TP Berlin - Tonja´s Baby wächst und gedeiht

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TP Berlin - Tonja´s Baby wächst und gedeiht

Beitragvon Anita » Di 1. Jan 2019, 12:05

Der kleine Eisbär ist ein richtiges Moppelchen
Der kleine Eisbär ist 30 Zentimeter groß und schon ganz schön dick. Die spannenden Bilder aus der Wurfhöhle sind fast wie Fernsehen.


Zwei Videos: https://www.youtube.com/watch?v=nLjf8UuMutc
https://www.youtube.com/watch?v=pCJjYQrXNVw

Das ist echte Bärenliebe. Nicht eine Minute hat Eisbärenmama Tonja absolute Ruhe. Irgendetwas ist immer, sogar wenn das Baby zwischen ihren Vorderpfoten schläft. Dann muss es sein Köpfchen noch mehr in das Fell der Mutter kuscheln, eine Pfote strecken, schmatzen und gähnen, sich drehen. Hauptsache Bewegung. Richtig Alarm ist, wenn der große Hunger kommt. Dann ist Zitzensuchen angesagt, mit lautem Geschrei. Tonja erträgt alles mit stoischer Ruhe. Noch bei größtem Rabatz putzt sie gemächlich den Nachwuchs und versucht ihm zu helfen, indem sie ihn mit der Nase schubst. Ist es dann geglückt und ein gleichmäßiges Nuckeln zu hören, lehnt sich nicht nur Tonja entspannt zurück, sondern auch Eisbärenkurator Florian Sicks. Geschafft. Wieder einmal.

Am 1. Dezember wurde das Eisbärenbaby im Tierpark geboren. Es ist das kleine Berliner Weihnachtswunder – zum dritten Mal in Folge. Bereits 2016 und 2017 hatte Tonja Nachwuchs bekommen, zuerst den kleinen Fritz, dann ein namenloses weibliches Jungtier. Beide starben nach kurzer Zeit. Diesmal soll es klappen. Das ist die ganz große Hoffnung im Tierpark. Dafür wurde die Wurfhöhle noch einmal perfektioniert – sie ist jetzt noch
dunkler und noch ruhiger. Keiner darf sich derzeit den Tieren nähern, um sie nicht zu stören.

Fast 30 Zentimeter ist das Jungtier mittlerweile groß. Der Eisbärenkurator überwacht den Nachwuchs rund um die Uhr – auf dem Computer im Büro oder zu Hause und unterwegs auf dem Smartphone. Die beiden Boxen der Wurfhöhle sind jeweils mit drei Kameras ausgestattet; zwei mehr als in den vergangenen Jahren und mit einer noch besseren Qualität. Jetzt sind die Bilder so gestochen scharf, dass es wie Fernsehen ist – nur Eisbären-TV. Wider Erwarten ist das spannend. Eine halbe Stunde ist schnell vorbei, und immer wieder gibt es Neues zu sehen.

Faszinierende Bilderaus der Wurfhöhle

Die Bilder sind faszinierend. Vor allem, wenn das Jungtier unterwegs ist. Schon ziemlich sportlich. Florian Sicks zeigt die Bilder aus der Nacht. Langsam wird das Jungtier beweglicher und schafft es schon, eine kurze Strecke vorwärtszurobben. Es versucht, sich am Holzbalken, der die Schlafkuhle begrenzt, hochzuziehen, um gleich wieder auf die Nase der Eisbärenmama zu plumpsen. „Die arme Tonja“, sagt Florian Sicks ab und zu lachend vor dem Monitor. Er bewundert die neun Jahre alte Bärin für ihre Gelassenheit und Sanftmut.

Irgendwie wollen die Bilder gar nicht richtig zusammenpassen. Der Eisbär, eines der größten Raubtiere der Welt, lässt sich von diesem kleinen Wesen im Gesicht kitzeln, über den Bauch krabbeln und über die Pfoten klettern – ohne auch nur einmal einen verärgerten Laut von sich zu geben. Aber das Eisbärenbaby ist voller Entdeckerdrang, zumindest solange Tonja ganz nah ist. Geht die Eisbärin einmal in die Nebenbox zum Trinken, bleibt das Kleine noch ziemlich hilflos zurück. Tonja beeilt sich und kommt sofort zurück. Auf den Bildern ist zu sehen, wie sie ganz vorsichtig ihre Pfoten setzt, um nur nicht aus Versehen auf das Eisbärchen zu treten. Sie tänzelt fast ein bisschen, um sich dann wieder auf die Seite zu legen und das Jungtier zwischen die Pfoten zu nehmen. Dort ist sein Lieblingsplatz.

