Heidelberg - Gandhis Geburtstag: sein letzter in HD ?

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Heidelberg - Gandhis Geburtstag: sein letzter in HD ?

Beitragvon Anita » Mi 28. Mär 2018, 15:49

Elefant im Heidelberger Zoo
Gandhis letzter Geburtstag in Heidelberg?

Im Sommer könnte das Patentier der RNZ den Zoo verlassen - Chef der Jungbullen-WG hat ein vorbildliches Sozialverhalten

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Zum zwölften Geburtstag bekommt Gandhi von den Tierpflegern eine besondere Überraschung: Leckereien in Form von Äpfeln und Karotten - hier haben sie schon mal geprobt. Foto: Philipp Rothe

Von Timo Teufert

Heidelberg. Sein großer Kopf und sein prägnanter Kiefer machen ihn unverwechselbar: Seit sieben Jahren lebt Elefant Gandhi in die Jungbullen-Wohngemeinschaft im Heidelberger Zoo und hat sich in dieser Zeit nicht nur zum Liebling der Besucher, sondern auch zum Chef der Elefantenbullen in Heidelberg entwickelt. Heute feiert das Patentier der Rhein-Neckar-Zeitung seinen zwölften Geburtstag. Es dürfte die letzte Party in Heidelberg sein, denn im Moment sucht das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für die asiatischen Elefanten nach einer Zuchtgruppe für den Dickhäuter.

"Es waren sieben schöne Jahre in Heidelberg, aber es darf jetzt für Gandhi auch weitergehen", sagt Revierleiter Stefan Geretschläger. Mit seinen zwölf Jahren ist Gandhi, der 2006 im Kopenhagener Zoo geboren wurde, langsam kein Jungbulle mehr. Wie in der freien Wildbahn separiere er sich jetzt immer öfter von den anderen Tieren. Ein Umzug werde daher immer wahrscheinlicher. "Wir wollen in diesem Jahr noch unsere Außenanlage umbauen und müssen sie deshalb verkleinern", berichtet Geretschläger. Deshalb - so die Idee des Zoos - könne man Gandhi schon im Sommer abgeben.

Während des Umbaus, zu dem auch der Abriss des alten Elefantenhauses gehört, würden dann nur noch drei Tiere im Gehege leben. Denn die Dickhäuter brauchen Platz: "Einmal in der Woche bekommen die Elefanten einen GPS-Sender um das Bein gebunden", erklärt Geretschläger. So kann man nachvollziehen, welche Strecken die Tiere zurücklegen. "In 24 Stunden sind das rund sieben Kilometer, das deckt sich mit den Daten aus dem Freiland", sagt der Revierleiter.

Für das Geburtstagskind ist er voll des Lobes: Gandhi sei am Anfang sehr ruppig gewesen, sei intern sogar wegen seiner "terroristischen Ader" als "Gaddafi" verschrien gewesen. Doch er habe sich entwickelt, sei ruhiger und stressresistenter geworden, sein Sozialverhalten ist vorbildlich. "Er ist ein sehr konsequenter Gruppenanführer geworden", berichtet Geretschläger. Zwar lange Gandhi, den man gut am roten Flaum auf seinem Rücken erkennen kann, schon mal ordentlich zu, doch er komme auch immer wieder zu den drei anderen Tieren und suche den Kontakt.

Vor allem den beiden jüngeren Bullen "Khin Yadanar Min" und "Ludwig" nehme er sich an und lebe mit ihnen seinen ausgeprägten Spieltrieb aus. "Da wird oft geschoben und gedrückt, und man hat manchmal das Gefühl, dass Gandhi den Kleineren zeigt, wie man seine Stoßzähne richtig einsetzt", sagt der Tierpfleger. Für Geretschläger ist damit das Konzept der Jungbullen-Wohngemeinschaft in Heidelberg voll aufgegangen: "Gandhi hat von unserer Haltung hundertprozentig profitiert, denn in Kopenhagen war er schon von seiner Familie separiert worden." Jahrzehntelang wurden junge Elefantenbullen abseits von ihren Familien gehalten und wiesen später Verhaltensauffälligkeiten auf. Dieses Schicksal ist Gandhi erspart geblieben. Und: "Auch ,Voi Nam’ - der wieder in Leipzig lebt - und ,Thai’, der in Zürich Vater geworden ist, haben eindrucksvoll bewiesen, dass unser Weg der richtige ist", so Geretschläger.

Über seine Geburtstagsüberraschung - Äpfel und Karotten - wird sich Gandhi besonders freuen. Denn: "Gandhis Lieblingsplatz ist eindeutig beim Futter", lacht Geretschläger. Er sei zwar nicht der größte, aber dafür der schwerste. Über vier Tonnen bringt der Elefantenbulle auf die Waage. Etwas zu viel, deshalb ist er gerade auf Diät. "Als Leitbulle frisst er als erster und auch am längsten. Deshalb haben wir das Futter umgestellt. Er bekommt jetzt 70 Prozent Stroh und 30 Prozent Heu", berichtet Geretschläger. Äste zum Knabbern stehen Gandhi und seinen Artgenossen noch zusätzlich zur Verfügung.
Quelle: https://www.rnz.de/nachrichten/heidelbe ... 46137.html
Anita
 
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