welcher unverändert bleibt) und dem Aasee in eine „asiatische Inselwelt“ umbauen. Darüber hinaus steht der Umbau des Tropenhauses in ein Pantanal auf dem Programm, benannt nach dem gleichnamigen Feuchtgebiet in Südamerika. Das Bärenhaus weicht einem „südamerikanischen Gebirgswald“, auch eine Indoors-Spielanlage ist geplant.

Die Gehege werden nach Klimazonen sortiert, die da heißen: „Tropen“, „Subtropen“ und „Gemäßigt“. Die meisten neuen Tiere, das sei schon mal verraten, kommen in den Tropen vor. Darüber hinaus sind „kommentierte Fütterungen“ geplant, wie es der Zoodirektor ausdrückte. Bei den Pinguinen soll es Unterwasserblicke geben, überdies eine begehbare Voliere mit großen Vögeln. Ach ja: Kamelreiten kann man künftig auch. Oberbürgermeister Lewe geht davon aus, dass der umfassende Investitionsplan eine breite Mehrheit im Rat finden wird und der Zoo dann an die Arbeit gehen kann.
Quelle: http://www.wn.de/Muenster/3343574-Allwe ... Buergerzoo
Anita
 
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Re: Allwetterzoo Münster - Zoo legt Masterplan vor

Beitragvon Anita » Mi 20. Jun 2018, 11:16

Umbau des Allwetterzoos
Kritik an steigenden Eintrittspreisen
Münster - Die Ankündigung des Allwetterzoos, in den kommenden zwölf Jahren 59 Millionen Euro zu investieren, hat eine lebhafte Facebook-Debatte ausgelöst. Im Mittelpunkt steht dabei nicht zuletzt die Ankündigung, dass auch die Eintrittspreise steigen werden. Von Klaus Baumeister

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Nach dem jetzt vorgelegten Masterplan soll es künftig so im Allwetterzoo aussehen. Foto: Oliver Werner

59 Millionen Euro will der Allwetterzoo bis 2030 investieren, um den bestehenden Sanierungsstau aufzulösen und darüber hinaus neue Attraktionen zu schaffen. In der Debatte auf unserer Facebook-Seite findet vor allem der Aspekt Beachtung, dass nach jedem der drei großen Investitionsschübe die Eintrittspreise des Zoos jeweils um etwa 2,50 bis drei Euro steigen sollen. Derzeit kostet eine Tageskarte für Erwachsene 18,90 Euro in der Hauptsaison.

Darüber hinaus beschäftigen sich die Facebook-User auch mit der generellen Frage nach einer Rechtfertigung von Tierparks. Eine Userin meint, sie boykottiere Zoos „wegen der Tiere, nicht wegen des Geldes“.

Günther Pott hingegen bricht eine Lanze für diese Einrichtung: „In zehn bis zwanzig Jahren werden Zoos die einzigen Orte sein, wo man Tiere noch sehen kann.“ Weiter schreibt er: „Zoologische Gärten und Wildparks sollten uns lieb und auch teuer sein, es werden die letzten Naturstellen sein, die wir auf lange Sicht noch haben.“

Die Finanzdebatte kann er nicht verstehen, da „eine Kinokarte schon fast soviel kostet wie ein Zoobesuch“. Damit ist er aber weitgehend allein.

„Die Eintrittspreise sind jetzt schon nicht von Pappe. Wer soll denn bei steigenden Preisen noch mehr kommen?“, heißt es an einer Stelle. Ines Fischer hält die Eintrittspreise in Zoos generell für sehr hoch und verweist auf Gelsenkirchen und Osnabrück. „Das finde ich schade.“

Jenny Burdinski schreibt: „Wir fahren schon länger nicht mehr hin. Leider. Aber das kann sich ja keine normale Familie mehr leisten.“

Ein User kritisiert den Umstand, dass sich die Stadt an den Investitionskosten beteiligt: „Warum werden dort unsere Steuergelder verwendet? Wir haben eigentlich wichtigere Probleme in der Stadt.“
Quelle: http://www.wn.de/Muenster/3344994-Umbau ... ttspreisen
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