Heidelberg - neue Männer WG

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Heidelberg - neue Männer WG

Beitragvon Anita » Fr 9. Feb 2018, 14:41

Kronen-Sifaka "Daholo"
Neue Männer-WG im Heidelberger Zoo (plus Video)
Im Menschenaffenhaus lebt der Sifaka "Daholo" jetzt mit zwei Kattas zusammen - Erster Zoo in Deutschland mit Sifaka-Haltung

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Im Außenbereich entsteht für die drei Lemuren gerade eine neue Außenanlage. Foto: Philipp Rothe

Von Timo Teufert

Heidelberg. Mit Männer-Wohngemeinschaften kennt man sich im Heidelberger Zoo aus: Nach den Elefanten wurde jetzt auch im Menschenaffenhaus eine solche WG gegründet. Die beiden Kattas "Rambo" und "Batu" teilen sich seit einiger Zeit ihr Gehege mit dem Kronen-Sifaka "Daholo". Er kam aus dem Zoo im französischen Mulhouse und muss vorerst mit seinen beiden Katta-Kumpeln zusammen leben, weil bislang kein Zuchtweibchen vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für ihn vorgesehen ist. Den drei Lemuren steht neben dem ursprünglichen Katta-Gehege auch ein Teil des ehemaligen Schaugeheges der Orang-Utans zur Verfügung, das völlig neu gestaltet und auf die Bedürfnisse der neuen Bewohner angepasst wurde.

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Ricarda Neumann, stellvertretende Revierleiterin im Menschenaffenhaus, mit dem neuen Bewohner, dem Kronen-Sifaka "Daholo".
Foto: Philipp Rothe


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Daholo bewohnt zusammen mit zwei Kattas einen Teil des ehemaligen Orang-Utan-Geheges.
Foto: Philipp Rothe


"Die Vergesellschaftung von Sifaka und Kattas funktioniert bei uns sehr gut", berichtet Zookuratorin Sandra Reichler. Die Tiere kuscheln miteinander und putzen sich gegenseitig. Das dient nicht nur zur Fellreinigung, sondern festigt auch die soziale Bindung zwischen den Tieren. "Der Sifaka ist der Chef im Gehege und verhält sich dominant gegenüber den beiden Kattas", berichtet Reichler.

Am Anfang habe "Rambo" den Tierpflegern etwas Sorge bereitet, weil er ein sehr ausgeprägtes Imponier- und Drohverhalten an den Tag legte. "Doch Daholo hat sich gar nicht drum gekümmert und es hat sich eingespielt", sagt Reichler.

Für sie sind Sifakas eine ganz besondere Tierart: Durch die langen Hinterbeine haben die Tiere eine außergewöhnliche Fortbewegungsweise. Sie springen senkrecht von Baum zu Baum. Damit sich "Daholo" - der 2009 im Zoo Apenheul im niederländischen Apeldoorn auf die Welt gekommen ist und die erste Handaufzucht eines Sifakas war - wohl fühlt, wurden im Schaugehege auch viele neue "Baumstämme" aufgestellt.

Neben den beiden Innengehegen bekommen die drei Lemuren aber auch außen mehr Platz: Über einen Laufgang über den Wirtschaftshof des Menschenaffenhauses kommen sie künftig in ihre Außenanlage, die gerade gebaut wird. Sie wird sechs Meter hoch sein und bietet den Tieren über 100 Quadratmeter Platz. Bis zum Frühjahr soll alles fertig sein, durch große Glasscheiben sollen die Besucher das Trio dann auch außen anschauen können.

Als erster und bislang einziger deutscher Zoo hat Heidelberg vom EEP den Zuschlag für die Sifaka-Haltung bekommen. Insgesamt halten nur sechs Tiergärten in ganz Europa die Lemuren, die als schlauste ihrer Art gelten. "Es gibt viele Interessenten und eine lange Warteliste", weiß Reichler. Für Heidelberg sprach, dass man hier viel Erfahrung mit Lemuren hat und auch die Pfleger dementsprechend gut trainiert sind. Denn die Haltung der Sifakas ist nicht ganz einfach: "Allein die Fütterung ist sehr kompliziert, weil Daholo’vor allem frische Blätter frisst", berichtet die Biologin. Also haben die Tierpfleger schon im Sommer Robinien-Blätter gezupft und eingefroren. "Daholo" frisst aber auch Gemüse, Nüsse und Maronen.

Sowohl Sifakas als auch Kattas zählen in ihrer Heimat Madagaskar zu den stark gefährdeten Tierarten. Deshalb beteiligt sich der Heidelberger Zoo an einem entsprechenden Artenschutzprojekt, dem "Sifaka Conservation Project" (SCP). "Das SCP verfolgt einen sehr innovativen Ansatz", berichtet Reichler. Es betreut die 20 Kronen-Sifakas aus den europäischen Zoos und weitere 9 Tiere, die in einem Schutzgebiet auf Madagaskar leben, als gemeinsame Zuchtgruppe.

Das ist nötig, weil die Lebensräume der Tiere im Freiland so isoliert voneinander sind, dass über das Projekt "frisches Blut" in die Populationen gebracht werden muss, damit diese keine Probleme mit Inzucht bekommen.
Quelle: https://www.rnz.de/nachrichten/heidelbe ... 33748.html

Das Video: https://www.youtube.com/watch?v=780md5btgt4
Anita
 
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