Noch ist es blind und taub. Aber schon in den nächsten Tagen könnte sich das ändern. Mit etwa 30 Tagen machen Eisbärenbabys die Augen auf. Dann können sie auch hören. Trotz der guten Kamerabilder ist es noch nicht sicher, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist. „Dafür müsste es sich einmal richtig gut vor der Kamera positionieren“, sagt Sicks. Aber noch sei es auch einfach zu klein, um etwas zu erkennen. Man wolle sich absolut sicher sein, bevor man sage, ob es ein Junge oder Mädchen ist, um sich nicht eventuell hinterher korrigieren zu müssen.

Auch Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem verfolgt die beiden Eisbären auf dem Bildschirm. Anfangs schon ganz früh am Morgen bis oft spätabends, erzählt er. Jetzt sei er etwas gelassener. Aber: „Die Erfahrungen der beiden vergangenen Jahre trüben etwas die Freude“, so Knieriem. Er hofft so sehr, „dass wir diesmal kein Pech haben“. Aber er ist zuversichtlich, und die Bilder aus der Wurfhöhle ermutigen ihn dazu. Das Tier trinke gut, es habe schon ein breites Köpfchen, einen runden Po und ein dickes Bäuchlein, zählt Knieriem die Zeichen für eine gute Entwicklung des Jungtieres auf. „Es ist schon ein richtiges Moppelchen geworden“, sagt der Direktor.

Die Geburt des kleinen Eisbären ist noch einmal ein Höhepunkt im Jahr 2018. Es war ein gutes Jahr für Berliner Zoo und Tierpark, bilanziert Andreas Knieriem. Er erinnert unter anderen an die Geburt der vier Sumatratiger im August. Aber auch viel Bautätigkeit, viel Planung hätten das Jahr geprägt, so Knieriem. Zehn verschiedene Projekte seien am Laufen. Im Zoo werde gerade das Raubtierhaus umgebaut, der Abriss des alten Nashornhauses soll im Herbst nächsten Jahres beginnen. Im Tierpark sind die Pläne für das Elefantenhaus fertig, während das Alfred-Brehm-Haus bereits eine Baustelle ist. Der Zoo- und Tierparkdirektor erwartet für 2018 „nicht weniger Besucher als im vergangenem Jahr“ – und das trotz des heißen Sommers, von dem eher die Freibäder profitierten. „Aber die Besucher sind auch bei 35 Grad in den Zoo
gekommen“, sagt der Direktor. Im Jahr 2017 waren es 4,9 Millionen Besucher in Zoo, Tierpark und Aquarium.

Die nächste Hoffnung: Nachwuchs bei den Pandas
Die beiden Großen Pandas sind nach wie vor die Attraktion im Zoo. Er höre es immer am Eingang, dass die Besucher als Erstes zu den Pandas gehen wollen, so Knieriem. Die Tiere haben sich in ihren Innen- und Außengehegen eingelebt. Dass das Weibchen Meng Meng rückwärts läuft, wenn es Aufmerksamkeit sucht, „hat sich weitestgehend gelegt“. „Wir können es nur minimieren“, sagt Knieriem. Aber das Tier leide nicht. „Und wie sollen wir ihr sagen, dass es einfach nicht gut aussieht, rückwärtszulaufen?“ Sie verstehe es ja nicht.

Im nächsten Jahr werden die beiden Pandas, die Einzelgänger sind und deshalb getrennt gehalten werden, zum ersten Mal zusammengelassen. Dann kommt es nur noch darauf an, dass sich das Männchen Jiao Qing und Meng Meng riechen können. Mit viel Glück gibt es dann wieder ein neues Bärenbaby in Berlin. Es wäre der erste Pandabärennachwuchs in der Hauptstadt.

Glück braucht jetzt das Eisbärchen. Entwickelt es sich weiter so gut, wird es im Frühjahr auf dem Kletterfelsen der Außenanlage zu sehen sein.
Quelle: https://www.morgenpost.de/bezirke/licht ... lchen.html
Anita
 
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